Microsofts, Oktober-Update

Microsofts Oktober-Update: 1.413 Sicherheitslücken und ein aktiver Zero-Day

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 23:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Oktober-Update beseitigt 1.413 Schwachstellen; eine aktiv angegriffene Windows-Shell-Lücke war darunter.
Dunkler, industrieller Serverraum mit langen Reihen von Server-Racks und schwachen Statuslichtern. Illustration mit AI erstellt.

Microsoft hat im monatlichen Patch-Tuesday-Update am 13. Oktober 2026 insgesamt 1.413 Sicherheitslücken behoben, darunter zwei Zero-Day-Schwachstellen, von denen eine bereits aktiv ausgenutzt wird. Die Aktualisierung umfasst rund 45 Prozent mehr Schwachstellen als der bisherige Rekordwert von 974 Lücken aus dem Vormonat September.

Wie Berichte über den Patchday aufzeigen, schwanken die Angaben zur Gesamtzahl der korrigierten CVEs je nach Zählung leicht: Während TechTimes 1.413 Schwachstellen nennt, verzeichnen Computerworld 1.408 und IT-Connect 1.407 behobene Fehler.

Hohe Einstufungen und weitreichende Betroffenheit

Von 1.408 durch Microsoft bewerteten Sicherheitslücken sind 78 als kritisch eingestuft, 1.329 gelten als wichtig und eine als moderat. Die Schwachstellen ziehen sich durch weite Teile der Produktpalette: Betroffen sind Windows, Microsoft 365, Office, SharePoint Server, SQL Server, Exchange Server, Azure, Defender sowie mehrere Entwicklertools.

Auf Systemebene deckt das Update Windows 11 in den Versionen 23H2, 24H2, 25H2, 26H1 und 26H2 sowie Windows Server 2025, 2022, 2019 und 2016 einschließlich Server Core ab. Zeitgleich ging Windows Server 2022 am 13. Oktober 2026 in den Extended Support über, womit Sicherheitsaktualisierungen bis zum 14. Oktober 2031 zugesichert sind.

Als treibender Faktor für den beispiellosen Anstieg gilt der Einsatz von künstlicher Intelligenz, der die automatisierte Schwachstellensuche stark beschleunigt. Mit dem Paket für Oktober 2026 wurden mehr CVEs geschlossen als im gesamten Kalenderjahr 2023, in dem 914 Lücken registriert worden waren. Dustin Childs von der Zero Day Initiative bezeichnete das aktuelle Ausmaß als einen Grenzpunkt.

Aktiv attackierte Schwachstelle und kritische Netzwerkdienste

Unter den behobenen Problemen sticht die aktiv ausgenutzte Zero-Day-Lücke CVE-2026-96951 in der Windows Shell hervor. Sie ermöglicht es Angreifern, Warnhinweise von Mark of the Web zu umgehen, welche aus dem Internet stammende Dateien standardmäßig als potenziell unsicher kennzeichnen.

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Die US-Behörde CISA nahm die Schwachstelle in ihren KEV-Katalog auf und setzte den Bundesbehörden eine Umsetzungsfrist bis zum 16. Oktober. Zudem weisen DHCP, Remote Desktop Gateway und der Network Policy Server insgesamt 55 Schwachstellen auf, die ohne vorherige Authentifizierung ausgenutzt werden können.

Update-Pakete und Nachbesserungen

Für Windows 11 erschien unter anderem das kumulative Update KB5127648 für die Versionen 26H2, 25H2 und 24H2. Für die Editionen Home und Pro von Windows 11 24H2 markiert dies das letzte reguläre Monatsupdate im Rahmen des Support-Endes.

Das Paket behebt acht Probleme im Bluetooth-Bereich, Login-Fehler per Fingerabdruck nach Kaltstarts, Ruckler bei der Mausbewegung in Spielen, Druckprobleme mit RAW-Treibern sowie Verbindungsabbrüche bei Always-On-VPN.

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Gleichzeitig sorgt KB5127648 für neue Schwierigkeiten: Auf manchen Rechnern lässt sich die Schutzfunktion Smart App Control nicht mehr nachträglich einschalten. Als Übergangslösung empfiehlt sich das Setzen zweier Registry-Werte auf 1, während eine dauerhafte Fehlerbehebung noch aussteht.

Am 17. Oktober stellte Microsoft zudem einen außerplanmäßigen Fix für CVE-2026-62721 bereit, bevor am 21. Oktober Windows 11 26H2 allgemein freigegeben wurde. Der nächste reguläre Patch Tuesday folgt am 10. November 2026.

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