Microsoft streicht 4800 Stellen: Konzern investiert 190 Milliarden in KI
Veröffentlicht am: 06.07.2026 um 20:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Redmond – Microsoft hat heute den Abbau von 4800 Arbeitsplätzen bekanntgegeben. Das entspricht rund 2,1 Prozent der weltweiten Belegschaft. Besonders hart trifft es die Gaming-Division Xbox und den kommerziellen Vertrieb. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund massiver Investitionen in künstliche Intelligenz und einem schwierigen Jahr für den Aktienkurs.
Xbox vor historischem Umbau
Die Gaming-Sparte durchlebt die größte Restrukturierung ihrer Geschichte. 1600 Stellen werden mit sofortiger Wirkung gestrichen. Bis Ende des Geschäftsjahres 2027 sollen insgesamt 3200 Positionen bei Xbox wegfallen – rund 20 Prozent der Belegschaft.
Parallel dazu trennt sich Microsoft von mehreren hauseigenen Studios. Double Fine und Compulsion Games werden wieder unabhängig. Ninja Theory und Undead Labs stehen zum Verkauf. Für Arkane laufen derzeit Prüfungen. Konkrete Spielprojekte sollen nach Unternehmensangaben nicht gestrichen werden.
Xbox-CEO Asha Sharma sprach von einem „ungesunden Geschäft". Die Gewinnmarge der Sparte sei auf drei Prozent gefallen. Im Zuge der Neuaufstellung übernimmt Helen Chiang den Posten des Chief Operating Officer. Langzeit-Manager Dave McCarthy geht in den Ruhestand. Die Studios Mojang (Minecraft) und King (Candy Crush) berichten künftig direkt an Sharma.
Milliarden für KI – Aktie unter Druck
Dem Konzern macht ein schwieriges Börsenjahr zu schaffen. Der Aktienkurs fiel im ersten Halbjahr 2026 um 23 Prozent. Zwar wächst das Cloud-Geschäft Azure dank KI-Anwendungen. Doch die hohen Kosten für Rechenzentren und Infrastruktur fressen die Gewinne auf. Microsoft hat für 2026 Investitionen von rund 190 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur eingeplant.
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Die gesamte Tech-Branche befindet sich im Umbruch. Mehr als 160.000 Stellen wurden in der ersten Jahreshälfte 2026 gestrichen – Unternehmen setzen zunehmend auf KI-zentrierte Geschäftsmodelle. Microsoft hatte zuvor versucht, Stellen über freiwillige Programme abzubauen. Rund 30 Prozent der etwa 8750 berechtigten Mitarbeiter in den USA nahmen Angebote für Vorruhestand oder Abfindungen an. Zudem wurden über 4000 Beschäftigte in neue Positionen versetzt.
KI ersetzt Stellen nicht direkt – verändert aber die Arbeit
Personalleiterin Amy Coleman stellte klar: Die heute gestrichenen Stellen würden nicht direkt durch KI ersetzt. Gleichzeitig räumte sie ein, dass künstliche Intelligenz die Arbeitsweise im gesamten Unternehmen grundlegend verändere.
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Die Restrukturierung zielt offenbar darauf ab, die hohen Kosten der KI-Entwicklung mit einer besseren finanziellen Performance traditioneller Geschäftsbereiche in Einklang zu bringen. Für die Xbox-Sparte bedeutet der „Reset" eine Zäsur: Die Division verzeichnete über fünf Jahre einen Umsatzrückgang von 500 Millionen Euro. Auch der Game Pass verlor nach Preiserhöhungen Abonnenten.
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