NĂ€chtliche, Wachphasen

NĂ€chtliche Wachphasen: Xiao-Forscher verlangen gekoppelte Messmethoden

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Xiao und Kollegen sehen GedĂ€chtniseinflĂŒsse als möglich, können deren Anteil an abweichenden WachzeitschĂ€tzungen aber nicht bestimmen.

Chronische Insomnie: Forscher erlÀutern Grenzen der WASO-SchÀtzung
Ein schlichtes, ruhig wirkendes Schlafzimmer bei morgendlichem Licht mit einem unbenutzten, ordentlich gemachten Bett. Illustration mit AI erstellt.

Die Erfassung von Wachzeiten wÀhrend der Nacht ist eine zentrale Herausforderung in der Schlafforschung und der Behandlung chronischer Insomnie. Eine wissenschaftliche Kontroverse verdeutlicht die methodischen Schwierigkeiten bei der Beurteilung nÀchtlicher Wachphasen.

In einer Antwort auf einen Leserbrief zu einer Untersuchung ĂŒber die VariabilitĂ€t des Schlafs bei Betroffenen mit chronischer Schlaflosigkeit hat sich das Forscherteam um Xiao zu den Einflussfaktoren auf die morgendliche SelbsteinschĂ€tzung geĂ€ußert. Wie aus einem Bericht von dovepress.com vom 10. Oktober 2026 hervorgeht, ordnen die Autoren den Einfluss kognitiver Prozesse differenziert ein.

Subjektive SchÀtzungen und der Einfluss des GedÀchtnisses

Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Diskussion steht die sogenannte Wachzeit nach dem ersten Einschlafen, in der Fachliteratur oft als WASO (Wake After Sleep Onset) bezeichnet.

Bei Betroffenen mit Schlafstörungen weicht die gefĂŒhlte Wachzeit am Morgen nicht selten von apparativ erfassten Werten ab. Xiao und Kollegen fĂŒhrten in ihrer Stellungnahme aus, dass das GedĂ€chtnis die SchĂ€tzung dieses Parameters am nĂ€chsten Morgen durchaus beeinflussen könne.

Gleichzeitig betonten die Forscher jedoch die Grenzen der vorliegenden Befunde: Aus den vorliegenden Studiendaten lasse sich weder der relative Beitrag von GedĂ€chtnisprozessen exakt bestimmen noch der Schluss ziehen, dass Erinnerungsverzerrungen die primĂ€re Ursache fĂŒr die beobachteten Diskrepanzen darstellen.

Die genaue Gewichtung psychologischer Faktoren gegenĂŒber tatsĂ€chlichen physiologischen Schlafunterbrechungen bleibe damit eine offene wissenschaftliche Frage.

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Methodische Bedingungen der Untersuchung

Ein wesentlicher Aspekt der Debatte betrifft das Studiendesign und den Umgang mit Messwerten. Xiao und Kollegen stellten klar, dass den Probanden in ihrer Untersuchung die objektiv gemessenen WASO-Werte nicht wiederholt vorgelegt wurden. Damit sollte vermieden werden, dass die Kenntnis apparativer Daten die persönliche Wahrnehmung im Nachhinein kĂŒnstlich beeinflusst.

Stattdessen fĂŒhrten die Teilnehmenden im Anschluss an NĂ€chte mit hĂ€uslicher Schlafmessung jeweils ein Schlaftagebuch, um ihr subjektives Erleben festzuhalten. Diese Kombination aus Messung im hĂ€uslichen Umfeld und nachfolgender Eigenbeurteilung ist in der Schlafforschung weit verbreitet, bringt jedoch methodische HĂŒrden mit sich, wenn es darum geht, Erinnerungsfehler von echten WahrnehmungsphĂ€nomenen zu trennen.

Notwendigkeit kombinierter UntersuchungsansÀtze

Um die Mechanismen hinter der Schlafwahrnehmung bei chronischer Insomnie prĂ€ziser aufzuschlĂŒsseln, reichen retrospektive TagebĂŒcher und isolierte Messungen nach Ansicht der Autoren nicht aus. Xiao und Kollegen fordern daher fĂŒr zukĂŒnftige wissenschaftliche Arbeiten ein verĂ€ndertes Versuchsdesign.

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Notwendig seien Studien, die eine kontinuierliche nÀchtliche Erfassung mit einem morgendlichen gezielten Abruf von Erinnerungen verbinden und dies zeitgleich mit physiologischen Messungen koppeln. Nur durch eine solche synchrone Methodik könne ermittelt werden, in welchem Umfang Erinnerungsleistungen, kognitive Verzerrungen und messbare körperliche VorgÀnge zur individuellen EinschÀtzung nÀchtlicher Wachphasen beitragen.

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