Mobile Retter: Freiwillige sind im Schnitt nach rund 4 Minuten vor Ort
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 16:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deHilfsorganisationen wie das Bayerische Rote Kreuz bieten aktuelle Kurse zur Notfallbewältigung an und heben die Bedeutung von Hausnotrufsystemen für die Sicherheit alleinlebender Senioren hervor. Bundesweit setzen Verbände, Feuerwehren und kommunale Initiativen auf zielgruppengerechte Schulungsformate, die klassische lebensrettende Sofortmaßnahmen mit praktischer Sturz- und Krisenprävention für ältere Menschen verknüpfen.
Zielgruppengerechte Schulungsangebote in den Kommunen
In vielen Regionen richten sich die Programme direkt an ältere Bürgerinnen und Bürger sowie deren Angehörige. Das Seniorenbüro der Stadt Hattingen veranstaltet gemeinsam mit der Feuerwehr Hattingen am Donnerstag, 29. Oktober, einen kostenlosen Kurs in der Feuer- und Rettungswache. Die auf 20 Plätze begrenzte Schulung vermittelt Grundlagen zum Notruf, zur Rettungskette, zur Wund- und Krankheitsversorgung sowie zur Sturzvermeidung.
Im niedersächsischen Rinteln startete die vom Arbeiter-Samariter-Bund durchgeführte Reihe unter Leitung von Ausbilderin Hildegard von Thadden mit 26 Teilnehmenden in Engern. Das durch die Stiftung für Rinteln, die Bürgerstiftung Schaumburg sowie das Bundesfamilienministerium über das Programm „Mehrgenerationenhaus“ finanzierte Projekt bietet an Folgeterminen am 7. November 2026 in Steinbergen und am 14. November 2026 in Schaumburg Auffrischungen ab 60 Jahren sowie Einheiten zur Krisenvorsorge bei Stromausfällen und Unwettern an.
Auch andere Verbände bauen ihr Angebot aus:
- Der BRK-Kreisverband Fürth führt am Samstag, 28. November 2026, eine vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe finanzierte Schulung für Selbstschutzinhalte bei außergewöhnlichen Notlagen durch.
- Das DRK Cloppenburg hat für den 16. November 2026 ein Seminar zu Schlaganfall, Atemnot, Herzinfarkt und Sturzversorgung terminiert.
- In Ahlen organisieren Tagespflegeeinrichtungen, die Leitstelle „Älter werden in Ahlen“ und das Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz Münsterland im November wöchentliche Fachveranstaltungen zu Erster Hilfe, Demenz, Trickbetrug und Medikamentensicherheit.
- Das DRK Eppelheim offeriert das Format „Fit bei Erkrankungen“ zum Erkennen von Atem-, Kreislauf- und Bewusstseinsstörungen.
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Einsatzübungen und schnelle Ersthelfernetze
Neben Kursangeboten proben Rettungskräfte regelmäßig Ernstfälle in Senioreneinrichtungen. In Töging absolvierten die Feuerwehr Töging, weitere Wehren und das Bayerische Rote Kreuz eine Großübung im Seniorenheim Toerringhof, bei der die koordinierte Brandbekämpfung und die Evakuierung pflegebedürftiger Bewohner simuliert wurden.
Auf öffentlichen Veranstaltungen machen Einsatzdienste zudem auf die Überlebenschancen bei plötzlichem Herzstillstand aufmerksam. Beim weltweiten Aktionstag zur Reanimation demonstrierten das Klinikum Memmingen, die Gesundheitsregionplus Unterallgäu-Memmingen und das BRK Reanimationsübungen. Oberbürgermeister Jan Rothenbacher und Chefarzt Dr. Rupert Grashey wiesen dabei auf den Stellenwert der ersten Minuten nach einem Notfall hin.
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Dass Ersthelfer die Rettungskette entscheidend verkürzen können, zeigt die Initiative der Mobilen Retter in der Region Neuburg. Seit zehn Jahren im Einsatz, zählt das System knapp 1000 Mitglieder und knapp 9000 Alarmierungen, bei denen qualifizierte Freiwillige per App parallel zum Rettungsdienst benachrichtigt werden.
Mit einer durchschnittlichen Eintreffzeit von rund 4 Minuten sind sie häufig vor dem Rettungswagen vor Ort, für den gesetzlich vorgeschrieben ist, in mindestens 80 Prozent der Fälle innerhalb von 12 Minuten nach Ausfahrt einzutreffen. Angesichts dieses Zeitvorteils forderte der Mediziner Dr. Alexander Hatz eine gesetzliche Verpflichtung zur Alarmierung von Ersthelfern.
