Mikroplastik-Filter: Abkochen mit Kaffeefilter senkt Belastung um 90%
Veröffentlicht am: 05.06.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Abkochen in Kombination mit einem Kaffeefilter senkt die Partikelbelastung drastisch.
Die Wissenschaftler der Jinan University in Guangzhou untersuchten verschiedene Haushaltsmethoden zur Reduzierung von Mikroplastik. Ihre Erkenntnis: Die EffektivitÀt hÀngt stark vom HÀrtegrad des Wassers ab.
Hartes Wasser ist die beste Voraussetzung
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In Regionen mit kalkhaltigem Wasser erreicht die Methode eine Reduktion von bis zu 90 Prozent. Der Grund: Beim Erhitzen bilden sich Calciumcarbonat-Kristalle, die die Mikroplastikpartikel einschlieĂen. AnschlieĂend lassen sie sich durch ein einfaches Sieb oder einen Kaffeefilter herausfiltern.
Bei weichem Wasser liegt die Verringerung dagegen nur bei etwa 25 Prozent. Hier fehlen die Kristalle, die als Fangnetz fĂŒr die Kunststoffpartikel dienen.
Enzyme fressen Plastik im Industrie-MaĂstab
Doch nicht nur im Haushalt tut sich etwas. Forscher der UniversitÀt Leipzig haben ein Enzym optimiert, das PET-Kunststoff zerlegen kann. Die Variante PHL7 zersetzt bei 68 Grad Celsius rund 84 Prozent einer Kunststoffladung innerhalb von 24 Stunden.
Das Spin-off ESTER Biotech will bis 2030 eine Pilotanlage mit einer KapazitÀt von 45.000 Tonnen pro Jahr bauen. Der Zeitplan ist kein Zufall: Die EU schreibt ab 2030 einen Rezyklat-Anteil von 30 Prozent in PET-Flaschen vor.
Milliarden-Investition in Dresdens Wasserinfrastruktur
Parallel zu diesen Technologien entstehen neue Wasserwerke. In Dresden erfolgte Anfang Juni der Spatenstich fĂŒr ein Flusswasserwerk an der Elbe. 247 Millionen Euro flieĂen in das Projekt, das die ansĂ€ssige Halbleiterindustrie versorgen soll.
TSMC, Infineon und Bosch gehören zu den Kunden. TĂ€glich sollen bis zu 235.000 Kubikmeter Wasser aufbereitet werden. Das Besondere: 80 bis 90 Prozent des Wassers flieĂen nach der Reinigung zurĂŒck in die Elbe.
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Italien setzt auf WasserhÀuser statt Plastikflaschen
Einen anderen Weg geht die italienische Stadt Alba. Dort wurden öffentliche WasserhĂ€user installiert. BĂŒrger können stilles oder kohlensĂ€urehaltiges Wasser in eigene GefĂ€Ăe abfĂŒllen. Das spart PlastikmĂŒll und vermeidet Transportwege.
Dass der Zugang zu Trinkwasser nicht selbstverstĂ€ndlich ist, zeigt ein aktuelles Beispiel aus dem Sport. Kurz vor der FuĂball-Weltmeisterschaft in Nordamerika untersagten Sicherheitsrichtlinien die Mitnahme leerer Wasserflaschen in die Stadien. Wissenschaftler warnen vor Gesundheitsrisiken durch Hitze, falls die Versorgung nicht sichergestellt ist.
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