Microsoft spart 84% GPU-Kosten: Eigene MAI-Modelle ersetzen OpenAI
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 07:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Kampf um die Vorherrschaft im Cloud-Office-Markt ist neu entbrannt. Beide Tech-Riesen kündigten am Donnerstag tiefgreifende Updates ihrer Produktivitätssuiten an – mit KI im Zentrum.
Google öffnet KI-Agenten für breitere Nutzerschicht
Google macht seinen persönlichen KI-Assistenten Gemini Spark nun für mehr Abonnenten zugänglich. Bislang war der rund um die Uhr verfügbare Agent nur Nutzern des teuren AI-Ultra-Tarifs vorbehalten. Jetzt erhalten ihn auch Kunden des AI-Pro-Abos für umgerechnet rund 18 Euro pro Monat.
Der Agent basiert auf dem Gemini-3.5-Flash-Modell und einer neuartigen „Antigravity"-Persistenzschicht. Er erledigt selbstständig Aufgaben in Google Workspace: E-Mails verwalten, Berichte entwerfen, Reisen planen oder Preise überwachen. Möglich macht das die direkte Anbindung an Gmail, Kalender, Docs und Drive.
Allerdings bleibt der Dienst für Europa vorerst tabu. Der Rollout schließt den Europäischen Wirtschaftsraum, Großbritannien, die Schweiz und Nigeria aus.
Parallel dazu erweitert Google Workspace seine „Smart Canvas"-Funktionen. Neue Smart Chips, Tabellenvorlagen und ein seitenloses Format in Google Docs sollen die Arbeit erleichtern. Auch eine Zeitleisten-Ansicht in Google Sheets und integrierte Meet-Funktionen in Docs, Sheets und Slides sind Teil des Updates, das bis Ende 2026 ausgerollt wird.
Die Zahlen geben Google recht: Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete Gemini rund 950 Millionen monatlich aktive Nutzer – eine Verdreifachung binnen eines Jahres.
Microsoft setzt auf eigene KI-Modelle
Microsoft geht einen anderen Weg: Der Konzern ersetzt zunehmend externe KI-Modelle von OpenAI und Anthropic durch eigene Entwicklungen. Die hauseigenen „MAI"-Modelle (Microsoft AI) sollen Leistung steigern und Kosten senken.
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Der Bing Image Creator läuft bereits komplett auf dem MAI-Image-2.5-Modell. In PowerPoint senkte der Umstieg die GPU-Kosten um beeindruckende 84 Prozent. Auch OneDrive profitiert: Die Latenz sank um 25 Prozent, die Speicherrate stieg um 26 Prozent.
Zwei neue Modelle gingen nun in die öffentliche Vorschau: MAI-Image-2.5-Pro und MAI-Voice-2-Flash. Letzteres ist nach Unternehmensangaben doppelt so schnell und 32 Prozent günstiger im Betrieb als sein Vorgänger. In Dynamics 365 Contact Center sind die GPU-Kosten durch den Einsatz von MAI-Voice-2-Flash sogar um bis zu 89 Prozent gefallen.
Diversifikation als Strategie
Doch Microsoft setzt nicht nur auf eigene Modelle. Der Konzern prüft offenbar auch Drittanbieter. Im Fokus: das Kimi K3-Modell des chinesischen Start-ups Moonshot AI. Es nutzt eine Mixture-of-Experts-Architektur und könnte Microsoft mehrere hundert Millionen Dollar jährlich an Inferenzkosten sparen. Die Veröffentlichung der Modellgewichte ist für den 27. Juli geplant.
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Gleichzeitig unterzeichnete Microsoft gemeinsam mit Meta und Nvidia einen offenen Brief, der sich für Open-Weight-KI-Modelle ausspricht. Das Signal ist klar: Microsoft will für jede Aufgabe das passende Modell wählen – nicht mehr auf einen einzigen Anbieter setzen.
Die Alternativen schlafen nicht
Während der Großteil der Aufmerksamkeit den beiden Giganten gilt, gibt es auch Bewegung abseits der großen Bühne. Collabora Productivity veröffentlichte Collabora Online 26.04 mit optionaler KI-Unterstützung und neuen Barrierefreiheits-Zertifikaten.
Microsoft selbst hält zudem an traditionellen Lizenzmodellen fest. Lifetime-Lizenzen für Microsoft Office 2024 Professional Plus sind weiterhin im Handel erhältlich – für umgerechnet rund 50 Euro. Ein Angebot, das zeigt: Nicht jeder Kunde will in die Cloud.
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