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Multiple Sklerose: Remibrutinib senkt Schubrate signifikant

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Novartis meldet für Remibrutinib weniger MS-Schübe und ein günstiges Sicherheitsprofil; weltweite Zulassungsanträge sind nun geplant.

Novartis: Remibrutinib überzeugt in MS-Studien und bewegt Aktie
Ein steriler, moderner medizinischer Laborarbeitsplatz mit Mikroskop und medizinischer Ausstattung in hellem, natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

In der medizinischen Forschung zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose (RMS) zeichnen sich neue therapeutische Optionen ab. Aktuelle Daten aus dem klinischen Entwicklungsprogramm von Novartis belegen die Wirksamkeit von Remibrutinib, einem oralen BTK-Inhibitor.

In den großangelegten Phase-III-Studien REMODEL-1 und REMODEL-2 konnte das Unternehmen zeigen, dass der Wirkstoff die primären Endpunkte erreicht hat und eine signifikante Senkung der jährlichen Schubrate im Vergleich zur bestehenden Standardtherapie ermöglicht.

Überlegenheit gegenüber etablierter Vergleichstherapie

Die klinischen Untersuchungen umfassten rund 2000 Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose. In der direkten Gegenüberstellung mit Teriflunomid, einem Medikament des Herstellers Sanofi, erwies sich Remibrutinib als überlegen.

Neben der Reduktion der Schubrate wurden auch positive Resultate bei den sekundären Endpunkten erzielt. So zeigten die Studien eine Verringerung entzündlicher Hirnläsionen, die mittels Magnetresonanztomografie (MRI) nachgewiesen wurden.

Hinsichtlich der Behinderungsprogression ergaben die Daten eine klinisch bedeutsame Verlangsamung. Während der kombinierte Endpunkt der dreimonatigen Bestätigung der Behinderungsprogression (3mCDP) positiv ausfiel, wurde für den Zeitraum von sechs Monaten (6mCDP) eine nominale Signifikanz erreicht.

Ein wesentlicher Aspekt der Studienergebnisse betrifft die Verträglichkeit: Novartis berichtete über ein günstiges Sicherheitsprofil. Insbesondere traten keine Leberschäden oder spezifischen Probleme mit der Lebersicherheit auf, was in der Wirkstoffklasse der BTK-Inhibitoren als relevanter Faktor gilt.

Marktpotenzial und globale Zulassungsstrategie

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Der Wirkstoff Remibrutinib ist unter dem Handelsnamen Rhapsido bereits für die Behandlung der chronischen spontanen Urtikaria (CSU) bekannt. In diesem Indikationsgebiet erhielt das Präparat im September 2025 die Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA, gefolgt von der Genehmigung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) im April 2026.

Auf Basis der aktuellen Studienergebnisse bei Multipler Sklerose plant Novartis nun weltweite Zulassungsanträge. Eine detaillierte Präsentation der Daten ist für die Fachkonferenz MS Toronto 2026 vorgesehen.

Analysten von Jefferies prognostizieren für Remibrutinib einen Spitzenumsatz von mehr als 3 Mrd. US-Dollar. Die Bekanntgabe der Studienergebnisse Anfang September 2026 wirkte sich unmittelbar auf den Kapitalmarkt aus; die Aktie von Novartis verzeichnete einen Anstieg um 5 % bzw. 5,48 %.

Kontext der MS-Forschung und alternative Ansätze

Während der Erfolg von Remibrutinib die konventionelle Pharmakotherapie stärkt, werden parallel weitere Forschungsansätze verfolgt. Ende August 2026 veröffentlichten Forscher des LMU Klinikums Erkenntnisse über eine Untergruppe von Patienten mit MS-ähnlichen Symptomen. Dabei wurden Autoantikörper gegen das MLC1-Protein identifiziert, die eine Zerstörung von Astrozyten induzieren und spinale Entzündungen verstärken können.

Gleichzeitig werden neue Zelltherapien erprobt. Eine Phase-1-Studie der Universität Zürich und des Karolinska Instituts untersuchte Ende August 2026 den Einsatz von peptide-gekoppelten roten Blutkörperchen. Während die Verträglichkeit bei den zehn Probanden als gut eingestuft wurde, steht eine Evaluierung der Wirksamkeit noch aus. Bis zu einer möglichen Zulassung dieses Verfahrens werden weitere 5 bis 10 Jahre veranschlagt.

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In der Entwicklung von CAR-T-Zelltherapien gab es hingegen Rückschläge. Novartis musste Ende August 2026 acht klinische Studien mit der Therapie Rap-cel bei Autoimmun- und neurologischen Erkrankungen pausieren, nachdem drei Todesfälle infolge eines schweren Zytokin-Freisetzungssyndroms aufgetreten waren.

Im Gegensatz dazu lieferte die an der Charité Berlin durchgeführte COMPARE-Studie mit der CAR-T-Zelltherapie Miv-cel bei rheumatoider Arthritis vielversprechende Signale für die immunologische Forschung, da dort Patienten eine anhaltende Remission erreichten. Diese Entwicklungen unterstreichen die Komplexität der Forschung an immunmediierten Erkrankungen des Nervensystems.

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