Microsofts, Windows-Lizenzen

Microsofts Windows-Lizenzen: OEM-Umsatz bricht im Quartal um 27 Prozent ein

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 23:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Schwache PC-Nachfrage und hohe Komponentenpreise drücken Windows-Lizenzen; Cloud und KI stützen Microsofts Quartalswachstum.
Ein weites, modernes Industrielager mit leeren Regalen und gestapelten Paletten in einer ruhigen, minimalistischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der US-Technologiekonzern Microsoft hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen massiven Rückgang bei den Windows-Lizenzeinnahmen hinnehmen müssen. Im Zeitraum von Juli bis September 2026 fiel der Windows-OEM-Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent, währungsbereinigt sogar um 28 Prozent. Finanzchefin Amy Hood stufte diese Entwicklung am 28. Oktober 2026 als unter den Erwartungen liegend ein.

Lagerbestände und Bauteilkosten belasten PC-Markt

Als Hauptursachen für den Dämpfer nannte Hood mehrere Faktoren. Neben einer insgesamt schwächeren Verbrauchernachfrage nach Personal Computern wirkte sich ein starker Basiseffekt aus: Im Vorjahr hatte ein Nachfrageschub im Zuge des bevorstehenden Supportendes von Windows 10 die Erlöse getrieben.

Zudem sah sich der Markt zuletzt mit hohen Lagerbeständen bei den Erstausrüstern und im Vertriebskanal konfrontiert. Berichten zufolge trugen auch drastisch gestiegene Kosten für Arbeitsspeicher (RAM) und SSDs sowie höhere Bauteilpreise zur Kaufzurückhaltung bei.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Omdia stieg der Speicheranteil an den gesamten PC-Herstellungskosten von rund 15 Prozent auf fast 40 Prozent.

Im zusammengefassten Segment Windows OEM and Devices sank der Umsatz um 22 Prozent von 4,55 Mrd. USD auf 3,55 Mrd. USD. Eine reine Ausweisung der OEM-Zahlen ohne die eigene Hardware-Reihe Surface nimmt Microsoft in der neuen Segmentberichterstattung nicht mehr separat vor.

Microsoft reagierte auf die Kostensteigerungen bei Speichermodulen unter anderem mit Preiserhöhungen bei den Surface-Geräten, während zugleich weniger Softwarelizenzen an Partner wie ASUS, HP, Dell und Lenovo geliefert wurden.

Die Marktdaten von Counterpoint Research spiegeln diese Abkühlung wider: Die weltweiten PC-Auslieferungen sanken im dritten Quartal 2026 im Vorjahresvergleich um 21 Prozent auf 57 Mio. Einheiten. Dabei verzeichnete HP ein Minus von 31 Prozent und Dell einen Rückgang um 25 Prozent.

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Für das vierte Quartal rechnet das Marktforschungsinstitut mit einem Minus von 27 Prozent. Parallel dazu zeigt sich bei der Betriebssystembasis eine verlangsamte Migration: Laut Lansweeper liefen im Juli 2026 noch 16,9 Prozent der Windows-Rechner auf Windows 10, bei kleinen und mittleren Unternehmen lag der Wert bei 21,4 Prozent.

Die Plattform Steam ermittelte im September 2026 einen Windows-10-Anteil von 23,61 Prozent gegenüber 71,34 Prozent für Windows 11. Bei HP bezifferte Finanzchefin Karen Parkhill den Anteil älterer Windows-10-Geräte in der Installationsbasis auf rund 30 Prozent. Die Frist für kostenlose Sicherheitsupdates für das ältere System war zuvor bis zum 12. Oktober 2027 verlängert worden.

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Getrübter Ausblick für das restliche Geschäftsjahr

Für das laufende Dezember-Quartal stellte Hood einen weiteren Rückgang im mittleren 30er-Prozentbereich in Aussicht. Die schwache Dynamik werde voraussichtlich für das restliche Fiskaljahr anhalten. Zuvor hatte Microsoft für das gesamte Geschäftsjahr lediglich mit Einbußen im hohen Zehner-Prozentbereich gegrechnet.

Trotz der Flaute im klassischen PC- und Lizenzgeschäft wuchs der Gesamtkonzern dank seiner Cloud- und KI-Sparte weiter zweistellig. Der Gesamtumsatz kletterte im Quartal um 19 Prozent auf 92,3 Mrd. USD. Der Nettogewinn nach GAAP belief sich auf 36,6 Mrd. USD, was einem Anstieg von 32 Prozent entspricht.

Microsoft Cloud generierte 63,9 Mrd. USD, getrieben durch ein Wachstum bei Azure von 48 Prozent auf 33,165 Mrd. USD. Im Segment Devices and Consumer verbuchte das Unternehmen hingegen ein Minus von 3 Prozent auf 15,5 Mrd. USD. Microsofts Investitionsausgaben erreichten 39,4 Mrd. USD nach 19,4 Mrd. USD im Vorjahresquartal.

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