Midjourney, Disney

Midjourney vs. Disney: KI-Bildgenerator fordert Einblick in Studio-Praktiken

04.07.2026 - 23:55:11 | boerse-global.de

Midjourney fordert im Rechtsstreit mit Disney, Universal und Warner Bros. Einblick in deren KI-Trainingsdaten und Strategien.

Midjourney geht in die Offensive: Studios sollen KI-Daten offenlegen
Midjourney - Stilisierte Gerichtsszene mit digitalen Rechtsdokumenten und Datenströmen, die Studio-Logos mit KI-Server-Racks verbinden. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Einblick in deren interne KI-Praktiken. Der Antrag, eingereicht am heutigen Samstag, ist Teil eines eskalierten Rechtsstreits um Urheberrechtsverletzungen.

Die Studios hatten Midjourney 2025 verklagt – nun dreht das Unternehmen den Spieß um. In einem aktuellen Antrag fordert Midjourney das Gericht auf, die Kläger zur Herausgabe sensibler interner Dokumente zu zwingen. Konkret verlangt das Unternehmen Einblick in KI-Geschäftspläne, Forschungsberichte, Trainingsdatensätze und sogar die Modellgewichte der Studios.

Der Streit um die Beweisgrenzen

Der neue Vorstoß richtet sich gegen eine Entscheidung eines Bundesrichters aus Mitte Juni. Damals wurde die Beweisaufnahme auf KI-Anwendungen für Endverbraucher beschränkt. Midjourney legte daraufhin Berufung bei Richter John Kronstadt ein – mit dem Ziel, diese Einschränkung aufzuheben.

„Die internen Praktiken der Studios sind genauso relevant wie ihre öffentlichen Angebote“, argumentiert Midjourneys Anwalt Bobby Ghajar. Die entscheidende Frage: Haben Disney, Universal und Warner Bros. selbst KI-Modelle mit unlizenzierten oder urheberrechtlich geschützten Inhalten trainiert? Genau das werfen sie Midjourney schließlich vor.

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Die „Unreine-Hände“-Strategie

Midjourney setzt auf eine klassische juristische Waffe: die „unclean hands“-Doktrin. Der Grundsatz besagt: Wer selbst schmutzige Hände hat, kann nicht auf Reinheit klagen. Sollten die Studios ähnliche Trainingsmethoden wie Midjourney verwendet haben, wäre deren Klage massiv geschwächt.

Die geforderten Unterlagen gehen weit über das Übliche hinaus. Neben Trainingsdaten und Modellgewichten verlangt Midjourney auch Vorstandsmaterialien und interne Präsentationen zur KI-Strategie der Studios. Sogar die konkreten Eingabeaufforderungen (Prompts), die die Studios auf der Midjourney-Plattform verwendet haben, sollen offengelegt werden – mitsamt der daraus resultierenden Bilder.

Milliardenschwere Konsequenzen

Die Studios wehren sich vehement. Ihr Anwalt David Singer bezeichnet die Forderungen als reine „Fishing Expedition“ – eine unbegründete Suche nach Beweisen. Die Kläger halten die Anträge für überzogen und irrelevant für den eigentlichen Fall.

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Dabei geht es um enormes Geld. Die Studios fordern Schadensersatz von bis zu 150.000 Euro pro verletztem Werk. Bei einer kombinierten Marktkapitalisierung der beteiligten Studios von über 370 Milliarden Euro wäre das Urteil richtungsweisend. Es würde klären, wie Urheberrecht auf das Training und den Betrieb großer KI-Modelle angewendet wird.

Während das Gericht über Midjourneys Antrag berät, zeigt der Fall: Der Kampf zwischen traditionellen Content-Erstellern und KI-Entwicklern um geistiges Eigentum wird immer härter. Die Entscheidung könnte die gesamte Branche für Jahre prägen.

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