Moonlight, Tizen

Moonlight for Tizen: PC-Spiele laufen mit bis zu 4K auf Samsung-TVs

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 10:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Moonlight for Tizen streamt PC-Spiele auf Samsung-Fernseher; Sunshine senkt die Latenz laut Artikel auf bis zu 22 Millisekunden.

Moonlight for Tizen bringt PC-Spiele auf Samsung-Smart-TVs
Ein professionelles Netzwerk-Setup mit einem Switch und ordentlich verlegten Ethernet-Kabeln in einem dunklen Raum. Illustration mit AI erstellt.

Die Integration von leistungsfähigem Game-Streaming auf Smart-TV-Plattformen schreitet voran. Mit dem Open-Source-Projekt Moonlight for Tizen steht nun eine Lösung zur Verfügung, die das Streaming von PC-Spielen auf Samsung-Geräte mit dem Betriebssystem Tizen OS ab Version 5.5 ermöglicht. Die technische Umsetzung basiert auf WebAssembly und zielt darauf ab, eine niedrige Latenz bei hoher Bildqualität zu gewährleisten.

Technische Spezifikationen und Installation

Moonlight for Tizen nutzt das H.264-Videoformat für die Übertragung und bietet eine native Unterstützung für mehrere Controller. Das Projekt ist darauf ausgelegt, die Hardware-Ressourcen der Fernseher effizient zu nutzen, um Verzögerungen bei der Eingabe und Bildwiedergabe zu minimieren.

Die Installation der Software erfolgt über den Samsung-Jellyfin-Installer, was einen standardisierten Weg für die Implementierung von Drittanbieter-Anwendungen auf der Tizen-Plattform darstellt.

Für den Betrieb werden je nach Netzwerkumgebung unterschiedliche Konfigurationen empfohlen. Bei einer Verbindung über Gigabit-LAN raten die Entwickler zu einer Einstellung von 4K-Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde (fps) und einer Bitrate von 50 Mbps.

Nutzer eines 5GHz-WLAN-Netzwerks sollten laut Projektangaben auf 1440p bei 60 fps und 30 Mbps ausweichen, während für 2.4GHz-Verbindungen 1080p bei 30 fps und 15 Mbps als stabil gelten. Die gemessene Latenz des Clients bewege sich in einem Rahmen von 15 bis 50 Millisekunden.

Sunshine als serverseitige Infrastruktur

Als Gegenstück auf der Serverseite fungiert das Tool Sunshine. Dabei handelt es sich um einen selbst gehosteten Game-Streaming-Server, der auf dem Moonlight-Protokoll aufbaut. Sunshine übernimmt das Hardware-Encoding direkt über die Grafikkarte, wobei gängige Technologien wie NVENC, AMF, QuickSync und VAAPI unterstützt werden. Die Software ist plattformübergreifend für Windows, Linux, macOS und FreeBSD verfügbar.

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Besonderes Augenmerk liegt bei Sunshine auf der Optimierung der Übertragungszeiten. Durch gezieltes Low-Latency-Tuning könne die End-to-End-Latenz von ursprünglich 85 Millisekunden auf bis zu 22 Millisekunden gesenkt werden.

Zu den technischen Maßnahmen gehören unter anderem die Nutzung des DRM/KMS-Backends anstelle von X11 oder Wayland unter Linux sowie die Verwendung eines Vulkan-Backends beim Qt-Client.

Für die Verwaltung bietet Sunshine eine Weboberfläche an, die standardmäßig über den Port 47990 erreichbar ist. Neben der reinen Übertragung ermöglicht der Server auch die Einrichtung von Zeitbeschränkungen, Inhaltsfiltern und die Priorisierung bestimmter Datenströme.

Hardware-Erweiterungen für optimierte Steuerung

Parallel zur Softwareentwicklung entstehen neue Hardware-Lösungen, um die Eingabepräzision beim Streaming und an spezialisierten Endgeräten zu verbessern. So wurde mit dem seeMote Cap ein Adapter entwickelt, der die Nutzung von Tastatur und Maus in visionOS-Umgebungen optimiert.

Statt auf Bluetooth setzt dieser Adapter auf USB-Capture und ein LAN-Relay via UDP, um Eingabelatenzen bei der Maus auf 5 bis 8 Millisekunden und bei der Tastatur auf 8 bis 12 Millisekunden zu drücken.

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Ruckeln und Eingabeverzögerung verderben jedes Streaming-Erlebnis. Wer die Latenz von 85 auf bis zu 22 Millisekunden drücken will, findet hier die konkreten Tuning-Schritte für den selbst gehosteten Server — vom Backend bis zum Puffer. Low-Latency-Tuning jetzt nachlesen

Für den Einsatz direkt am Smart TV oder mobil wurde zudem am 23. September 2026 der CRKD Atom+ veröffentlicht. Der ultra-kompakte Bluetooth-Controller in Schlüsselanhänger-Größe ist für einen Preis von 29,99 US-Dollar erhältlich.

Trotz der geringen Abmessungen verfügt das Gerät über TMR-Analogsticks, Bewegungssteuerung und eine Rumble-Funktion. Der Controller ist neben PCs und Mobilgeräten explizit mit Smart TVs kompatibel und unterstützt Anpassungen über eine eigene App, was ihn als ergänzendes Zubehör für Streaming-Lösungen wie Moonlight for Tizen positioniert.

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