Nachlasse, Zwecke

Nachlasse für gemeinnützige Zwecke: 148 Millionen Euro Rekord

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Retina plus bündelt Hinweise zu Testament, Vollmachten und Nachlassspenden. Fast jeder vierte Deutsche ab 50 zeigt dafür Offenheit.

Retina plus informiert über Vorsorge und gemeinnützige Nachlässe
Ein minimalistischer Schreibtisch mit einem leeren Notizbuch und einem Füllfederhalter in einem hellen, ruhigen Raum. Illustration mit AI erstellt.

Die Weitergabe des eigenen Vermögens sowie die persönliche Vorsorge für den Ernstfall stellen viele Menschen vor komplexe bürokratische und emotionale Hürden. Anlässlich des Internationalen Tags des Testaments hat der Verein Retina plus e.V. eine Informationsinitiative gestartet und stellt die kostenfreie Broschüre „Damit Sehen eine Zukunft hat“ bereit.

Die Publikation widmet sich den zentralen Fragestellungen rund um Vorsorgeregelungen, Testamentsgestaltung und Nachlässe zugunsten gemeinnütziger Organisationen, um bestehende Unsicherheiten bei der rechtzeitigen Nachlassplanung abzubauen.

Bausteine einer strukturierten Vorsorge

Viele Menschen gelten im Hinblick auf das eigene Ableben und die geordnete Weitergabe von Vermögenswerten als unzureichend vorbereitet. Fachleute weisen darauf hin, dass eine gedankliche Simulation des eigenen Todesfalls dabei helfen kann, bestehende Schwachstellen und Lücken im persönlichen Vorsorgekonzept offenzulegen.

Da familiäre Verhältnisse heutzutage häufig komplexer ausfallen, empfiehlt sich eine verbindliche Klärung von Erbfällen zu Lebzeiten, um späteren Streitigkeiten sowie unnötigen Kosten im Familienkreis vorzubeugen.

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Die von Retina plus e.V. herausgegebene Orientierungshilfe bündelt dabei wesentliche juristische Instrumente. Neben der Patientenverfügung und der Vorsorgevollmacht erläutert das Material auch die Betreuungsverfügung.

Im Bereich des Nachlassrechts thematisiert der Leitfaden die Mechanismen der gesetzlichen sowie der gewillkürten Erbfolge und geht detailliert auf gesetzliche Pflichtteilsrechte ein. Interessierte können die Broschüre per E-Mail über die Adresse info@retinaplus.de anfordern.

Wachsendes Interesse an gemeinnützigen Nachlässen

Über die rein familiäre Weitergabe hinaus rückt die Unterstützung von Hilfsorganisationen zunehmend in den Fokus der Bürgerinnen und Bürger. Eine Erhebung des Marktforschungsinstituts Bonsai belegt das erhebliche Potenzial für gemeinnützige Zuwendungen: Demnach kann sich fast jeder vierte Deutsche ab einem Alter von 50 Jahren vorstellen, gemeinnützige Zwecke im Testament zu bedenken.

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Unter den Personen ohne eigene Kinder liegt dieser Anteil sogar bei einem Drittel. Bei der Bereitschaft zum karitativen Erbe zeigt sich zudem eine regionale Differenz zwischen Ost- und Westdeutschland von 2,7 Prozentpunkten.

Zu den besonders beliebten Bereichen bei Nachlassspenden zählen laut der Erhebung Vorhaben aus dem Tier-, Umwelt- und Naturschutz sowie Initiativen der Kinder- und Jugendhilfe. Dass diese Form des Nachlasses im philanthropischen Sektor immer stärker an Bedeutung gewinnt, zeigen auch die Kennzahlen der Initiative „Mein Erbe tut Gutes“: Diese verzeichnete im Vorjahr ein Nachlassvolumen von 148 Millionen Euro, was einem neuen Rekordwert entsprach.

Eine transparente Strukturierung ermöglicht es Erblassern somit, nicht nur Angehörige rechtssicher abzusichern, sondern auch über das eigene Leben hinaus gesellschaftliche Akzente zu setzen. Informationsmaterialien wie die Handreichung von Retina plus e.V. bieten dabei einen niedrigschwelligen Ausgangspunkt für die strukturierte Umsetzung.

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