Moonshot AI: USA werfen China systematischen KI-Diebstahl vor
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 08:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Regierung wirft dem chinesischen KI-Unternehmen Moonshot AI systematischen Technologiediebstahl vor. Konkret soll die Firma durch ein Verfahren namens „Distillation“ das US-Modell Fable AI von Anthropic kopiert und für den eigenen Kimi K3 genutzt haben. Die Anschuldigungen könnten weitreichende Sanktionen nach sich ziehen.
Der Vorwurf: Industrielle Spionage im großen Stil
Am 22. Juli 2026 erhob Michael Kratsios, technischer Berater des Weißen Hauses und Direktor des Office of Science and Technology Policy (OSTP), schwere Anschuldigungen. Moonshot AI habe in großem Umfang Daten des amerikanischen Modells destilliert – und zwar über eine hochentwickelte Plattform, die speziell zur Verschleierung solcher Aktivitäten konzipiert worden sei.
Finanzminister Scott Bessent untermauerte die Vorwürfe: In chinesischen Modellen fänden sich digitale Wasserzeichen aus US-Systemen. Das sei der handfeste Beweis für die illegale Praxis. „Open-Source-Verfügbarkeit bedeutet keine Lizenz zur unbefugten Nutzung amerikanischen geistigen Eigentums“, stellte Bessent klar.
Umgehung von Exportkontrollen
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Doch damit nicht genug: Die US-Behörden werfen Moonshot AI zusätzlich vor, Exportbeschränkungen umgangen zu haben. Das Unternehmen soll verbotene Nvidia GB300-Prozessoren erworben und genutzt haben. Die Hochleistungschips seien in Servern in Thailand untergebracht gewesen – ein klarer Versuch, die US-Kontrollen für Halbleitertechnologie zu unterlaufen.
Die US-Regierung hat mittlerweile Ermittlungen eingeleitet. Die Frage: Wie verschaffen sich chinesische KI-Unternehmen trotz bestehender Handelsbarrieren weiterhin Zugang zu solcher Spitzentechnologie?
Sanktionen drohen – und ein Preiskampf
Das Finanzministerium signalisiert bereits, dass Sanktionen gegen Moonshot AI und möglicherweise weitere chinesische KI-Firmen geprüft werden. Der Fall ist brisant, denn Kimi K3 wurde erst am 17. Juli 2026 als Open-Weight-Modell veröffentlicht. Mit 2,8 Billionen Parametern erreicht es Spitzenwerte – und liegt nur knapp hinter Top-US-Modellen wie Anthropics Claude Fable 5 und OpenAIs GPT-5.6.
Der Preisunterschied ist enorm: Während Anthropic für Fable 5 rund 9,20 Euro pro Million Input-Tokens verlangt, bietet Moonshot K3 für etwa 2,75 Euro an. Ein aggressiver Preis, der die Konkurrenz unter Druck setzt.
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Chinesische Seite weist Vorwürfe zurück
Moonshot AI bestreitet die Diebstahlvorwürfe entschieden. Das Unternehmen verweist auf drei spezifische Innovationen in der K3-Architektur, die eigenständig entwickelt worden seien. Auch die chinesische Botschaft in Washington wies die Anschuldigungen als unbegründet zurück.
Trotz der Eskalation hält Moonshot AI an seinen Plänen fest: Am 27. Juli soll Kimi K3 als Open-Source-Modell veröffentlicht werden. Ob die US-Sanktionen diesen Schritt noch verhindern, bleibt abzuwarten.
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