Musiktraining, BeeintrÀchtigung

Musiktraining bei kognitiver BeeintrÀchtigung: Besseres GedÀchtnis nach sechs Monaten

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 15:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sechs Monate Instrumententraining verbesserten bei Ă€lteren Teilnehmenden verbales KurzzeitgedĂ€chtnis und WortflĂŒssigkeit; neuronale Vernetzung blieb stabil.
Eine Steel-Tongue-Drum auf einem Holztisch in einem hellen, minimalistischen Raum mit natĂŒrlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Das aktive Erlernen eines Musikinstruments kann bei Ă€lteren Menschen mit leichter kognitiver BeeintrĂ€chtigung messbare Vorteile fĂŒr GedĂ€chtnis und Sprache bringen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Untersuchung der HES-SO Genf, die in Kooperation mit den UniversitĂ€tskliniken in Genf und Lausanne durchgefĂŒhrt und im Fachjournal Annals of the New York Academy of Sciences veröffentlicht wurde.

Die Forschungsarbeit ging der Frage nach, inwieweit gezielte musikalische und psychomotorische Interventionen dem geistigen Abbau im Alter entgegenwirken können.

Gezieltes Training in Kleingruppen

An der Untersuchung nahmen Personen mit einem Durchschnittsalter von 71,5 Jahren teil, bei denen eine leichte kognitive BeeintrĂ€chtigung diagnostiziert worden war. Das Setting umfasste unterschiedliche Gruppen: Elf Probanden wurden einer Musikgruppe zugeteilt, wĂ€hrend acht Personen ein psychomotorisches Training absolvierten. ErgĂ€nzend dazu wurde eine gesunde Kontrollgruppe mit 14 von ursprĂŒnglich 15 Teilnehmenden beobachtet.

FĂŒr die Musikintervention setzten die Forscher auf Einheiten in Kleingruppen von drei bis vier Personen. Über einen Zeitraum von sechs Monaten ĂŒbten die Teilnehmenden zweimal wöchentlich fĂŒr jeweils 45 Minuten auf einer Steel-Tongue-Drum mit 13 Tönen. Dieses Instrument ermöglicht durch seine Anordnung ein strukturiertes Melodie- und Rhythmustraining, das sowohl auditive als auch motorische FĂ€higkeiten anspricht.

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Differenzierte Effekte auf GedÀchtnis und Motorik

Die Auswertung der Interventionsphase zeigte spezifische Fortschritte in AbhĂ€ngigkeit von der ausgeĂŒbten AktivitĂ€t. In der Musikgruppe stellten die Wissenschaftler signifikante Verbesserungen des verbalen KurzzeitgedĂ€chtnisses sowie der kategorialen WortflĂŒssigkeit fest. Die Probanden konnten Begriffe schneller und strukturierter abrufen als vor Beginn des sechsmonatigen Unterrichts.

In der Psychomotorikgruppe wiederum zeigten sich primÀr körperliche Verbesserungen. Neben einer gesteigerten Feinmotorik verbesserte sich bei den Teilnehmenden das Gleichgewicht. Dies spiegelte sich unter anderem im Einbeinstand auf dem linken Bein wider, bei dem die Probanden im Schnitt ein Plus von rund zehn Sekunden erzielten.

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Neuronaler Erhalt statt strukturellem Zuwachs

Auf neurologischer Ebene untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch die hirnorganischen VerĂ€nderungen wĂ€hrend des Untersuchungszeitraums. Hinsichtlich des Volumens des Hippocampus – einer Hirnregion, die fĂŒr GedĂ€chtnisprozesse von zentraler Bedeutung ist – zeigten sich nach den sechs Monaten keine VerĂ€nderungen.

Allerdings offenbarten die Messungen der funktionellen KonnektivitĂ€t relevante Unterschiede zwischen den Gruppen. WĂ€hrend die funktionelle Vernetzung in der Kontrollgruppe ĂŒber den Beobachtungszeitraum hinweg sank, blieb sie in den beiden Interventionsgruppen stabil. Die Ergebnisse verdeutlichen das Potenzial aktiver Förderprogramme, neuronale Netzwerke im Alter trotz beginnender kognitiver EinschrĂ€nkungen zu erhalten.

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