Microsoft, SMS-Login

Microsoft stellt SMS-Login ab: Passkeys ersetzen unsichere Codes

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 15:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft ersetzt SMS- und Sprachcodes in Entra ID bis Februar 2027 durch Passkeys. Der Schritt folgt auf zunehmende KI-gestützte Cyberangriffe.

Microsoft beendet SMS-Authentifizierung in Entra ID bis 2027
Ein hardwarebasierter Sicherheitsschlüssel steckt in einem Laptop, um moderne Authentifizierungsmethoden zu symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Technologiekonzern Microsoft hat angekündigt, die Unterstützung für die Authentifizierung per SMS und Sprachanruf innerhalb seines Identitätsdienstes Entra ID einzustellen.

Bis zum 1. Februar 2027 sollen diese herkömmlichen Verfahren vollständig abgeschafft werden. Das Unternehmen reagiert damit auf eine veränderte Bedrohungslage durch zunehmend raffinierte Cyberangriffe, bei denen insbesondere künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz kommt, um Sicherheitsmechanismen zu umgehen.

Sicherheitsrisiken durch KI-gesteuerte Angriffe

Die Entscheidung, sich von der SMS-basierten Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) zu trennen, ist laut Unternehmensangaben primär in der Anfälligkeit dieser Methode begründet. SMS-Codes gelten in Sicherheitskreisen als anfällig für sogenanntes GSM-Hacking sowie SIM-Swap-Angriffe, bei denen Angreifer die Mobilfunknummer des Opfers übernehmen.

Branchenbeobachter verweisen zudem auf die steigende Effektivität von KI-gesteuerten Phishing-Kampagnen. Solche Angriffe erreichen mittlerweile Erfolgsraten von bis zu 54 Prozent, da sie herkömmliche Sicherheitsabfragen täuschend echt nachahmen können.

Im Gegensatz dazu setzt Microsoft künftig verstärkt auf Passkeys als neuen Sicherheitsstandard für die Anmeldung. Diese basieren auf dem FIDO2-Standard, wobei die privaten kryptografischen Schlüssel sicher im TPM-Chip (Trusted Platform Module) der Endgeräte gespeichert werden. Diese hardwaregebundene Methode gilt als deutlich resistenter gegenüber Phishing-Versuchen.

Interne Erhebungen des Konzerns unterstreichen diesen Kurs: In der eigenen Belegschaft wurden bereits 99,6 Prozent der Nutzer auf solche phishing-resistenten Methoden umgestellt.

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Zeitplan für die Umstellung auf Passkeys

Die Transformation zu einer passwortlosen Umgebung erfolgt in mehreren Etappen. Bereits am 1. September 2026 wird Microsoft Passkeys als neuen Standard für die Multi-Faktor-Authentifizierung in Entra ID automatisch aktivieren. Ein Widerspruch gegen diese automatische Umstellung mittels Microsoft Graph war laut den Vorgaben bis zum 1. August des laufenden Jahres möglich.

Für Unternehmen, die auf Lösungen von Drittanbietern angewiesen sind, hat der Konzern spezifische Fristen gesetzt. Informationen zu entsprechenden Telekommunikationspartnern sollen am 18. September 2026 bereitgestellt werden.

Die notwendigen Konfigurationen für die Einbindung externer Dienste müssen demnach bis zum 30. Oktober 2026 abgeschlossen sein. Ab diesem Zeitpunkt sollen alternative Sicherheitslösungen über den Microsoft Security Store verfügbar sein.

Nach dem endgültigen Stichtag am 1. Februar 2027 wird keine Möglichkeit mehr bestehen, die SMS- oder Sprachauthentifizierung innerhalb von Entra ID weiterzuführen. Microsoft betonte jedoch, dass der Dienst Azure AD B2C vorerst von dieser Regelung ausgenommen bleibt.

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Effizienzsteigerung durch moderne Authentifizierungsverfahren

Neben dem Sicherheitsaspekt verspricht die Umstellung auch betriebliche Vorteile. Die Erfolgsrate bei Anmeldungen mittels Passkeys liege mit 95 Prozent deutlich über der von passwortbasierten Verfahren oder SMS-Codes. Zudem wird die Geschwindigkeit des Anmeldevorgangs hervorgehoben: Eine passwortlose Anmeldung mit Passkeys erfolge im Durchschnitt 14-mal schneller als herkömmliche Methoden.

Langfristig plant der Konzern, die SMS-Verifizierung auch für persönliche Microsoft-Konten schrittweise abzuschaffen. Hierbei sollen ebenfalls Passkeys und biometrische Verfahren als Ersatz dienen.

Für diesen Bereich wurde bislang allerdings noch keine verbindliche Frist kommuniziert, sodass die Umstellung dort weniger abrupt erfolgen dürfte als im professionellen Entra-ID-Umfeld. IT-Verantwortliche in Unternehmen sind nun gefordert, die verbleibende Zeit bis zum Ende der Übergangsfrist im Jahr 2027 für die Migration ihrer Nutzerstämme zu nutzen.

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