Digitale, Bildung

Digitale Bildung: LehrkrÀfte sind die Treiber der Schuldigitalisierung / Mit nachhaltigen Konzepten gelingt die Umsetzung auch ohne kommunale oder staatliche Fördermittel

24.04.2024 - 13:03:47

MĂŒnchen - LehrkrĂ€fte und Schulleitungen stehen in einer Zeit, in der digitale Kompetenzen immer wichtiger werden, vor der immensen Herausforderung, die Digitalisierung ihrer Schulen voranzutreiben - trotz knapper öffentlicher Kassen. Und entgegen der öffentlichen Meinung, die das Lehrpersonal hĂ€ufig pauschal dafĂŒr kritisiert, angeblich nicht ausreichend digitalaffin zu sein.

"Viele Lehrerinnen und Lehrer sind jedoch weitaus engagierter als gemeinhin angenommen wird", erklĂ€rt Moritz Zeman, Business Manager bei der ACS Group GmbH, einem externen Dienstleister, der seit 2010 bundesweit rund 3.000 Bildungseinrichtungen und mehr als 90.000 LehrkrĂ€fte auf ihrem Weg in die Digitalisierung begleitet hat. Allein im vergangenen Jahr verzeichnete der Bildungsspezialist aus MĂŒnchen rund 3.000 neue Anfragen, 65 Prozent davon kamen von LehrkrĂ€ften. Sie wollen gemeinsam mit ihren Schulleitungen selbst aktiv werden und alternative Finanzierungsmodelle erkunden, ohne lange Budgetierungs-Vorlaufzeiten der zumeist klammen kommunalen SchultrĂ€ger-Kassen in Kauf nehmen zu wollen. Denn selbst wenn die staatlichen Fördermittel weiter fließen sollten, kĂ€men etwaige ZuschĂŒsse aus einem DigitalPakt 2.0 wahrscheinlich frĂŒhestens Ende 2026 bei den Schulen zum Tragen. Das dauert zu lange. Daher ist Eigeninitiative gefragt.

Vom Wunsch zur Wirklichkeit

Wie sollte man als Lehrkraft am besten vorgehen? Voraussetzung fĂŒr ein Anstoßen der Schuldigitalisierung ist das Vorhandensein einer leistungsfĂ€higen Netzinfrastruktur (Glasfaser, WLAN). Die meisten Schulen sind diesbezĂŒglich auch dank des DigitalPaktes 1.0 mittlerweile gut aufgestellt. Sind die technischen Voraussetzungen geklĂ€rt, sollte der Rahmen fĂŒr das Projekt festgesteckt werden. Erlaubt die Infrastruktur ein flĂ€chendeckendes Arbeiten mit digitalen EndgerĂ€ten oder sollen zunĂ€chst nur einzelne Jahrgangsstufen oder Klassen ausgestattet werden? Gibt es schon ein ausgereiftes Digitalisierungskonzept? Ist das Kollegium bereits mehrheitlich im Boot? Ein Pilotprojekt könnte hilfreich sein, um Zweifler zu ĂŒberzeugen. "In 70 von 100 FĂ€llen werden als Pilot einzelne Jahrgangsstufen gewĂ€hlt, die wir oft fĂŒr einen gewissen Testzeitraum mit kostenlosen iPad-LeihgerĂ€ten ausstatten und wĂ€hrend der Pilotphase beratend begleiten", kommentiert Moritz Zeman. Eine Vorgehensweise, die den Vorteil bietet, dass man sich langsam an die Materie herantasten, das eigene Konzept auf den PrĂŒfstand stellen und peu Ă  peu weitere Kollegiumsmitglieder bis hin zur Schulleitung ĂŒberzeugen kann.

Von der Planung zur Finanzierung

Entscheidet sich eine Schule nach einem erfolgreichen Piloten fĂŒr die 1:1-Ausstattung (jedes Kind erhĂ€lt ein eigenes GerĂ€t) von SchĂŒler:innen einer Klasse oder Jahrgangsstufe mit Tablets, muss nachfolgend die Finanzierungsfrage geklĂ€rt werden. "Etwa 95 Prozent aller Anfragen von Schulen drehen sich um die Finanzierung", resĂŒmiert Moritz Zeman, "Die meisten Schulen möchten natĂŒrlich am liebsten den SchultrĂ€ger einbinden. Ist der bislang jedoch eher zurĂŒckhaltend, wird es erfahrungsgemĂ€ĂŸ lĂ€nger dauern ihn zu ĂŒberzeugen. Erst dann wird die Ausgabe in den Etat aufgenommen und muss bewilligt werden. Das erfordert Geduld."

Eine alternative und relativ zĂŒgig umsetzbare Lösung ist die Einbindung der Eltern durch eine Elternfinanzierung. Sie bedeutet auf den ersten Blick zwar eine finanzielle Last fĂŒr die Eltern, wird aber unter UmstĂ€nden sogar mit TeilbetrĂ€gen vom Förderverein, vom SchultrĂ€ger oder vom Land (wie beispielsweise dem Freistaat Bayern im Rahmen des Pilotversuchs "Digitale Schule der Zukunft") pro GerĂ€t mit einem fixen Betrag subventioniert. Die Akzeptanz der Elternfinanzierung ist in den vergangenen drei Jahren rasant gestiegen. In einer aktuellen Studie des Digitalverbandes Bitkom e. V. bejahten 96 Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder, dass der Einsatz digitaler Technologien und Medien in allen Schulen Standard sein sollte.

Dennoch muss die Schule fundierte Argumente entwickeln, um die Eltern von einer finanziellen Beteiligung zu ĂŒberzeugen. Das gelingt am besten mit einem ausgereiften Digitalkonzept, das die pĂ€dagogischen Vorteile des digitalen gegenĂŒber dem analogen Unterricht aufzeigt. Die Digitalisierung eröffnet nicht zuletzt neue pĂ€dagogische Möglichkeiten und interaktive Lehrmethoden, die den Unterricht bereichern und SchĂŒler:innen ohne großen Mehraufwand individuelle Lernwege und Lernförderungen ermöglichen. Moritz Zeman hat bei vielen begleitenden Infoveranstaltungen fĂŒr Eltern festgestellt, "dass die umfangreichen digitalen Methodiken zur Unterrichtsgestaltung Eltern ĂŒberzeugen helfen. Ein weiteres wichtiges Argument ist, dass differenziertes Lernen ohne Tablets kaum möglich wĂ€re - auch im Hinblick auf die Integration von Lernenden, deren Muttersprache nicht Deutsch ist."

Von der Realisierung zur Verwaltung

Die Systemadministration einer Schule ist mit der IT eines kleinen Unternehmens vergleichbar. Ihr Aufbau und ihr Betrieb erfordern entsprechendes Know-how. IT-FachkrĂ€fte fehlen jedoch an den meisten Schulen, was dazu fĂŒhrt, dass LehrkrĂ€fte einspringen und letztlich auch die Verwaltung der SchĂŒler- und Lehrer-EndgerĂ€te "nebenher" betreuen - sofern der SchultrĂ€ger nicht mit eigenen IT-FachkrĂ€ften an Bord ist, was ja bei einer elternfinanzierten Lösung meistens nicht der Fall ist. Professionelle IT-Dienstleister können diese LĂŒcke fĂŒllen. Moritz Zeman empfiehlt daher allen Schulen, die ĂŒber eine Elternfinanzierung nachdenken, das Outsourcing der Verwaltung von digitalen EndgerĂ€ten (MDM = Mobile Device Management), das jĂ€hrlich nur knapp 30 Euro pro GerĂ€t kostet, gleich mitfinanzieren zu lassen: "Denn wenn die IT nicht funktioniert, ist der Frust in der Schule groß, weil der Lehrbetrieb faktisch stillgelegt wird. Wir raten Schulen daher, sich konkrete Outsourcing-Angebote einzuholen. Sie werden schnell merken, dass ein seriöser, professioneller Support auch mit kleinen Budgets machbar ist. Und manchmal besteht sogar die Chance, dass er vom SchultrĂ€ger oder einem Förderverein ĂŒbernommen wird." Die ACS Group betreut derzeit rund 100.000 iPads durch ihre Full-Service-Verwaltungs- und GerĂ€temanagement-Lösung, den iPadmanager+, der neben FunktionalitĂ€ten wie Hosting, Anmeldung, Private Apple ID, KompatibilitĂ€t, App-Verteilung sowie Vorkonfiguration und Inbetriebnahme zusĂ€tzliche, zentrale Sicherheitsfunktionen fĂŒr umfangreichen Jugendschutz und Cybersecurity beinhaltet.

Vom Einsatz in der Praxis zur UnterstĂŒtzung der LehrkrĂ€fte

Es geht bei der Digitalisierung von Bildung nicht nur um Infrastruktur und GerĂ€te. Digitale Lehr- und Lerninhalte sowie digital qualifizierte LehrkrĂ€fte sind mindestens genauso wichtig. "Wir mĂŒssen sicherstellen, dass Lehrerinnen und Lehrer die neuen Technologien effektiv nutzen und sie pĂ€dagogisch sinnvoll im Unterricht einsetzen können", unterstreicht Moritz Zeman die dringende Notwendigkeit von Qualifizierungen, Fort- und Weiterbildungen. "Technische Stolperfallen und didaktisch-pĂ€dagogische Herausforderungen beim Einsatz der GerĂ€te sind die hĂ€ufigsten Problemstellungen, mit denen wir bei LehrkrĂ€ften konfrontiert werden." Potenziale zur Arbeitserleichterung, die mit der Digitalisierung verbunden sind, bleiben oftmals ungenutzt. Die ACS Group bietet daher kostenlose Off- und Online-Schulungen fĂŒr den iPad-Einsatz im Unterricht an. Durch diese Fortbildungsreihen wurden allein in den vergangenen zwölf Monaten rund 6.000 LehrkrĂ€fte geschult. Themen, die dabei verstĂ€rkt nachgefragt werden, sind kreative Ideen zur Unterrichtsgestaltung, der Einsatz von KI, Kollaborations-Tools und deren Verwendung sowie die Möglichkeiten des differenzierten Lernens, also die individuelle Förderung von Lernenden mittels Tablets.

Ein modernes Schulsystem sollte Lernende beim Umgang mit digitalen Tools begleiten und ihnen vermitteln, wie sie sich diese Technologien zunutze machen und sie gestalten können. Engagierte LehrkrĂ€fte erkennen die Dringlichkeit dieses Wandels und sind bereit, ihren Beitrag zu leisten. Sie setzen einen erheblichen Teil ihrer Freizeit ein, um die Digitalisierung an ihren Schulen voranzutreiben. DafĂŒr gebĂŒhrt ihnen nicht nur mehr Anerkennung, sondern in erster Linie auch mehr UnterstĂŒtzung von Bund, Land und Kommunen.

Über ACS Group GmbH

Die in Ottobrunn bei MĂŒnchen ansĂ€ssige ACS Group GmbH (GrĂŒndung 1998) hat sich auf Apple Produkte und Dienstleistungen spezialisiert. Sie ist von Apple autorisierter Service Provider, HĂ€ndler sowie Education Specialist und bietet als unabhĂ€ngiger Dienstleister Komplettlösungen aus einer Hand - von der IT-Strategie- und Organisationsberatung, ĂŒber Machbarkeitsstudien, Konzeption, EinfĂŒhrung, Schulung, Support, Wartung und Weiterentwicklung von IT-Systemen. Seit 2010 hat die Gruppe einen Schwerpunkt auf Lösungen fĂŒr den Bildungsbereich gelegt und ist dort derzeit bundesweit bei ĂŒber 3.000 öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen kompetenter Ansprechpartner fĂŒr alle Themen rund um die digitale Bildung. Zum Angebotsspektrum zĂ€hlen die Planung und Realisierung von ganzheitlichen Lösungen - von der ersten Ideenskizze ĂŒber die Realisierung (fachlich und inhaltlich) von Schulprojekten und deren Verwaltung, bis hin zur DurchfĂŒhrung von Schulungen, Fortbildungen und Workshops durch zertifizierte Trainer. Übersichtliche Onlineshops fĂŒr Schulen, Lehrer und Eltern bieten etwa bei der Einrichtung von elternfinanzierten iPad-Klassen die Möglichkeit der Etablierung personalisierter Webshops fĂŒr Schulen.

Mit dem Pilotprojekt "Digitale Schule der Zukunft" startete z. B. das Bayerische Kultusministerium im Schuljahr 2022/23 eine Initiative, um das Thema digitale Bildung voranzutreiben. 250 staatliche Schulen nahmen daran teil. FĂŒr das Schuljahr 2023/24 wurde auf 350 Schulen aufgestockt. Über 60 Prozent dieser Schulen vertrauen auf die ACS Group bei der EinfĂŒhrung elternfinanzierter Tablet-Klassen.

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