NFC-Angriffe, Malware

NFC-Angriffe: Malware ermöglicht Kreditbetrug in 13 Minuten

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 12:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Polizei und Sicherheitsfirmen melden vermehrte Angriffe auf mobile Bezahlsysteme. Betrugsmaschen wie Quishing und NFC-Relay-Attacken nehmen deutlich zu.

Quishing, NFC-Malware und Telefonbetrug: Neue Sicherheitsrisiken im Zahlungsverkehr
Ein Smartphone wird neben einem Parkscheinautomaten mit einem aufgeklebten QR-Code gehalten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Polizei Freiburg warnt aktuell vor einer zunehmenden Bedrohung durch sogenanntes Quishing. Bei dieser Betrugsmasche nutzen Kriminelle manipulierte QR-Codes, um unbefugten Zugriff auf Finanzdaten zu erhalten oder Zahlungen umzuleiten. Die Ermittler berichten von Fällen, in denen bereits Geldbeträge ergaunert wurden. Die Warnung reiht sich in eine Serie von Berichten über technisch hochgerüstete Betrugsszenarien im digitalen und mobilen Zahlungsverkehr ein.

Neue Malware-Varianten zielen auf NFC-Schnittstellen

Parallel zu den Warnungen aus Freiburg identifizierten IT-Sicherheitsexperten von Group-IB eine neue Bedrohungslage durch die Malware WindRelay in Kombination mit dem SpyNote-RAT. Diese Software wird gezielt für NFC-Relay-Betrug eingesetzt. Den Analysen zufolge ermöglichen diese Angriffe den Tätern, innerhalb von nur 13 Minuten Kredite aufzunehmen oder NFC-Daten abzugreifen.

Marktbeobachtungen zeigen, dass die Zahl der NFC-Angriffe auf Android-Systeme im Zeitraum von Januar bis April 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 188 Prozent gestiegen ist. Als Hauptzielregionen wurden Tschechien, die Slowakei und Slowenien ausgemacht. Die Experten verweisen auf frühere Kampagnen wie NGate oder Ghost Tap, die zwischen November 2024 und August 2025 Schäden von mehr als 355.000 US-Dollar verursachten. Zur Abwehr wird empfohlen, keine Anwendungen aus unbekannten Quellen zu installieren und bei der Vergabe von Zugriffsrechten für NFC-Schnittstellen äußerste Vorsicht walten zu lassen.

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Bundesweite Zunahme koordinierter Betrugsversuche

Neben technischen Angriffen verzeichnet die Polizei deutschlandweit eine Welle von sozialer Manipulation. In Halle und im Saalekreis führten Ermittler jüngst eine Razzia gegen ein Netzwerk von Telefonbetrügern durch. Sieben Männer im Alter zwischen 15 und 24 Jahren stehen im Verdacht, sich als falsche Polizeibeamte oder Bankmitarbeiter ausgegeben und insbesondere Senioren geschädigt zu haben. Bei den Durchsuchungen wurden Bargeld im unteren fünfstelligen Bereich, Datenträger und ein Fahrzeug sichergestellt. Vier Verdächtige befinden sich in Untersuchungshaft.

Ähnliche Vorfälle meldete die Polizei aus Mittelhessen, Maintal und Bielefeld. In Maintal gelang es Tätern, durch die Übergabe von EC-Karten und PINs mehrere Tausend Euro zu erbeuten. In Ludwigshafen wurde eine Seniorin durch falsche Microsoft-Mitarbeiter um 3.900 Euro gebracht, nachdem diese Fernzugriff auf ihren Computer erhalten hatten. Die Polizei betont in diesem Zusammenhang, dass Behörden oder Unternehmen wie Microsoft niemals unaufgefordert Kontakt aufnehmen, um sensible Daten oder den Zugriff auf Endgeräte zu verlangen.

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Risiken im Reise- und Dienstleistungssektor

Auch im Tourismussektor nehmen Betrugsversuche zu. Das Unternehmen Bitdefender warnt vor Phishing-Kampagnen, die das Portal Booking.com missbrauchen. In Frankreich gaben laut Erhebungen 38 Prozent der Bürger an, im vergangenen Jahr betrügerische Nachrichten erhalten zu haben. Der Hotel-IT-Dienstleister Seekda meldete zudem Phishing-Wellen, bei denen Gäste täuschend echte Nachrichten mit korrekten Buchungsdaten erhielten. Hintergrund ist unter anderem ein am 25. Juli 2026 gemeldeter Datenabfluss beim Anbieter ibelsa, bei dem personenbezogene Informationen entwendet wurden.

Trotz der steigenden Risiken zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage ein differenziertes Bild der Nutzerakzeptanz. Während 55 Prozent der Befragten das Bezahlen per Smartphone für sicher halten – ein Zuwachs von sechs Prozentpunkten innerhalb von zwei Jahren –, herrscht bei automatisierter Finanzverwaltung große Skepsis. Rund 68 Prozent lehnen eine KI-gesteuerte Verwaltung ihrer Finanzen ab, und 86 Prozent äußern Bedenken gegenüber einer KI-basierten Geldanlage. Als Sicherheitsmaßnahmen setzen 73 Prozent der Nutzer auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) sowie regelmäßige Kontrollen ihrer Kontobewegungen.

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