Narzissmus in der Krise: Studie zeigt Schutzeffekt gegen Stress
Veröffentlicht am: 09.07.2026 um 05:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Studie aus dem ersten Halbjahr 2026.
Forscher der University of Texas at San Antonio haben 139 Studierende unter Stress gesetzt. Die Ergebnisse sind verblĂĽffend: Menschen mit narzisstischen ZĂĽgen empfinden weniger Angst und ihr Blutdruck steigt kaum. Bei Probanden mit psychopathischen Merkmalen blieb sogar die Herzfrequenz niedrig.
Warum Machiavellismus nicht hilft
Die Studie wurde im Mai im International Journal of Psychophysiology veröffentlicht. Sie untersuchte die sogenannte „Dunkle Triade“ – Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus.
Nur Letzterer zeigte keine stressmildernde Wirkung. Die Forscher vermuten: Bestimmte asoziale Charakterzüge wirken wie ein Schutzschild gegen die körperlichen Folgen von Belastung.
Der D-Faktor bleibt stabil
Die Psychologie beschäftigt sich zunehmend mit dem D-Faktor (Dark Factor of Personality). Er beschreibt den gemeinsamen Kern dunkler Merkmale wie Egoismus, Sadismus und Machiavellismus.
Langzeitstudien aus diesem Jahr belegen: Der D-Faktor bleibt über mindestens vier Jahre stabil. Menschen mit hohen Werten meiden gezielt soziale Berufe. Für die Personalpsychologie ist das hochrelevant – schließlich hängen berufliche Orientierung und individuelle Resilienz eng zusammen.
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KI hilft im Contact Center
Doch nicht nur die Persönlichkeit beeinflusst die Stressresistenz. Eine Feldstudie der Universität St. Gallen zeigt: Technik hilft ebenfalls.
In Kooperation mit Innosuisse testeten die Forscher eine KI-Assistenz in Contact Centern. Ergebnis: Die Pupillenweite und Hautleitfähigkeit der Mitarbeiter sanken – objektive Stressmarker. Die Systeme verkürzen nicht nur Anrufe, sondern unterstützen besonders in schwierigen Gesprächen.
Stressresilienz ĂĽber Generationen
Die Forschung geht noch weiter. Eine Mausstudie im Fachjournal Molecular Psychiatry deutet an: Stressresistenz lässt sich vererben.
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Muttertiere, die mit bestimmten Umweltbakterien behandelt wurden, gaben die Widerstandsfähigkeit an ihre männlichen Nachkommen weiter. Die Organe der Jungtiere – etwa Milz und Thymus – litten weniger unter Stressfolgen.
Eine GWAS-Studie identifizierte zudem 78 genetische Regionen, die mit Intelligenz und psychischer Gesundheit zusammenhängen. Unterschiedliche kognitive Profile – etwa Reaktionsgeschwindigkeit versus gefestigtes Wissen – zeigen dabei variierende Risiken für psychiatrische Erkrankungen.
Das Gesamtbild ist komplex: Technische Hilfsmittel, biologische Faktoren und selbst vermeintlich negative Persönlichkeitsmerkmale spielen zusammen. Manchmal ist das Dunkle eben doch funktional.
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