NFC-Angriffe: Betrugsfälle auf Android um 188 Prozent gestiegen
14.06.2026 - 20:06:45 | boerse-global.de
Die Rede ist von NFC-Angriffen auf Android-Smartphones. Die Zahl solcher Attacken ist in den ersten vier Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 188 Prozent gestiegen. Das Sicherheitsunternehmen Kaspersky hat zwischen Januar und April 2026 rund 35.600 solcher Vorfälle vereitelt – ein drastischer Anstieg gegenüber den 12.300 Fällen im gleichen Zeitraum 2025.
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Besonders betroffen sind Russland, Lateinamerika und Europa. Die Täter nutzen dabei die Nahfeldkommunikation (NFC) der Geräte aus, die eigentlich für kontaktloses Bezahlen gedacht ist.
Zwei Methoden, ein Ziel: Ihr Konto
Sicherheitsexperten unterscheiden zwei Hauptangriffsvektoren: Direct NFC und Reverse NFC. Beide Methoden erlauben es Kriminellen, die kurze Funkreichweite der Smartphones für unbefugte Transaktionen zu missbrauchen. Die technischen Lücken sind dabei raffinierter, als man denkt – die Täter müssen das Opfer nicht einmal um eine PIN oder Unterschrift bitten.
Ein besonders dreister Fall sorgte in den USA für Aufsehen. Eine Frau namens Emilie Kostecka aus Chicago verlor 5.000 Dollar durch einen sogenannten Ghost-Tapping-Betrug. Vor einem Target-Supermarkt sprachen Fremde sie an und gaben vor, Spenden zu sammeln. Nachdem sie kurz ihr Handy in der Hand hatten, wurde eine Abbuchung über 5.000 Dollar für angebliche Tischlerarbeiten ausgelöst. Die Bank erstattete das Geld erst, nachdem der Fall wieder aufgerollt worden war.
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Wie Sie sich schützen können
Die Verbraucherschutzorganisation Better Business Bureau (BBB) warnt vor der Zunahme solcher Betrugsmethoden. Die Täter setzen auf manipulierte Kartenlesegeräte und geschickte soziale Manipulation, um die kontaktlose Bezahlfunktion auszunutzen.
Die wichtigsten Schutzmaßnahmen im Überblick:
- RFID-blockierende Hüllen oder Geldbörsen verwenden, um unbefugtes Auslesen zu verhindern
- Tap-to-Pay oder NFC in den Smartphone-Einstellungen deaktivieren, wenn die Funktion nicht aktiv benötigt wird
- Kreditkarten bevorzugen, da sie oft einen besseren Betrugsschutz bieten als direkte Banküberweisungen
Der größere Zusammenhang: Eine Welle digitaler Kriminalität
Der Anstieg der NFC-Angriffe fällt in eine Zeit, in der internationale Behörden verstärkt gegen Finanzkriminalität vorgehen. Erst im Frühjahr dieses Jahres beschlagnahmten US-Behörden über 127.000 Bitcoin im Wert von rund 15 Milliarden Euro. Die Kryptowährung war mit betrügerischen Operationen verknüpft, die zwischen 2018 und 2025 aktiv waren.
Eine Großrazzia in Dubai führte zu 275 Festnahmen und zur Identifizierung von über 20.000 betrügerischen Wallets. Branchenschätzungen zufolge beläuft sich der Gesamtschaden durch digitale Finanzbetrügereien seit 2020 auf rund 75 Milliarden Euro. Ende 2025 hatten Finanzaufsichtsbehörden zudem bestimmte Gruppen als erhebliche Geldwäscherisiken eingestuft – ein klares Zeichen dafür, dass kriminelle Strukturen zunehmend auf neue digitale Plattformen abwandern.
