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Microsoft-Patch 570 Lücken: KI-System MDASH revolutioniert Sicherheit

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 18:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft veröffentlicht Rekord-Patch mit 570 behobenen Schwachstellen, darunter aktiv ausgenutzte Zero-Day-Lücken. Ein KI-System namens MDASH trieb die Fehlersuche an.

Microsofts größtes Sicherheitsupdate: KI entdeckt 570 Lücken
Digitale Illustration eines Vorhängeschlosses, umgeben von fließendem Code und Netzwerklinien, symbolisiert KI-gestützte Cybersicherheit und Schwachstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Juli 2026 das größte Sicherheitsupdate seiner Unternehmensgeschichte veröffentlicht. Der Patch schließt insgesamt 570 Schwachstellen – fast dreimal so viele wie noch im Vormonat. Verantwortlich für den sprunghaften Anstieg ist der Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Fehlersuche.

KI-System entdeckt Schwachstellen in Rekordzeit

Hinter dem massiven Update steckt Microsofts neues KI-System MDASH (Multi-model Agentic Scanning Harness). Es automatisiert die Suche nach Softwarelücken und hat die Sicherheitslandschaft grundlegend verändert. In aktuellen Benchmarks erreichte MDASH eine Trefferquote von 88,45 Prozent und ließ damit Konkurrenzmodelle wie Anthropics Claude Mythos Preview oder OpenAIs GPT-5.5 hinter sich.

Die Zahlen sprechen für sich: Im Mai schloss Microsoft noch 120 Lücken, im Juni waren es 200 – und nun im Juli die 570. Allein MDASH entdeckte 16 bislang unbekannte Windows-Sicherheitslücken, darunter vier kritische Schwachstellen für Codeausführung aus der Ferne (RCE) im Kernel und im IKEv2-Dienst. Microsoft hatte das System bereits im Juni als Enterprise-Private-Preview vorgestellt. Experten rechnen damit, dass solche Groß-Updates künftig häufiger werden.

Drei Zero-Day-Lücken – zwei bereits aktiv ausgenutzt

Von den 570 behobenen Schwachstellen stuften die Microsoft-Entwickler 59 als kritisch ein, 48 davon betreffen RCE-Risiken. Besonders brisant: Drei Zero-Day-Lücken waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits bekannt, zwei davon wurden aktiv angegriffen:

  • CVE-2026-56155: Rechteausweitung in Active Directory Federation Services (AD FS)
  • CVE-2026-56164: Sicherheitslücke in SharePoint mit Rechteausweitung
  • CVE-2026-50661: Öffentlich bekannt gewordener BitLocker-Bypass (erfordert physischen Zugriff)

Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat mehrere dieser Schwachstellen in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Sicherheitslücken (KEV) aufgenommen – darunter eine SharePoint-Deserialisierungs-RCE mit einem Schweregrad von 9,8 (CVE-2026-58644). Bundesbehörden müssen die Patches bis zum 19. Juli installieren.

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Neue Gefahr: Zero-Day nach dem Patch

Doch kaum waren die Updates verteilt, tauchte die nächste Bedrohung auf. Am 16. Juli veröffentlichte ein Sicherheitsforscher namens Nightmare Eclipse einen Proof-of-Concept für eine ungepatchte Schwachstelle namens LegacyHive. Sie betrifft den Windows User Profile Service – und funktioniert selbst auf Systemen, die das Juli-Update installiert haben.

LegacyHive erlaubt es einem Benutzer mit niedrigen Berechtigungen, durch Manipulation von Registry-Hives Administratorrechte zu erlangen. Microsoft hat den Vorfall bestätigt und ermittelt, ein offizieller Patch steht jedoch noch aus.

Ebenfalls am 16. Juli meldete Microsoft eine neue Schwachstelle im Remote Desktop Protocol (RDP) – CVE-2026-56171. Details zur möglichen Ausnutzung sind bislang rar.

KI als zweischneidiges Schwert

Die gleiche Technologie, die Microsofts Sicherheitsteam nutzt, kommt auch bei Angreifern zum Einsatz. Berichte aus den vergangenen Monaten zeigen eine chinesische Spionagekampagne, die zwischen dem 8. und 12. Juni KI-Modelle einschließlich DeepSeek-v4-pro nutzte, um Phishing und Exploit-Entwicklung zu automatisieren. Die Angreifer drangen erfolgreich in Regierungssysteme in Thailand und Taiwan ein.

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Wie effektiv KI-gestützte Angriffe sein können, zeigte ein kontrolliertes Experiment von Cato Networks: Ein KI-Agent kompromittierte dort mit entsprechender Anleitung eine gesamte Domäne in nur rund 40 Minuten. Zudem wurde eine neue KI-gestützte Phishing-Plattform namens Forg365 entdeckt, die gezielt Microsoft-365-Konten angreift. Sie nutzt Schwachstellen in Microsoft Teams auf macOS für Session-Hijacking und Mailbox-Zugriff.

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