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Microsoft verschärft Sicherheit: Passkeys ab September Pflicht

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 13:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KI-gestützte Phishing-Mails erreichen deutlich höhere Klickraten. Bankenverband fordert Wachsamkeit, während Microsoft und WhatsApp ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärfen.

Bankenverband warnt vor KI-gestützten Phishing-Angriffen und neuen Sicherheitsrisiken
Eine Person sitzt an einem modernen Schreibtisch mit Laptop und Smartphone in einer professionellen Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Bundesverband deutscher Banken mahnt angesichts neuer KI-Technologien zur Vorsicht. Hauptgeschäftsführer Heiner Herkenhoff erklärte am 12. August, dass die Technologie zwar die Betrugserkennung verbessere und Prozesse automatisiere, gleichzeitig aber neue Risiken schaffe.

KI macht Phishing gefährlicher

Die Sorge des Verbandes: Kriminelle nutzen KI, um die Qualität von Phishing-Angriffen massiv zu steigern. Gleichzeitig ermöglicht die Technologie individuellere Kundenangebote. Entscheidend bleibe der Grundsatz: Die KI unterstützt, der Mensch entscheidet. Vollständig autonome KI-Finanzberater sind in der EU nicht zugelassen.

Die Befürchtungen stützen sich auf aktuelle Forschungsergebnisse. Eine Studie des Berlin Institute for the Foundations of Learning and Data (Bifold), der TU Berlin und weiterer Einrichtungen belegte Mitte August die Effizienz automatisierter Angriffe. KI-personalisierte Phishing-Mails erreichen demnach eine Klickrate von 10,0 Prozent – generische Nachrichten nur 3,9 Prozent.

Besonders alarmierend: Die Erstellung einer solchen Mail dauert per KI nur rund 45 Sekunden und kostet etwa 0,03 US-Dollar pro Adresse. Manuelles Spear-Phishing erzielt zwar höhere Klickraten von 24,2 Prozent, benötigt aber sieben Minuten pro E-Mail.

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) meldet: Bereits jede dritte unerwünschte E-Mail ist ein Phishing-Versuch. Rund 62 Prozent der Bevölkerung wurden schon damit konfrontiert.

Neben E-Mails warnen Polizeibehörden in Südosthessen und Offenbach vor „Quishing“-Angriffen. Kriminelle versenden gefälschte Bankbriefe mit QR-Codes, die auf manipulierte Online-Banking-Seiten führen.

Microsoft verschärft Sicherheitsregeln

Die Bedrohungslage zwingt nun auch Technologiekonzerne zum Handeln. Microsoft kündigte an, die Sicherheitsanforderungen für Entra-ID-Nutzer deutlich zu erhöhen. Ab dem 1. September 2026 sind Passkeys für Unternehmenskonten Pflicht. Die bisher verbreitete Authentifizierung per SMS oder Sprachnachricht blockiert Microsoft ab dem 1. Februar 2027 vollständig. Betroffen sind schätzungsweise 720.000 Unternehmen weltweit.

Auch WhatsApp reagiert: Der Messenger testet ein System namens „Scam Alert“. Ein lokales ML-Modell erkennt verdächtige Nachrichten direkt auf dem Endgerät, ohne Inhalte an Server zu übertragen. Nutzer erhalten Warnhinweise und können Absender direkt blockieren.

Deutsche misstrauen Robo-Advisorn

Trotz technischer Fortschritte bleibt die Akzeptanz von KI in der Finanzverwaltung gering. Eine Forsa-Umfrage unter 1.010 Erwachsenen zeigt: Zwar können sich 63 Prozent den Einsatz von KI-Agenten grundsätzlich vorstellen, doch 68 Prozent lehnen die Verwaltung von Versicherungen oder Finanzprodukten durch KI ab. Besonders unbeliebt sind Robo-Advisor – 86 Prozent lehnen sie ab.

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Das Sicherheitsbewusstsein steigt dagegen: 73 Prozent nutzen die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) und kontrollieren regelmäßig ihre Kontobewegungen. Das Vertrauen in mobiles Bezahlen wuchs im Vergleich zu vor zwei Jahren um sechs Prozentpunkte auf 55 Prozent.

Eine Umfrage von Trustmi offenbart jedoch eine gefährliche Sicherheitslücke im menschlichen Verhalten: Rund 70 Prozent der Mitarbeiter verlassen sich primär auf Tippfehler als Betrugswarnsignal. Genau dieses Merkmal verschwindet durch den KI-Einsatz in Phishing-Kampagnen zunehmend – die Mails werden perfekter, die Erkennung schwieriger.

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