Neiguan-Punkt: Akupressur soll Magenkrämpfe und Bauchschmerzen lindern
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 05:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Stimulation bestimmter Akupressurpunkte gewinnt im Alltag zunehmend an Bedeutung zur nichtmedikamentösen Linderung von funktionellen Magen-Darm-Beschwerden. Berichten zufolge gilt insbesondere der sogenannte Neiguan-Punkt, in der Fachterminologie als Perikard 6 oder PC6 bezeichnet, als wirksame Option bei Magenkrämpfen, Unwohlsein und Bauchschmerzen.
Neben der einfachen manuellen Druckausübung oder dem Einsatz spezieller Armbänder belegen auch klinische Untersuchungen zur Akupunktur die physiologischen Mechanismen dieser Reizung.
Physiologische Mechanismen über Nervensystem und Magenrhythmik
Klinische Forschungen zur Stimulation des Perikard-6-Punkts zeigen, dass die Reizung das autonome Nervensystem reguliert und die Magenrhythmik stabilisiert. Auf neurophysiologischer Ebene verläuft die Signalweiterleitung über den medianen Nerv zum Hypothalamus. Dies führt zu einer Freisetzung von Beta-Endorphinen im Liquor, welche über sogenannte Mu-Opioid-Rezeptoren den Brechreflex hemmen.
Zudem normalisiert eine gezielte Modulation von ACTH sowie des Vagusnervs die sogenannte Slow-Wave-Aktivität des Magens, was krampfartigen Zuständen entgegenwirkt.
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In klinischen Vergleichsstudien erwies sich die Stimulation als vergleichbar wirksam wie herkömmliche Gaben von Vitamin B6 oder Ingwer. Hinsichtlich der Häufigkeit von Würgereizen zeigte sich die Methode diesen Ansätzen teilweise sogar überlegen.
Im medizinischen Kontext gilt das Verfahren als nebenwirkungsarme Alternative zu Präparaten wie Diclegis, einer Kombination aus Doxylamin und Pyridoxin, da Beschwerden wie Müdigkeit, Verstopfung oder Leberschäden ausbleiben. Erste Verbesserungen stellen sich meist nach 1 bis 3 Sitzungen ein; in Phasen ausgeprägter Symptomspitzen wird eine wöchentliche Erhaltungsanwendung empfohlen.
Anwendung bei Schwangerschaftsbeschwerden und im Alltag
Besondere Relevanz besitzt der Punkt bei Übelkeit und flauem Magen während der Schwangerschaft. Insbesondere im zweiten Trimester, wenn die wachsende Gebärmutter mechanischen Druck auf Magen und Darm ausübt und das Hormon Progesteron die Verdauungsmuskulatur entspannt, verlangsamt sich die Magen-Darm-Passage spürbar.
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Zu den typischen Beschwerden zählen Übelkeit vor oder nach Mahlzeiten, Völlegefühl, Sodbrennen, Blähungen sowie Appetitlosigkeit. Auch Stress, Müdigkeit oder Ernährungsumstellungen können die Symptomatik verstärken.
In solchen Phasen werden unter anderem Akupressur-Armbänder empfohlen, die kontinuierlichen Druck auf den P6-Punkt am Unterarm ausüben. Grundsätzlich gilt die Akupunkturbehandlung in allen Trimestern als sicher, sofern sie durch lizenzierte Fachkräfte mit geburtshilflicher Zusatzausbildung erfolgt.
Bestimmte Punkte dürfen während der Schwangerschaft jedoch keinesfalls stimuliert werden; dazu zählen die Akupunkturpunkte LI4 (He Gu), SP6 (San Yin Jiao) sowie BL60 (Kun Lun).
Begleitende Maßnahmen und Warnsignale
Neben der gezielten Akupressur raten Fachleute Betroffenen zu Anpassungen im Alltag. Bei Verdauungsbeschwerden und Übelkeit empfehlen sich mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sowie leicht verdauliche Nahrungsmittel wie gekochtes Gemüse, Reis, Kartoffeln, Haferflocken oder mageres Fleisch und Fisch. Zudem tragen Ingwertee, langsames Essen, ausreichendes Trinken zwischen den Mahlzeiten und leichte Bewegung zur Entlastung bei.
Treten jedoch schwerwiegende Symptome auf – darunter starker Gewichtsverlust, die Unfähigkeit zur Nahrungsaufnahme, anhaltende schwere Bauchschmerzen, Fieber oder Blutungen –, ist eine eigenständige Behandlung nicht ausreichend. In diesen Fällen ist eine umgehende ärztliche Abklärung erforderlich.

