MMS-Abschaltung: Telekom, O2 und 1&1 beenden Dienst heute
30.06.2026 - 21:54:33 | boerse-global.de
Die Ära der Multimedia-Mitteilungen endet: Telekom, O2 und 1&1 schalten MMS ab.
Am heutigen Dienstag, dem 30. Juni 2026, haben Deutsche Telekom, O2 und 1&1 ihren Multimedia Messaging Service (MMS) offiziell eingestellt. Zeitgleich führt die Telekom die Unterstützung für Ende-zu-Ende-verschlüsselte RCS-Nachrichten auf iPhones ein. Damit schließt der Bonner Konzern eine Sicherheitslücke in der Kommunikation zwischen Apple- und Android-Geräten.
Sicherheitsgewinn für die plattformübergreifende Kommunikation
Die neue Verschlüsselungstechnologie ermöglicht es iPhone-Nutzern, Nachrichten mit Android-Geräten auf einem Sicherheitsniveau auszutauschen, das bisher Apples eigenem iMessage oder Drittanbieter-Apps wie WhatsApp vorbehalten war. Voraussetzung ist mindestens iOS 26.5 oder die Beta-Version von iOS 27 sowie ein aktualisiertes Carrier-Profil. Auch der Empfänger muss eine kompatible Version von Google Messages nutzen.
Ein Schlosssymbol in der Nachrichten-App zeigt an, ob die Unterhaltung vollständig verschlüsselt ist. Während Telekom, O2 und 1&1 von Apple als unterstützende Anbieter gelistet sind, fehlt Vodafone bislang in dieser Riege.
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Neue Funktionen in der iOS-27-Beta
Die zweite Entwickler-Beta von iOS 27, die im Juni 2026 veröffentlicht wurde, bringt weitere Verbesserungen für den plattformübergreifenden Austausch. Dazu gehören Inline-Antworten und korrekte Emoji-Reaktionen für RCS-Chats. Diese Funktionen schließen die Lücke, die zwischen den Betriebssystemen lange Zeit bestand. Branchenkenner rechnen mit der stabilen Version von iOS 27 im September 2026 – eine öffentliche Beta soll bereits im Juli erscheinen.
Das Ende einer Ära: MMS verabschiedet sich
Die Abschaltung von MMS durch die drei großen deutschen Anbieter markiert das Ende eines jahrzehntelangen Standards. Während Telekom, O2 und 1&1 den Dienst bis Mitte 2026 aufrechterhielten, hatte Vodafone MMS bereits am 17. Januar 2023 deaktiviert. Der klassische SMS-Dienst bleibt von der Umstellung unberührt und läuft parallel zu RCS weiter.
Der Branchenumstieg auf RCS ist vor allem dem Bedarf an höherer Datenqualität geschuldet: Fotos und Videos in besserer Auflösung sowie verbesserte Gruppenchat-Funktionen stehen im Fokus. Apple hatte den RCS-Standard ursprünglich 2024 mit iOS 18 eingeführt. Die aktuelle Integration der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung stellt jedoch einen deutlichen Sicherheitssprung dar.
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Geschäftskunden im Visier: RCS Business Messaging
Doch RCS ist nicht nur für private Nutzer interessant. Im Juli 2026 startet eine bundesweite Roadshow mit NetSfere, Google und der Deutschen Telekom. Stationen sind unter anderem Bonn, München, Hamburg und Berlin. Die Veranstaltungsreihe dreht sich um RCS Business Messaging – Unternehmen sollen lernen, wie sie den Standard für Kundeninteraktion und Marketing nutzen können.
Marktforscher sehen enormes Wachstumspotenzial: Der Markt für geschäftliche RCS-Nachrichten könnte bis 2032 auf umgerechnet rund 8,5 Milliarden Euro anwachsen. Die Integration von generativer KI und digitalen Assistenten – etwa die Google-Gemini-gestützten Siri-Funktionen in der iOS-27-Beta – dürfte die Nutzung von Messaging-Plattformen in den kommenden Jahren weiter verändern.
