MorbiditĂ€tslĂŒcke, Lebenserwartung

MorbiditĂ€tslĂŒcke: Lebenserwartung wĂ€chst, Gesundheit bleibt zurĂŒck

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 11:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Schere zwischen Lebenserwartung und gesunden Jahren öffnet sich weltweit. Eine Lancet-Studie zeigt die grĂ¶ĂŸten Defizite in den USA und bei Frauen.

Globale MorbiditĂ€tslĂŒcke wĂ€chst: Mehr Lebensjahre, aber weniger Gesundheit
Eine Ă€ltere Person beim Spaziergang in einem sonnigen Stadtpark als Symbol fĂŒr gesundes Altern und Bewegung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Lebenserwartung steigt weltweit – doch die gesunden Jahre halten nicht Schritt. Eine aktuelle Analyse zeigt: Die MorbiditĂ€tslĂŒcke wĂ€chst seit Jahrzehnten.

Mehr Lebenszeit, weniger LebensqualitÀt

Zwischen 1990 und 2023 stieg die globale Lebenserwartung von 64,6 auf 73,8 Jahre. Die gesunde Lebenserwartung legte nur von 55,9 auf 63,1 Jahre zu. Die Folge: Die MorbiditĂ€tslĂŒcke wuchs von 8,8 auf 10,7 Jahre – ein Plus von rund 22 Prozent.

Die im Juli in The Lancet Public Health veröffentlichte Studie der „Global Burden of Disease“-Forscher zeigt den Trend in 203 von 204 untersuchten LĂ€ndern. Lebten Menschen 1990 noch 13,6 Prozent ihrer Zeit in schlechter Gesundheit, waren es 2023 bereits 14,5 Prozent.

Wo die LĂŒcke am grĂ¶ĂŸten ist

Die USA fĂŒhren die Negativ-Rangliste an: 14 Jahre MorbiditĂ€tslĂŒcke. Dahinter folgen Australien (13,9 Jahre), Kanada (13,7 Jahre) und Neuseeland (13,1 Jahre).

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In Europa sieht es kaum besser aus. Deutschland liegt mit 11,9 Jahren auf Platz 34 – 1990 waren es noch 10,1 Jahre. Österreich verzeichnet den gleichen Wert, nach 9,9 Jahren im Jahr 1990. Schweden kommt auf 12,4 Jahre.

Besonders auffÀllig: der Geschlechterunterschied. Frauen verbringen durchschnittlich 12,1 Jahre in gesundheitlicher BeeintrÀchtigung, MÀnner nur 9,3 Jahre.

Chronische Leiden als Haupttreiber

Rund 57,4 Prozent der krank verbrachten Lebensjahre gehen auf nicht-tödliche, chronische Erkrankungen zurĂŒck. Allen voran: Muskel-Skelett-Beschwerden wie RĂŒckenschmerzen.

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Psychische Störungen belasten die gesunde Lebensspanne zusĂ€tzlich – Depressionen und Angststörungen stehen ganz oben auf der Liste. Hörverlust und Sturzverletzungen kommen hinzu.

Als Risikofaktoren nennen die Forscher hohen Blutzucker, Übergewicht und Rauchen. Die Botschaft der Studie ist deutlich: Die Medizin verlĂ€ngert das Leben – aber sie schafft es nicht im gleichen Tempo, die gewonnenen Jahre beschwerdefrei zu machen.

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