Microsofts KI-Ausbau: 24 neue Rechenzentren und 20 Prozent schnellere GPUs
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 19:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deMicrosoft treibt den massiven Ausbau seiner technischen Infrastruktur fĂŒr Anwendungen mit kĂŒnstlicher Intelligenz weiter voran. Im Rahmen der Bekanntgabe der Ergebnisse fĂŒr das erste Quartal des GeschĂ€ftsjahres 2027 gab CEO Satya Nadella bekannt, dass der Konzern im September-Quartal 24 neue Rechenzentren auf fĂŒnf Kontinenten in Betrieb genommen hat.
Zugleich konnte das Unternehmen die Zeiten fĂŒr die Bereitstellung neuer Hardware deutlich verkĂŒrzen und verzeichnete erhebliche ZuwĂ€chse bei der Auslastung von KI-Diensten.
Schnellere Bereitstellung und steigende Copilot-Nutzung
Die sogenannten Dock-to-Live-Zeiten fĂŒr neue NVIDIA GB300-Systeme sanken in den gröĂten Regionen von Microsoft im Quartalsvergleich um rund 20 Prozent. Zudem dockte der Konzern die ersten Einheiten der neuen NVIDIA Vera Rubin GPUs an. Die vorhandenen KapazitĂ€ten verteilt das Unternehmen nach eigenen Angaben dynamisch auf die GeschĂ€ftsbereiche Compute, Data, Foundry und Copilot.
Parallel dazu entwickelt Microsoft eigene Halbleiter weiter: Der Chip Maia 200 erreicht in Microsoft Teams und Copilot bis zu 1,7-mal mehr Tokens pro Watt, wĂ€hrend fĂŒr das Folgemodell Maia 300 ein Zuwachs von 40 Prozent mehr Tokens pro Watt gegenĂŒber fĂŒhrenden GPU-Systemen erwartet wird.
Die gesteigerte LeistungsfĂ€higkeit schlĂ€gt sich im Betrieb der KI-Assistenten nieder. Der Workload-Durchsatz fĂŒr Copilot wuchs im Quartalsvergleich um mehr als 50 Prozent, wĂ€hrend 90 Prozent der Copilot-Abfragen inzwischen im Auto-Modus ablaufen.
Die Zahl der tĂ€glichen Copilot-Nutzer legte im Vergleich zum Vorquartal um rund 50 Prozent zu und stieg im Jahresvergleich um mehr als das FĂŒnffache. Die Anzahl der GroĂkunden mit mehr als 50.000 Copilot-Seats verzeichnete im Jahresvergleich ein Wachstum um mehr als das Achtfache, wĂ€hrend die Zahl der Kunden mit aktivem Credit-Verbrauch im Quartal um mehr als 75 Prozent anstieg.
Insgesamt bezifferte Microsoft die Zahl der bezahlten Seats zuletzt auf 30 Millionen, nach 20 Millionen im Vorquartal. Unter anderem plant der Automobilhersteller Volkswagen den Einsatz von Copilot fĂŒr mehr als 330.000 Mitarbeiter.
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Milliardenschwere Investitionen und Anpassungen bei Zulieferern
Das gesamte Netzwerk von Microsoft umfasst mehr als 500 Rechenzentren in 34 LĂ€ndern, wobei das Unternehmen nach SchĂ€tzungen Zugang zu einer KapazitĂ€t von rund 12 Gigawatt hat. Um den Betrieb langfristig abzubilden, verlĂ€ngerte Microsoft die erwartete Nutzungsdauer von BĂŒrogebĂ€uden und Rechenzentren von 15 auf 25 Jahre.
Die Investitionsausgaben beliefen sich im ersten GeschĂ€ftsquartal auf 45,2 Milliarden US-Dollar inklusive Finanzierungsleasing. Davon entfielen 7,4 Milliarden US-Dollar auf LeasingvertrĂ€ge und 39,4 Milliarden US-Dollar auf direkte Barinvestitionen in Sachanlagen. Rund drei Viertel dieser Mittel flossen in kurzlebige Vermögenswerte wie CPUs und GPUs. FĂŒr das Dezember-Quartal rechnet der Konzern mit Ausgaben von mehr als 50 Milliarden US-Dollar.
Obwohl die Investitionen rund 30 Prozent ĂŒber dem Vorjahresniveau lagen, verfehlten sie die Analystenerwartung von 51,7 Milliarden US-Dollar um 6,5 Milliarden US-Dollar. Ursache hierfĂŒr sind Verzögerungen bei KapazitĂ€ten externer Betreiber.
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Infolge dieser Verzögerungen bei Drittanbieter-GPUs verschiebt sich die Bereitstellung teilweise in das erste Halbjahr 2027. CFO Amy Hood senkte die Prognose fĂŒr die Investitionsausgaben im Kalenderjahr 2026 von zuvor rund 175 Milliarden US-Dollar auf rund 170 Milliarden US-Dollar.
Seit 2023 schloss Microsoft VertrÀge im Wert von mehr als 80 Milliarden US-Dollar mit CoreWeave, Nebius und Nscale ab. Allerdings wurde die Vereinbarung mit Nscale wegen StromengpÀssen aufgegeben, und eine Anlage von Nebius im US-Bundesstaat New Jersey lÀuft derzeit langsamer an als erwartet.
GeschÀftszahlen und Ausblick
Im ersten Quartal des GeschÀftsjahres 2027 erzielte Microsoft einen Umsatz von 92,3 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 19 Prozent im Vorjahresvergleich entspricht. Der Betriebsgewinn stieg um 21 Prozent auf 45,9 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn legte um 32 Prozent auf 36,6 Milliarden US-Dollar zu.
Das Cloud-Segment Azure wuchs im Vorjahresvergleich um 48 Prozent auf 33,2 Milliarden US-Dollar, die gesamte Microsoft Cloud erreichte 63,9 Milliarden US-Dollar. Die vertraglich gesicherten kĂŒnftigen UmsĂ€tze kletterten um 73 Prozent auf 677 Milliarden US-Dollar. Der freie Cashflow lag bei 18,6 Milliarden US-Dollar.
Zu den langfristigen GroĂkunden zĂ€hlt Anthropic, das sich zwischen November 2026 und Mai 2033 zur Abnahme von Microsoft-Rechenleistung im Umfang von mindestens 44,9 Milliarden US-Dollar verpflichtet hat.
FĂŒr das zweite Quartal des GeschĂ€ftsjahres 2027 prognostiziert Microsoft einen Gesamtumsatz zwischen 96,0 und 97,1 Milliarden US-Dollar sowie ein Azure-Wachstum von 49 bis 50 Prozent im Vorjahresvergleich.
