Microsoft-Sammelklage, AktionÀre

Microsoft-Sammelklage: AktionĂ€re werfen Copilot-Übertreibung vor

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 14:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AktionĂ€re verklagen Microsoft wegen angeblicher Übertreibungen bei KI-Produkten. Ein Kurssturz und enttĂ€uschende Nutzerzahlen belasten den Konzern.

Microsoft Sammelklage: AktionĂ€re kritisieren KI-Übertreibungen
Richterhammer auf Holztisch mit dezentem, leuchtendem KI-Netzwerk im Hintergrund, symbolisiert rechtliche Fragen mit Technologie. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Microsoft steht vor einer Sammelklage: AktionĂ€re werfen dem Konzern vor, bei seinen KI-Produkten Copilot und Azure ĂŒbertrieben zu haben.

Die Klage wurde beim US-Bezirksgericht fĂŒr den Westbezirk von Washington eingereicht. Im Zentrum steht der Vorwurf, Microsoft habe die tatsĂ€chlichen FĂ€higkeiten seines KI-Assistenten Copilot sowie die Marktakzeptanz der generativen KI-Produkte falsch dargestellt. Die Stadt St. Clair Shores Police and Fire Retirement System hat die Klage eingebracht.

Milliarden-Versprechen und enttÀuschte Erwartungen

Mehrere Anwaltskanzleien, darunter Pomerantz LLP und Bleichmar Fonti & Auld, rufen AktionÀre auf, die vor dem 28. Januar 2026 Microsoft-Aktien erworben haben. Sie haben bis zum 11. August 2026 Zeit, einen Antrag auf HauptklÀgerstellung zu stellen.

Der Auslöser: Am 28. Januar 2026 brach der Microsoft-Aktienkurs um rund zehn Prozent ein – von 481,63 auf 433,50 Euro. Grund waren die GeschĂ€ftszahlen fĂŒr das zweite Quartal des GeschĂ€ftsjahres. Sie zeigten ein nachlassendes Wachstum im Azure-GeschĂ€ft. Und: Copilot hatte nur 15 Millionen bezahlte Nutzer erreicht – weit unter den Analystenerwartungen. Der Konzern gab zudem Investitionen von 37,5 Milliarden Euro fĂŒr das Quartal bekannt.

Zweifel an der FunktionsfÀhigkeit

Anzeige

WĂ€hrend Microsoft mit rechtlichen Herausforderungen bei seinen KI-Diensten kĂ€mpft, rĂŒcken auch die neuen Regulierungen fĂŒr Unternehmen immer nĂ€her. Dieser kostenlose Ratgeber klĂ€rt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer durch die neuen KI-Gesetze jetzt kennen mĂŒssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act sichern

Die Sammelklage stĂŒtzt sich auch auf externe Berichte, die die LeistungsfĂ€higkeit der Microsoft-KI in Frage stellten. Anfang Februar 2026 veröffentlichte das Wall Street Journal eine Untersuchung zu Funktionsproblemen von Copilot.

ZusĂ€tzlich geriet Microsoft wegen eines Warnhinweises in seinen Nutzungsbedingungen unter Druck. Dort hieß es, Copilot sei „nur zu Unterhaltungszwecken“ gedacht. Der Konzern erklĂ€rte, es handele sich um eine veraltete Formulierung aus der Bing-Chat-Ära, die aktualisiert werde. Kritiker sehen einen Widerspruch zwischen solchen Warnungen und der Vermarktung des KI-Tools als ProduktivitĂ€tstreiber.

SicherheitslĂŒcken und Regulierungsdruck

Neben der Anlegerklage steht Microsofts Software-Ökosystem unter technischem und regulatorischem Druck. Am 14. Juli 2026 veröffentlichte der Konzern ein Windows-11-Update, das 570 SicherheitslĂŒcken schloss – darunter 16 kritische Schwachstellen, die von KI-Diagnosetools entdeckt wurden. Zwischen Januar und Juli 2026 veröffentlichte Microsoft insgesamt 1.308 Sicherheitsupdates – fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2025 (680).

Parallel dazu gab das indische Computer-Notfallteam CERT-In eine hochriskante Warnung zu Fehlern in mehreren Microsoft-Diensten heraus – darunter das GitHub Copilot Plugin, Azure und SQL Server. Eine spezifische Schwachstelle (CVE-2026-56155) ermöglicht offenbar eine Rechteausweitung in den Active Directory Federation Services.

Anzeige

Angesichts der massiven Zunahme an SicherheitslĂŒcken und Cyberrisiken ist ein proaktiver Schutz fĂŒr Firmen wichtiger denn je. Erfahren Sie in diesem Gratis-E-Book, wie Sie SicherheitslĂŒcken ohne teure Investitionen schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen erfĂŒllen. IT-Sicherheit stĂ€rken und Unternehmen proaktiv schĂŒtzen

HĂŒrden bei der UnternehmenseinfĂŒhrung

Microsoft wirbt weiter mit kostenlosen KI-Schulungen und Workshops fĂŒr seine Produkte. Doch die EinfĂŒhrung in Unternehmen stockt. Marktbeobachter sehen die hohen Lizenzkosten pro Nutzer als Hindernis. Viele Firmen wechseln von breiten Experimenten zu gezielteren AnwendungsfĂ€llen fĂŒr generative KI. Die Frage bleibt: Können die Versprechungen von Microsoft die RealitĂ€t in den Unternehmen einholen?

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

de | wissenschaft | 69812778 |