Microsoft, Scout

Microsoft Scout: Neuer KI-Autopilot läuft permanent im Hintergrund

13.06.2026 - 16:18:11 | boerse-global.de

Microsoft stellt auf der Build-Konferenz neue KI-Agenten und den permanent aktiven Assistenten Scout vor. Die Plattform IQ vernetzt Unternehmensdaten für proaktive Entscheidungen.

Microsofts KI-Offensive: Agenten und Scout verändern die Arbeitswelt
Microsoft - Abstract digital network with glowing blue lines and nodes, forming a stylized 'IQ' symbol, representing enterprise AI and data integration. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Konzern kündigte eine Reihe von Technologien an, die reaktive KI-Assistenten in eigenständig handelnde Unternehmensagenten verwandeln sollen. Im Zentrum stehen eine neue Architektur namens Microsoft IQ sowie eine Kategorie proaktiver Agenten, die Microsoft als „Autopilots" vermarktet.

Microsoft IQ: Die Intelligenzschicht für Unternehmen

Die wichtigste Neuerung ist Microsoft IQ, eine Intelligenzschicht, die Daten aus vier unterschiedlichen Umgebungen zusammenführt. Das System kombiniert Work IQ (Microsoft-365-Signale wie E-Mails und Chats), Fabric IQ (strukturierte Geschäftsdaten), Foundry IQ (internes Wissen) und Web IQ (aktuelle externe Informationen).

Anzeige: Wer die Auswirkungen des permanent laufenden KI-Autopiloten auf sein Unternehmen einschätzen will, findet in diesem Report die wichtigsten Strategie-Hebel – von der Integration über Sicherheitsframework bis zur Checkliste für IT-Entscheider. Jetzt kostenlosen Strategie-Report anfordern

Das Ziel: KI-Agenten sollen nicht länger nur auf Befehle warten, sondern den organisatorischen Kontext verstehen. „Wir bewegen uns von Systemen der Aufzeichnung zu Systemen des Verständnisses", erklärten Microsoft-Verantwortliche auf der Konferenz.

Die Integration basiert maßgeblich auf Microsoft Fabric und OneLake, die Daten in offenen Formaten wie Parquet und Iceberg speichern. Mehr als 425.000 Organisationen nutzen bereits Power BI, 20 Millionen semantische Modelle sind in Fabric aktiv. GPU-beschleunigte Abfragen im Fabric Data Warehouse arbeiten laut Microsoft inzwischen bis zu siebenmal schneller.

Ab dem 16. Juni 2026 werden die Work-IQ-APIs für Entwickler verfügbar sein. Unternehmen können dann mit Copilot Studio oder Drittanbieter-Plattformen Agenten bauen, die über unstrukturierte und strukturierte Daten hinweg schlussfolgern.

Microsoft Scout: Der Autopilot für den Arbeitsalltag

Mit Microsoft Scout bringt der Konzern eine völlig neue Kategorie von KI auf den Markt. Anders als der klassische Copilot, der erst auf eine Benutzereingabe reagiert, läuft Scout permanent im Hintergrund – in Teams, Outlook und SharePoint.

Scout identifiziert proaktiv Risiken und Konflikte, etwa Terminüberschneidungen oder interne Projektrisiken. Jede Aktion des Agenten ist über Entra ID identitätsgesichert und vollständig prüfbar. Voraussetzung für die Nutzung ist die Teilnahme am Frontier-Programm, spezifische Intune-Richtlinien und eine GitHub-Copilot-Lizenz.

Microsofts interne IT-Abteilung setzt bereits eine ähnliche Lösung namens DigitalMe ein. Dieser KI-Digitalzwilling, erstellt mit Copilot Studio, moderiert Live-Sitzungen und antwortet in Teams oder Outlook, wenn Mitarbeiter nicht verfügbar sind. In internen Tests beantwortete das Tool 158 Fragen in 60 Minuten – mit einer berichteten Genauigkeit von 90 Prozent.

Neue Entwicklungswerkzeuge für KI-Agenten

Copilot Studio wurde grundlegend überarbeitet. Seit Juni 2026 setzt die Plattform auf einen Natural-Language-First-Ansatz: Statt Themen manuell zu erstellen, genügen Anweisungen und Wissensverankerung. Die neue Oberfläche bietet eigene Registerkarten für Aufbau, Vorschau, Evaluierung und Überwachung des Agenten-Lebenszyklus.

Microsoft Research hat zudem das Open-Source-Tool SkillOpt unter der MIT-Lizenz veröffentlicht. Es optimiert Agenten-Fähigkeiten – gespeichert als Markdown-Dateien – mit Deep-Learning-Techniken wie Lernraten und Validierungsgates, ohne die zugrundeliegenden Modellgewichte zu verändern. Die Ergebnisse sind beeindruckend: SkillOpt verbesserte die Benchmark-Werte von GPT-5.5 um 23,5 Punkte und steigerte die Leistung kleinerer Modelle wie GPT-5.4-nano bei multimodalen Aufgaben deutlich.

Sicherheit und Abrechnung: Neue Modelle für eine neue Ära

Da Agenten zunehmend Code ausführen können, setzt Microsoft auf hardware-isolierte Sicherheit. Die Azure Container Apps Sandboxes befinden sich im Public Preview. Diese Mikro-VMs starten in weniger als einer Sekunde und verweigern standardmäßig jeglichen Netzwerkverkehr nach außen – um Datenabfluss zu verhindern.

Das Geschäftsmodell für die neuen Agenten verändert sich ebenfalls. Native Copilot-Agenten bleiben durch Standardabonnements abgedeckt. Für benutzerdefinierte Agenten, die Work-IQ-APIs nutzen, führt Microsoft ab dem 16. Juni 2026 Copilot Credits ein. Autonome Auslöser in Power Automate sollen 25 Credits pro Trigger kosten.

Anzeige: IT-Leiter, die bereits Schatten-KI im eigenen Team beobachten, brauchen jetzt einen klaren Fahrplan für Microsofts neue Agenten-Architektur – bevor Sicherheitslücken durch unkontrollierte Autopiloten entstehen. Dieser Leitfaden liefert konkrete Compliance-Schritte und ein Sicherheitsframework. Sicherheitsframework für KI-Agenten jetzt sichern

Ab dem 1. Juli 2026 werden neue Microsoft-365-Business-mit-Copilot-SKUs verfügbar sein. Für Großkunden mit mehr als 300 Lizenzen bietet Microsoft 15 Prozent Rabatt auf Dreijahresverträge.

KI für die Wissenschaft: Microsoft Discovery Platform

Über die Büroproduktivität hinaus hat Microsoft die Discovery Platform für die wissenschaftliche Forschung allgemein verfügbar gemacht. Diese grapfenbasierte Wissensengine koordiniert Datenanalyse und Experimentgenerierung. Partner aus der Energie- und Pharmabranche – darunter GSK, Syensqo und das Pacific Northwest National Lab – nutzen die Plattform bereits für Forschungsaufgaben von Kupferlaugung bis zur Entwicklung von Redox-Flow-Batterien.

de | wissenschaft | 69534385 |