Intel, BauplÀne

Intel legt BauplĂ€ne fĂŒr Chipfabrik in Magdeburg auf Eis

16.09.2024 - 22:25:40

Neben Dresden sollte Magdeburg im Osten Deutschlands zu einem Zentrum der Chipindustrie aufsteigen. Doch daraus wird vorerst nichts.

Der kriselnde Chipkonzern Intel legt den Bau eines Werks in Magdeburg auf Eis. Das Projekt werde voraussichtlich um zwei Jahre verzögert, teilte Firmenchef Pat Gelsinger mit. Intel kÀmpft mit Verlusten und hat ein Sparprogramm eingeleitet.

3000 ArbeitsplÀtze in Magdeburg geplant

Intel hatte in Sachsen-Anhalt den Bau von zunĂ€chst zwei Chip-Fabriken angekĂŒndigt. Der erste Spatenstich war fĂŒr dieses Jahr angepeilt worden. Dabei sollten rund 3000 ArbeitsplĂ€tze entstehen. Die Investition wurde auf rund 30 Milliarden Euro beziffert. Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr staatliche Hilfen von 9,9 Milliarden Euro fĂŒr die Ansiedlung in Aussicht gestellt.

Noch vor wenigen Monaten hatte Gelsinger gesagt, dass in Magdeburg die modernsten Produktionsverfahren zum Einsatz kommen sollten, mit denen Intel zur erfolgreicheren Konkurrenz aufschließen will. Der Produktionsbeginn war fĂŒr 2027 oder 2028 erwartet worden.

Massives Sparprogramm

Intel steht unter Druck. Allein im vergangenen Quartal fuhr der Konzern einen Milliardenverlust ein - und Analysten rechnen noch mit weiteren roten Zahlen. Konzernchef Pat Gelsinger steuert gegen und kĂŒndigte Anfang August den Abbau von rund 15.000 ArbeitsplĂ€tzen an. Das sind etwa 15 Prozent der Belegschaft. Insgesamt will er zum kommenden Jahr mehr als zehn Milliarden Dollar einsparen.

Auch die PlĂ€ne in Polen werden fĂŒr diese Zeit ausgesetzt. Zugleich bekrĂ€ftigte Intel Investitionen in neue Werke im Heimatmarkt USA und entwickelt neue Chips mit der Cloud-Sparte von Amazon. 

Eine erste Baugenehmigung fĂŒr die Fabriken in Magdeburg war vor einigen Wochen bereits erteilt worden. Dem war eine mehrmonatige PrĂŒfung eines rund 2000-seitigen Bauantrages und eines Anhörungsverfahrens von VerbĂ€nden und Kommunen vorausgegangen.

Die EU-Kommission hĂ€tte der Förderung der Bundesregierung noch zustimmen mĂŒssen. Vertreter der Landesregierung von Sachsen-Anhalt hatten sich zuletzt immer wieder optimistisch gezeigt, dass die EU bis Ende des Jahres die staatlichen Hilfen freigeben und anschließend der Bau starten wĂŒrde.

Intel dominierte einst die Branche

Zu Gelsingers Strategie gehört, dass Intel stĂ€rker zum Auftragsfertiger fĂŒr andere Chip-Entwickler wird. Dabei soll der Konzern modernste Produktionsverfahren meistern, um im Wettbewerb gegen etablierte Produzenten wie TSMC aus Taiwan zu bestehen. Teil dieser PlĂ€ne war auch der Bau des Werks in Magdeburg.

Intel dominierte einst die Chipbranche, fiel dann aber zurĂŒck. Ein entscheidender Moment war der verlorene Kampf um den Platz in Smartphones. Intel hoffte, die StĂ€rke im PC-GeschĂ€ft auf die Mobil-GerĂ€te zu ĂŒbertragen - doch bei den Computer-Handys setzten sich sparsamere Prozessoren durch. Smartphone-Chips kommen somit nicht von Intel, sondern von Wettbewerbern wie Qualcomm oder TSMC.

@ dpa.de