Betrugsmaschen, Schaden

Mobile Betrugsmaschen: Schaden übersteigt 400 Milliarden Euro jährlich

25.06.2026 - 17:15:30 | boerse-global.de

Angesichts von 400 Milliarden Euro Schaden durch Mobilbetrug starten WhatsApp, Apple und Bitdefender neue Schutzfunktionen gegen Deepfakes und Phishing.

WhatsApp, Apple & Bitdefender: Neue Welle der Betrugsabwehr
Betrugsmaschen - Eine Hand hält ein Smartphone mit einem Schloss-Symbol, das mobile Sicherheit und Schutz vor Betrug darstellt. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die globale Schadenssumme durch mobile Betrugsmaschen hat mittlerweile die Marke von 400 Milliarden Euro pro Jahr überschritten. Eine ganze Industrie rüstet nun gegen Deepfakes, Trojaner und SIM-Swapping auf.

WhatsApp warnt vor unbekannten Kontakten

Der Messaging-Dienst hat damit begonnen, eine neue Sicherheitsfunktion für Android und iOS auszurollen. Sie greift bereits vor dem ersten Gespräch: Erhält ein Nutzer eine Nachricht von einer unbekannten Nummer, blendet das System eine Warnung ein. Diese zeigt das Herkunftsland, den Kontaktstatus und etwaige gemeinsame Gruppen an. So kann der Empfänger die Seriosität des Absenders prüfen, bevor er den Chat überhaupt öffnet.

Bitdefender jagt Deepfakes mit neuer App

Am 25. Juni 2026 hat der Sicherheitsspezialist Bitdefender die Anwendung RealCheck gestartet. Die Software analysiert Videolinks und Uploads von Plattformen wie X, YouTube, Instagram und TikTok. Ihr Ziel: manipulierte Inhalte und betrügerische Absichten erkennen. Verfügbar ist die App zunächst in 14 Ländern. Bitdefender setzt auf ein abgestuftes Abo-Modell – eine bestimmte Anzahl von Video-Checks pro Monat ist inklusive.

Apple warnt vor Phishing nach Diebstahl

Der iPhone-Hersteller hat seine Support-Dokumentation aktualisiert. Grund sind gezielte Angriffe auf Besitzer gestohlener oder verlorener Geräte. Kriminelle geben sich demnach häufig als Apple-Support aus, um an die Apple-ID-Daten ihrer Opfer zu gelangen. Gelingt das, hebeln sie die Aktivierungssperre aus. Der Schritt folgt auf Berichte über organisierte Diebstahlbanden – allein in London wurden 2024 rund 81.000 und 2025 etwa 71.000 iPhones gestohlen.

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Google setzt auf Echtzeit-Schutz

Auch Google verweist auf die Wirksamkeit seiner bestehenden Betrugserkennung für Android. Die Funktion habe bereits Millionen Nutzer vor betrügerischen Anrufen und Nachrichten geschützt. Neuere Versionen der Technologie, die derzeit auf Pixel-Geräte ausgerollt werden, nutzen RCS-Signale, um Anrufer zu verifizieren. Erkennt das System, dass ein Anruf nicht von einem bekannten Kontakt stammt, schlägt es Alarm.

Trojaner im Google Play Store entdeckt

Am 24. Juni 2026 veröffentlichten Sicherheitsanalysten von Zscaler ThreatLabz einen alarmierenden Fund: Eine gefälschte Dokumenten-Reader-App im Google Play Store wurde über 100.000 Mal heruntergeladen. Die Anwendung schleuste den Banking-Trojaner Anatsa ein. Dieser greift mehr als 800 Finanzinstitute an, stiehlt Zugangsdaten und zeichnet Tastatureingaben auf.

SIM-Swapping bleibt eine Gefahr

Die Übernahme der Telefonnummer durch Kriminelle – bekannt als SIM-Swapping – bereitet den Behörden weiterhin Kopfzerbrechen. Daten des FBI zeigen, dass seit 2022 mehr als 5.000 Fälle gemeldet wurden. Die Täter übernehmen die Kontrolle über die Mobilfunknummer des Opfers, um Sicherheitsmechanismen bei Bankkonten zu umgehen.

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Netzbetreiber schlagen Millionen Angriffe zurück

Die Netzbetreiber melden hohe Abwehrzahlen. Der irische Anbieter Three Ireland gab am 25. Juni 2026 bekannt, dass er im Jahr 2025 mehr als 26 Millionen mutmaßliche Betrugsanrufe blockiert hat. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 fing der Carrier rund 650.000 betrügerische Textnachrichten ab.

Experten raten Verbrauchern weiterhin zu folgenden Maßnahmen: Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, beim Mobilfunkanbieter den SIM-Schutz beantragen und bei Nachrichten, die künstliche Dringlichkeit erzeugen, äußerste Vorsicht walten lassen.

de | wissenschaft | 69625176 |