MILAmobility, Rhein-Main-Gebiet

MILA.mobility: Rhein-Main-Gebiet wird eines von fünf autonomen Testfeldern

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

RMV, Deutsche Bahn und HOLON erproben Level-4-Shuttles; 2027 sind Kartierungsfahrten und ein Fahrgastbetrieb in neuen Gebieten vorgesehen.

KIRA+ startet als autonomes ÖPNV-Testfeld im Rhein-Main-Gebiet
Eine moderne, ruhige Vorstadtstraße mit gepflasterten Wegen und Bäumen, die die städtische Infrastruktur zeigt. Illustration mit AI erstellt.

Im Rhein-Main-Gebiet hat die Umsetzung des Projekts KIRA+ als Testfeld für einen autonomen On-Demand-ÖPNV auf SAE-Level 4 begonnen. Die Kooperation zwischen dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der Deutschen Bahn und dem Fahrzeughersteller HOLON wurde bereits im Mai dieses Jahres initiiert.

Wie nun bekannt wurde, ist das Vorhaben eines von insgesamt fünf Testfeldern innerhalb des Projekts MILA.mobility, welches durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert wird.

Einbindung in die bundesweite Forschungsinitiative MILA.mobility

KIRA+ markiert die Fortführung der autonomen Fahrbetriebe in der Region und schließt an das Projekt KIRA an, welches planmäßig zum Ende des Jahres 2026 ausläuft. Das aktuelle Vorhaben konzentriert sich auf die Erprobung hochautomatisierter Shuttles im öffentlichen Raum.

Die Einbettung in das übergeordnete MILA.mobility-Programm unterstreicht die Bedeutung des Rhein-Main-Gebiets als eine von fünf zentralen Modellregionen für die künftige Mobilitätsgestaltung in Deutschland.

Das Projekt baut auf vorangegangenen Testphasen auf, die in den Kommunen Langen und Egelsbach sowie im nördlichen Teil von Darmstadt durchgeführt wurden. Die Resonanz auf diese Pilotversuche war erheblich: Nach Angaben der Beteiligten waren Ende Mai rund 4.200 Testnutzer für den Dienst zugelassen. Die eingesetzten Fahrzeuge bedienen demnach etwa 130 definierte Haltepunkte.

Fahrplan für den Ausbau in Darmstadt und Offenbach

Für das kommende Jahr ist eine deutliche räumliche Ausweitung der Aktivitäten vorgesehen. Im Jahr 2027 sollen erste Kartierungsfahrten in Teilen von Darmstadt sowie im Landkreis Offenbach erfolgen. Diese technischen Vorbereitungen bilden die Grundlage für den anschließenden Fahrgastbetrieb. Laut aktueller Planung sollen noch im selben Jahr Passagiere in diesen neuen Einsatzgebieten zusteigen können.

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Während im Rhein-Main-Gebiet ein Testfeld für autonomen On-Demand-ÖPNV auf SAE-Level 4 aufgebaut wird, fehlt vielen Verkehrsbetrieben ein belastbarer Fahrplan für die eigene Modellregion. Der kostenlose Leitfaden bündelt, wie Kommunen Kartierungsfahrten, Zulassungsfragen und barrierefreie Kapazitäten strukturiert angehen. Praxis-Leitfaden autonomer ÖPNV jetzt anfordern

Während des laufenden Testbetriebs steht die Sicherheit weiterhin im Fokus. Obwohl die Fahrzeuge für den autonomen Betrieb nach Level 4 ausgelegt sind, bleibt dauerhaft Sicherheitspersonal an Bord. Zusätzlich wird der gesamte Betrieb durch eine zentrale Leitstelle überwacht, um bei Bedarf unmittelbar eingreifen zu können.

Fahrzeugtechnik und barrierefreie Kapazitäten

Zum Einsatz kommt das Modell HOLON urban, welches mit Technologie von Mobileye ausgestattet ist. Das Fahrzeug ist speziell für die Anforderungen des barrierefreien Personentransports konzipiert. In der Standardkonfiguration bietet der Shuttle fünf reguläre Fahrgastsitze sowie einen Platz für Rollstühle. Sofern der Rollstuhlplatz belegt ist, reduziert sich die Anzahl der verfügbaren Sitzplätze auf drei.

Nach Herstellerangaben bietet die Plattform insgesamt Kapazitäten für bis zu 15 Personen. Die Zulassung für den Testbetrieb in Deutschland erhielten die HOLON-Shuttles bereits Ende des Jahres 2025. Das Design des Fahrzeugs ist auf einen hürdenfreien Ein- und Ausstieg ausgelegt, um die Inklusion im öffentlichen Nahverkehr zu fördern.

Strategische Bedeutung vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels

Die Erprobung autonomer Fahrsysteme erfolgt vor dem Hintergrund drängender personeller Herausforderungen im Verkehrssektor. Im Bereich des RMV sind derzeit mehr als 40 % der aktiven Fahrer älter als 55 Jahre.

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Mehr als 40 % der Fahrer im Verbundgebiet sind älter als 55 Jahre — die Personaldecke wird dünner, nicht dicker. Wer das Angebot im Nahverkehr langfristig sichern will, findet in der Checkliste die Zulassungs- und Betriebsanforderungen für SAE-Level-4-Shuttles in Deutschland. Checkliste SAE-Level-4-Zulassung sichern

Angesichts dieser demografischen Entwicklung und des absehbaren Ausscheidens eines großen Teils des Personals aus dem aktiven Dienst suchen Verkehrsbetriebe verstärkt nach technologischen Lösungen, um das Angebot im öffentlichen Nahverkehr langfristig aufrechtzuerhalten. Die Automatisierung des On-Demand-Verkehrs gilt hierbei als ein zentraler Baustein, um künftige Versorgungslücken zu schließen.

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