NetworkManager 1.58: Linux erhält IPv6-only und Wi-Fi 6E-Support
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 23:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die neue Version bringt bahnbrechende Neuerungen für IPv6, WLAN und Sicherheit.
Fünf Monate Entwicklungsarbeit, 407 einzelne Code-Änderungen – das Ergebnis kann sich sehen lassen. NetworkManager 1.58, veröffentlicht am heutigen Donnerstag, rüstet Linux-Systeme für die Zukunft der Vernetzung. Besonders im Fokus: IPv6-only-Umgebungen, modernste WLAN-Standards und verbesserte Sicherheitsmechanismen.
IPv6-only wird alltagstauglich
Ein zentrales Feature der neuen Version ist die Unterstützung von CLAT (464XLAT) via BPF. Diese Technik übersetzt IPv4-Datenverkehr in IPv6 und umgekehrt. Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert, erlaubt aber Geräten in reinen IPv6-Netzen den Zugriff auf Dienste, die nur über IPv4 erreichbar sind.
Ergänzt wird dies durch die Implementierung von RFC 8925, das eine IPv6-only-Präferenz in DHCPv4 ermöglicht. Zusammen mit verbesserter Kompatibilität zu RFC 6877 und RFC 3442 verspricht das Update stabilere Routing- und Konfigurationsmöglichkeiten – ein wichtiger Schritt, da immer mehr Provider weltweit auf IPv6 setzen.
Wi-Fi 6 GHz und moderne Tunnel-Technik
Die Zeiten überfüllter 2,4- und 5-GHz-Bänder könnten bald vorbei sein. NetworkManager 1.58 unterstützt nun die 6-GHz-Bandauswahl für Wi-Fi. Das kommt vor allem Besitzern von Wi-Fi 6E- und Wi-Fi 7-Hardware zugute, die so das weniger frequentierte 6-GHz-Spektrum gezielt ansteuern können.
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Für virtuelle und Cloud-Umgebungen hält das Update GENEVE-Tunnel (Generic Network Virtualization Encapsulation) bereit. Administratoren erhalten damit mehr Flexibilität beim Aufbau virtueller Overlay-Netzwerke. Hinzu kommen ein 64-stelliger hexadezimaler Pre-Shared Key für WPS-Zugangsdaten und verbesserte Energiesparfunktionen beim Einsatz des iwd-Backends.
Sicherheitslücken geschlossen
Das Entwicklerteam hat mehrere Sicherheitslücken behoben, darunter die als CVE-2026-10805 gelistete Schwachstelle bei der Validierung von Hostnamen und MUD-URLs (Manufacturer Usage Description). Ebenfalls geflickt: eine Out-of-Bounds-Read-Lücke im DHCPv4-Client. Zudem gelten nun strengere Berechtigungsprüfungen für 802.1X-Zertifikate bei privaten Verbindungen.
Werkzeuge aufgewertet
Die Verwaltungstools wurden ebenfalls überarbeitet:
- nmcli: Das Kommandozeilen-Tool verwaltet jetzt WireGuard-Peers nativ.
- nmtui: Die terminalbasierte Oberfläche bietet einen neuen Geräteauswähler, die Möglichkeit zum erneuten Scannen von WLAN-Netzen und kann WLAN-Zugangsdaten per QR-Code teilen. Praktisch: vim-ähnliche Suchmuster erleichtern die Navigation in langen Listen.
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Abschied von Altlasten
NetworkManager 1.58 verabschiedet sich von veralteten Komponenten. Das Autotools-Build-System wurde entfernt – die Umstellung auf moderne Build-Werkzeuge ist damit abgeschlossen. Ebenfalls gestrichen oder als veraltet markiert: Wireless Extensions (WEXT), das dhclient-Backend und dhcpcanon.
Das Update reiht sich ein in eine Woche voller Neuigkeiten aus der Linux-Welt. Intel veröffentlichte am Dienstag seine Compute Runtime Version 26.27.39122.11, AMD stellte am heutigen Donnerstag die EPYC-9006-"Venice"-Prozessorserie vor, und Raspberry Pi erweiterte am Mittwoch sein Hardware-Portfolio um ein 10-Zoll-Multi-Touch-Display für umgerechnet rund 74 Euro.
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