Microsoft unter Druck: CMA untersucht versteckte Copilot-Kosten
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 04:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die britische Wettbewerbsbehörde CMA untersucht, ob Microsoft Kunden mit versteckten Kosten für den KI-Assistenten Copilot getäuscht hat.
Automatische Umstellung auf teurere Tarife
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein Wechsel, der im Januar 2025 begann. Bestehende Abonnenten von Microsoft 365 Personal und Family wurden automatisch auf teurere Tarife mit integriertem Copilot umgestellt. Wer die KI-Funktionen nicht wollte, musste aktiv eine „Classic"-Version auswählen oder das Abo komplett kündigen.
Die jährliche Preisdifferenz liegt bei umgerechnet rund 30 Euro. Ein Personal-Abo kostet nun etwa 100 Euro, die Classic-Version dagegen nur 70 Euro. Beim Family-Tarif beträgt der Unterschied rund 30 Euro (124 Euro gegenüber 94 Euro). Die CMA prüft, ob Microsoft seine Kunden irreführend informierte oder sie nach einer kostenlosen Testphase unfair in die teureren Tarife drängte.
Regulierungsrisiko und internationale Kontrolle
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Die britische Behörde betont, dass noch keine endgültige Entscheidung über einen Verstoß gegen Verbraucherschutzgesetze gefallen sei. Seit April 2025 verfügt die CMA jedoch über weitreichende Durchsetzungsbefugnisse. Bei schwerwiegenden Verstößen drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Microsoft kooperiert mit den Ermittlungen, die bis Dezember 2026 dauern sollen. Der Fall in Großbritannien steht nicht allein: Auch in Australien und Italien laufen ähnliche Untersuchungen. Die australische Wettbewerbskommission ACCC prüft ebenfalls Beschwerden zur automatischen Aktivierung von KI-Diensten.
KI-Wachstum trotz regulatorischer Wolken
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Die regulatorischen Probleme kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Microsoft dank seiner KI-Offensive glänzende Geschäftszahlen vorlegt. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte der Konzern einen Umsatz von umgerechnet rund 82 Milliarden Euro – ein Plus von 18 Prozent. Der Nettogewinn stieg um 31 Prozent auf knapp 33 Milliarden Euro.
KI als Wachstumsmotor: Die Zahl der zahlenden Microsoft-365-Copilot-Nutzer stieg im Quartalsvergleich um 50 Prozent auf über 30 Millionen. Auch die Cloud-Sparte Azure legte um 43 Prozent zu. Insgesamt erwirtschaftete Microsoft Cloud im Quartal rund 54 Milliarden Euro. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 stehen rund 304 Milliarden Euro Umsatz zu Buche.
Trotz dieser Erfolge gab es interne Umstrukturierungen: Microsoft strich rund 4.800 Stellen, davon 1.600 in der Xbox-Sparte. Die Investitionen in die KI-Infrastruktur stiegen massiv: Die Kapitalausgaben erreichten im Quartal rund 37 Milliarden Euro – ein Plus von 70 Prozent im Jahresvergleich.
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