NeuroEpiTool: Smartphone-App erreicht starke Übereinstimmung bei drei Tests
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 20:34 Uhr | Redaktion boerse-global.deWeltweit sind geschätzt 3,4 Milliarden Menschen (Spanne 3,20–3,62 Milliarden) von neurologischen Erkrankungen und Störungen betroffen. In vielen Regionen mangelt es jedoch an geschultem Fachpersonal, um zeitnahe Untersuchungen durchzuführen. Einen Ansatz zur Schließung dieser Versorgungslücke bietet die Anwendung NeuroEpiTool.
Das System ermöglicht es Gesundheitspersonal ohne spezifische neurologische Fachausbildung, fundierte neurologische Untersuchungen vorzunehmen und auszuwerten. Für die Durchführung werden lediglich ein Smartphone, ein Stift und eine funktionierende Internetverbindung benötigt, wie aus einem Bericht vom 25. Oktober 2026 hervorgeht.
Interne Validierung an einer internationalen Kohorte
Die Zuverlässigkeit des digitalen Verfahrens wurde im Rahmen einer internen Validierungsstudie mit insgesamt 80 Teilnehmern untersucht. Das Probandenkollektiv setzte sich aus 29 Personen in Italien und 51 Personen in Benin zusammen, das mittlere Alter lag bei 53,6 Jahren.
Das Spektrum der eingeschlossenen Krankheitsbilder war heterogen zusammengestellt:
- 24 Personen mit Multipler Sklerose (MS)
- 18 Personen mit Schlaganfall
- 5 Personen mit Epilepsie
- 3 Personen mit Parkinson-Krankheit
- 15 Personen mit sonstigen neurologischen Diagnosen
- 13 Kontrollpersonen ohne neurologische Beeinträchtigung
Übereinstimmung variiert je nach Untersuchungsbereich
Die Auswertung der Testergebnisse erfolgte über den statistischen Kennwert Cohen's Kappa, der den Grad der Übereinstimmung zwischen der Smartphone-basierten Anwendung und der fachärztlichen Beurteilung abbildet. Die Resultate fielen je nach anatomischer und funktioneller Domäne unterschiedlich aus.
Eine starke Übereinstimmung wurde in drei Bereichen dokumentiert:
- Oberflächensensibilität mit einem Wert von 0,83
- 30-Sekunden-Aufsteh-Test mit einem Wert von 0,82
- Prüfung des Gesichtsfelds mit einem Wert von 0,80
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Eine moderate Übereinstimmung zeigte sich bei der kognitiven Überprüfung mit 0,74, beim Gehen auf einer Linie mit 0,69 sowie bei der Untersuchung des Fazialisnervs mit einem Wert von 0,60.
Schwächere Übereinstimmungswerte ergaben sich hingegen bei spezifischen motorischen Tests: Der Pronator-Drift der oberen Extremität erreichte einen Wert von 0,57, die Prüfung der Augenbewegung lag bei 0,54 und der Nase-Finger-Versuch verzeichnete einen Wert von 0,51.
Hohe Akzeptanz in der Handhabung
Neben der diagnostischen Genauigkeit wurde auch die praktische Anwendbarkeit im Arbeitsalltag erhoben. In der standardisierten Bewertung über die System Usability Scale erreichte NeuroEpiTool einen Wert von 81,88 bei einer Standardabweichung (SD) von 10,87.
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Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial digitaler Assistenzsysteme, grundlegende neurologische Erstbewertungen auch in ressourcenarmen Umgebungen zugänglich zu machen. Während einfache funktionelle Tests und Sensibilitätsprüfungen eine hohe Verlässlichkeit zeigen, deuten die moderaten bis schwächeren Werte in feinmotorischen und okulomotorischen Bereichen darauf hin, dass bestimmte Module künftig weiter verfeinert werden müssen.
