Natron und Immunsystem: Humanstudie zeigt Verschiebung zu weniger Entzündung
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine Untersuchung des Medical College of Georgia liefert detaillierte Einblicke in die immunologische Wirkung von gelöstem Natron. In einer kontrollierten Humanstudie prüften die Forscher, wie sich die orale Aufnahme einer einfachen Natriumhydrogencarbonat-Lösung auf Entzündungsparameter und zelluläre Komponenten des Immunsystems auswirkt, wie das Fachportal forschung-und-wissen.de in einem Bericht vom 03.11.2026 darlegt.
Beobachtete Verschiebungen im Immunprofil
Im Rahmen der Erhebung nahmen zwölf gesunde Personen mit einem Durchschnittsalter von 27 Jahren einmalig eine Lösung aus 2 g Natriumhydrogencarbonat in 250 ml Wasser zu sich. Eine Kontrollgruppe aus sechs Probanden trank stattdessen 1,39 g Natriumchlorid in derselben Wassermenge, was der identischen molaren Natriummenge entsprach.
Die anschließende Blutanalyse mittels Durchflusszytometrie zeigte deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Unter dem Einfluss von Natron ging der Anteil proinflammatorischer M1-Makrophagen sowie TNF-?-positiver Neutrophiler spürbar stärker zurück als nach der Einnahme von Kochsalz. Zugleich verzeichneten die Wissenschaftler eine Zunahme entzündungshemmender M2-Makrophagen.
Zeitlich traten die stärksten Rückgänge nicht direkt nach einer Stunde auf, sondern erst bei der zweiten und dritten Blutprobe. Die veränderte Zusammensetzung der Immunzellen blieb für mindestens 4 Stunden nachweisbar. Auf biochemischer Ebene veränderte sich zudem der Elektrolythaushalt: Das Serum-Kalium sank bei den Teilnehmern der Natron-Gruppe von 4,3 auf 3,9 mmol/l.
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Zelluläre Mechanismen in Tiermodellen
Ergänzend zu den Untersuchungen am Menschen führte das Medical College of Georgia Experimente an Sprague-Dawley- sowie Dahl-salzsensitiven Ratten durch. In diesen Modellen zeigte sich die Verschiebung von M1- zu M2-Makrophagen nicht nur im Blut, sondern ebenso in Milz und Nieren.
Zudem registrierten die Forscher einen Anstieg regulatorischer, FOXP3-positiver CD4-T-Zellen. Bei den Tieren war diese immunmodulatorische Wirkung über mehrere Tage hinweg messbar.
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Dabei erwies sich die Milz als zentrales Schaltorgan. Wurde das Organ operativ entfernt oder erfolgte eine Scheinoperation, blieb der Effekt vollständig aus. Histologische Analysen zeigten, dass sich Mesothelzellen der Milzkapsel für PGP9.5 und Acetylcholinesterase anfärben ließen, was auf eine neuronale Signalübertragung hindeutet.
Dass spezifische Signalwege beteiligt sind, untermauerten weitere Tests mit pharmakologischen Hemmstoffen. Wurde den Tieren Methyllycaconitin verabreicht, ein Hemmer des ?7-nikotinischen Acetylcholin-Rezeptors, blockierte dies den Effekt ebenso wie der Einsatz des Protonenpumpenhemmers Esomeprazol.
Grenzen der bisherigen Befunde
Trotz der gemessenen Veränderungen betonen die Wissenschaftler des Medical College of Georgia die Grenzen der Aussagekraft. Die Untersuchung überprüfte weder eine konkrete Heilwirkung noch therapeutische Effekte bei bestehenden Krankheiten. Aus den Ergebnissen lässt sich folglich keine medizinische Dosierungsempfehlung für den Einsatz im Alltag ableiten.
