Microsoft und Nvidia: Windows 11 erhält tausende Schnellbefehle ab Herbst
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 23:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat gemeinsam mit Nvidia in San Francisco neue agentenbasierte Suchfunktionen sowie Ausbauten für die Copilot-Anwendung unter Windows 11 präsentiert. An der Veranstaltung nahmen Microsoft-Chef Satya Nadella, Windows-Entwicklungschef Pavan Davuluri und Nvidia-Chef Jensen Huang teil. Im Mittelpunkt der Neuerungen steht eine Neuausrichtung der Windows-Suche, die sich zu einer zentralen Steuerungseinheit für das Betriebssystem wandeln soll.
Schnellaktionen direkt aus der Taskleiste
Wie Windows-Chef Davuluri auf der Bühne vorführte, wird die Windows-11-Suche künftig als sogenannter System-Composer betrieben. Das System soll ab Herbst 2026 auf regulären Windows-11-PCs tausende Schnellbefehle direkt aus der Taskleiste heraus unterstützen.
Nutzer können über Eingaben Systemeinstellungen verändern, darunter das Umschalten in den Dunkelmodus, das Aktivieren des Nachtmodus oder von Bluetooth, das Abdunkeln des Bildschirms, das Stummschalten der Tonausgabe oder das Minimieren sämtlicher Programmfenster. Zudem lassen sich Screenshots anfertigen und SMS über die Smartphone-Verknüpfung versenden.
Technisch wechselt die Suche auf die WinUI-3-Oberfläche, was laut Microsoft für eine höhere Geschwindigkeit und geringeren Ressourcenverbrauch sorgt. Anstelle eines separaten Vorschaufensters fasst das System Treffer in einer einzelnen Liste zusammen und verbessert die Erkennung von Tippfehlern und Synonymen.
Der Rollout startete im experimentellen Testkanal für registrierte Windows-Insider zunächst in englischer Sprache. Erweiterte Vorschauen und Inline-Bedienelemente, etwa Lautstärkeregler direkt in der Trefferliste, sind für einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2026 vorgesehen.
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Lokale Agenten und Sicherheitsgrenzen
Der KI-Assistent Copilot wird direkt in die Suchfunktion integriert und benötigt keinen eigenständigen Programmstart mehr. Auf Geräten der Kategorie Copilot+ PC greift der Assistent künftig auf lokalen Kontext wie Benutzerdateien und Aktivitäten zurück, um Aufgaben wie Dateiordnungen, Systemdiagnosen, Problembehebungen oder Programmierarbeiten über lokal ausgeführte Modelle zu bewältigen.
Komplexere Anfragen werden weiterhin an Cloud-Infrastrukturen weitergeleitet. Davuluri erklärte, dass hybride Intelligenz existiere, weil das menschliche Bedürfnis nach Rechenunterstützung praktisch unbegrenzt sei.
Zugleich betonte Microsoft Sicherheitsmechanismen: Handlungen von KI-Agenten auf dem Rechner erfolgen ausschließlich nach ausdrücklicher Zustimmung der Nutzerschaft und laufen isoliert von menschlichen Befehlen innerhalb festgelegter Grenzen ab.
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Microsoft wolle Windows zur sichersten Plattform für KI-Agenten ausbauen. Laut Unternehmensangaben verzeichnen Copilot+-PCs monatlich über zwei Billionen lokale Inferenz-Abfragen und machen mehr als 40 Prozent der Firmen-Laptops aus.
Entwicklerwerkzeuge und neue Hardware
Für Entwickler schaltete Microsoft die Ausführungsumgebung Microsoft Execution Containers allgemein auf Windows 11 frei, die Schnittstellen zu Werkzeugen wie OpenAI Codex oder GitHub Copilot bietet.
Zudem wurde das Modell MAI Code 1.1 Flash mit 137 Milliarden Parametern und einer Reduzierung der Modellgröße um fast 80 Prozent vorgestellt. Große Modelle wie Nvidias Nemotron und DeepSeek V4 Flash können lokal auf Basis von Nvidias RTX-Spark-Technologie ausgeführt werden.
Passend dazu kündigte Microsoft neue Hardware an. Das Surface Laptop Ultra mit Nvidia RTX Spark und bis zu 128 Gigabyte Arbeitsspeicher ist ab 2.599 US-Dollar vorbestellbar und soll ab dem 16. Oktober 2026 verfügbar sein. Baugleiche Geräte von Asus, Dell, HP, Lenovo und MSI folgen zum selben Stichtag. Ergänzend plant Microsoft eine Entwicklerstation ab 5.999 US-Dollar mit Auslieferungsbeginn im November.
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