Neura Robotics: 4NE1 Gen 4 ist 20 Prozent leichter als sein Vorgänger
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deNeura Robotics und die Technische Universität München haben am 22. Oktober 2026 das TUM RoboGym am LabCampus in der Nähe des Münchner Flughafens eröffnet. Die Einrichtung dient dem Training physischer künstlicher Intelligenz für humanoide Roboter und soll reale Interaktionsdaten liefern, um allgemeine Fähigkeiten von Robotersystemen weiterzuentwickeln.
Trainingsinfrastruktur auf 2.300 Quadratmetern
Das neu eröffnete Zentrum umfasst eine Fläche von 2.300 m² und verfügt über 48 Trainingszellen sowie anfangs rund 100 Roboter, darunter Humanoide, Serviceroboter und Roboterarme.
Das Vorhaben ist als Drei-Jahres-Projekt angelegt und umfasst ein Gesamtvolumen von rund 17 Mio. Euro (ca. 19,1 Mio. USD). Davon bringt Neura Robotics ca. 11 Mio. Euro (ca. 12,3 Mio. USD) auf.
Den Betrieb übernehmen das Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (TUM MIRMI) und Neura gemeinsam. Die Erhebung von Daten erfolgt über drei zentrale Wege: die reale Ausführung durch Roboter, menschliche Demonstrationen mittels Motion Capture und Teleoperation sowie Simulationen.
Erste industrielle Einsatzszenarien umfassen die Bauteilbeladung, Komponentenmontage, Werkzeugbedienung, Flaschenabfüllung sowie das Verpackungs- und Kartonhandling. Externe Firmen, Institute und Universitäten erhalten die Möglichkeit, Zugang anzufragen; die Universität bietet hierfür ein Modell für Training als Dienstleistung an.
Das Zentrum ist aktuell noch nicht vollständig implementiert, der Schwerpunkt liegt auf der Schulung und Datengenerierung statt auf direkter Systemintegration in Betrieben.
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Bereits im September 2026 war ein anfänglicher Trainingsbetrieb mit Unternehmen aus über zehn Branchen angelaufen, darunter Automobilbau, Pharma, Medizintechnik, Verpackung, Logistik, Landwirtschaft und Pflege. Zu den Partnern des RoboGyms gehört unter anderem Schaeffler.
Mehr als 2.600 Unternehmen haben sich um Plätze beworben, zudem besteht eine Kooperation mit Bosch, in deren Rahmen über 1.000 Arbeitskräfte mit Sensoranzügen ausgestattet werden. Neura-Chef David Reger betonte hierzu, dass reale Daten die größte technische Herausforderung darstellten und über das Netzwerk an Trainingszentren gesammelt werden sollen.
Neuer humanoider Roboter 4NE1 Gen 4 vorgestellt
Im Rahmen der Eröffnung am 22. Oktober 2026 präsentierte Neura Robotics die vierte Generation des humanoiden Roboters 4NE1, der auch auf der NVIDIA GTC Berlin gezeigt wurde.
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Nach Unternehmensangaben ist das Modell 20 Prozent leichter als sein Vorgänger, wobei bisher keine unabhängigen Messungen vorliegen. Die Maschine weist bei einer Körpergröße von 1,8 Metern ein Gewicht von ca. 64 kg auf und ist mit einem schwarzen Textilüberzug für kollaborative Einsätze ausgestattet.
Technisch setzt das System auf eine überarbeitete Handmechanik für präziseres Greifen sowie eine Architektur mit autonom agierenden Gliedmaßen. Jede Gliedmaße verfügt über eigene Qualcomm-Dragonwing-Robotics-Prozessoren auf Gelenkebene, um Reflexe, Griffkraft und Balance lokal zu steuern.
Als Softwarebasis dient das am 14. Oktober 2026 vorgestellte Basismodell Neuron AI, das Wahrnehmung, Sprache und Aktion verknüpft, mehrere Sensorströme verarbeitet und ohne Cloudanbindung lokal arbeitet. Kundenseitig verifizierte Erfolgsraten für Aufgaben, Interventionshäufigkeiten oder Betriebskosten liegen für die neue Generation laut Neura bisher nicht vor.
Über die unternehmenseigene Neuraverse-Plattform sollen die für die Serienfertigung konzipierten Roboter neu erlernte Fähigkeiten austauschen. Bis zum Jahresende 2026 plant Neura den weltweiten Betrieb von fünf Zentren, darunter Standorte an der RWTH Aachen mit 3.000 m² Fläche und in Hangzhou in Zusammenarbeit mit Alibaba Cloud. Zehn weitere Einrichtungen befinden sich in der Planung.
