Microsoft, Purview

Microsoft Purview: Copilots Personalisierung fehlt im Audit-Protokoll

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 11:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Update erstellt Nutzerprofile aus Microsoft-365-Daten; Purview kann Aktivitäten verwalten, erfasst Personalisierungsaktionen aber nicht im Audit-Protokoll.
Ein minimalistisch eingerichteter, leerer Büroflur bei Dämmerung mit dunklen Glaswänden und Schattenwürfen auf dem Boden. Illustration mit AI erstellt.

Am 26. Oktober 2026 hat Microsoft mit dem Rollout eines Updates für Copilot begonnen, das die Arbeitsdaten von Nutzern zur individuellen Anpassung der künstlichen Intelligenz heranzieht.

Die Neuerung gilt für berechtigte Arbeits- und Schulkonten innerhalb der Umgebung von Microsoft 365. Das System greift dabei auf E-Mails in Outlook, Chatprotokolle in Microsoft Teams sowie Transkripte von Besprechungen zu, um Arbeitsweisen und Vorlieben automatisch zu erfassen.

Ableitung von Nutzerprofilen und Arbeitsschwerpunkten

Durch die Auswertung der Kommunikationskanäle leitet Copilot eigenständig ab, welche Arbeitsschwerpunkte ein Anwender verfolgt, welche Beziehungen zu Kollegen bestehen und welche Präferenzen vorliegen.

Wie Berichte vom 27. Oktober 2026 darlegen, betont Microsoft in diesem Zusammenhang den Schutz der Unternehmensdaten: Sämtliche verarbeiteten Informationen blieben vertraulich und fänden keine Verwendung für das Training der zugrundeliegenden KI-Modelle.

Nutzer erhalten zudem die Möglichkeit, die über sie gespeicherten Inhalte einzusehen. Über die Eingabezeile des Assistenten kann direkt erfragt werden, welches Wissen das System über die eigene Person gesammelt hat. Aus dieser Abfrage heraus lassen sich gespeicherte Datensätze gezielt entfernen.

Deaktivierung und Fristen bei der Datenspeicherung

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Die Erfassung lässt sich in den Softwareeinstellungen vollständig unterbinden. In den Chat-Einstellungen im Abschnitt zur Personalisierung kann die Funktion für den Chatverlauf und die Arbeitseinblicke abgeschaltet werden.

Erfolgt eine solche Deaktivierung, verbleiben die bereits abgeleiteten Erinnerungen noch für 30 Tage im System, bevor sie endgültig gelöscht werden. Bei einer erneuten Aktivierung der Funktion innerhalb dieses Zeitfensters können die Informationen unter Umständen wiederhergestellt werden.

Hinter den Kulissen werden diese Copilot-Erinnerungen in einem versteckten Ordner innerhalb des jeweiligen Exchange-Postfachs abgelegt. Über Programmierschnittstellen wie Microsoft Graph sowie über die Suchfunktionen von eDiscovery können Administratoren diese Datenbestände durchsuchen, exportieren oder manuell entfernen.

Verwaltung über Compliance-Systeme und bestehende Lücken

Für Administratoren und IT-Sicherheitsverantwortliche greift die Compliance-Lösung Microsoft Purview. Diese Plattform ist in der Lage, verschiedenste Interaktionen mit Copilot zu erfassen und zu verwalten. Dazu zählen eingegebene Prompts, generierte Antworten, Zitate, herangezogene Dateien, hinterlegte Erinnerungen sowie Werkzeugaufrufe und Dateifreigaben.

Die Plattform erlaubt es Organisationen, diese Aktivitäten zu exportieren, zu auditieren und bei rechtlichen Auseinandersetzungen unter Beweissicherung zu stellen. Die Speicherung erfolgt als Aktivitätshistorie unter den üblichen unternehmensweiten Sicherheits-, Verschlüsselungs- und Compliance-Regeln.

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Gleichzeitig verweisen Berichte vom 28. Oktober 2026 auf eine funktionale Lücke bei den Prüfpfaden: Konkrete Speicher- und Personalisierungsaktionen des Systems generieren derzeit keine eigenen Einträge im Audit-Protokoll von Purview.

Der Einsatz von Daten zu Analysezwecken hat bei Microsoft bereits eine Vorgeschichte: In einer unternehmenseigenen Copilot-Studie aus dem Jahr 2025 wurden bereits 37,5 Millionen de-identifizierte Verbrauchergespräche ausgewertet, um Nutzungsmuster der künstlichen Intelligenz zu erforschen. Das aktuelle Update führt diese Entwicklung nun in den Arbeitsalltag der Unternehmenskunden über.

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