NFC-Skimming: Polizei warnt vor manipulierten Kartenlesern
10.06.2026 - 13:24:37 | boerse-global.de
Die Bundespolizei schlĂ€gt Alarm: Mit immer raffinierteren Methoden versuchen Kriminelle, Reisende an groĂen Bahnhöfen um ihr Geld zu bringen. Eine Mischung aus psychologischer Manipulation und digitaler TĂ€uschung macht die BetrugsfĂ€lle besonders gefĂ€hrlich.
Falsche NotfĂ€lle und manipulierte Ăberweisungen
Besonders perfide: Die TĂ€ter spielen mit der Hilfsbereitschaft ihrer Opfer. In Leipzig und Mannheim hĂ€uften sich in den vergangenen Tagen die VorfĂ€lle. Die Polizei berichtet von Banden, die meist in Gruppen auftreten und Englisch oder gebrochenes Deutsch sprechen. Sie tĂ€uschen dringende Notlagen vor â angeblich verlorene Tickets, medizinische NotfĂ€lle oder fehlendes Bargeld.
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Die Masche lĂ€uft immer Ă€hnlich ab: Die TĂ€ter bieten an, per Smartphone sofort eine Ăberweisung auf das Konto des Opfers zu tĂ€tigen â im Austausch gegen Bargeld. Dann zeigen sie eine gefĂ€lschte BestĂ€tigung auf dem Display. Am 7. Juni wurde ein 21-JĂ€hriger am Mannheimer Hauptbahnhof um 200 Euro betrogen. Die TĂ€ter hatten ihm eine angebliche Ăberweisung von 300 Euro vorgegaukelt. Das Geld kam nie an.
Die Leipziger Polizei nutzt mittlerweile Videoaufzeichnungen, um die TÀter zu identifizieren. Die Behörde appelliert an Reisende, besonders an Fahrkarten- und Geldautomaten wachsam zu sein.
NFC-Skimming: Die unsichtbare Gefahr am Kartenleser
Doch nicht nur persönliche AnnĂ€herungsversuche sind gefĂ€hrlich. In Köln entdeckte die Polizei am 9. Juni einen manipulierten NFC-Kartenleser an einem Parkscheinautomaten nahe des Hauptbahnhofs. Die TĂ€ter hatten ein zweites LesegerĂ€t ĂŒber das Original angebracht, um Daten von kontaktlosen Karten zu stehlen.
Das GerĂ€t wurde am 6. Juni sichergestellt â nachdem ein Nutzer nach einer Zahlung eine verdĂ€chtige Transaktion bemerkt hatte. Mindestens zwei weitere Personen meldeten Ă€hnliche VorfĂ€lle. Die Polizei rĂ€t: Vor dem Bezahlen immer prĂŒfen, ob lose Teile oder KleberĂŒckstĂ€nde am Terminal zu sehen sind.
Mehr Sicherheit in MĂŒnchen: Die âQuattro-Streife"
Der MĂŒnchner Hauptbahnhof bekommt VerstĂ€rkung. Seit dem 9. Juni lĂ€uft dort die Initiative âQuattro-Streife" â ein gemeinsames Sicherheitskonzept von MĂŒnchner Polizei, Bundespolizei, DB Sicherheit und der Sicherheitsabteilung des MĂŒnchner Verkehrsverbunds.
Rund 450.000 Reisende passieren tĂ€glich den Bahnhof. Die neue Streifenkooperation soll das SicherheitsgefĂŒhl verbessern. Dabei sind die Zahlen bereits rĂŒcklĂ€ufig: Von 735 Gewalttaten im Jahr 2024 sank die Zahl auf etwa 550 im Jahr 2025. MĂŒnchen ist die erste bayerische Stadt mit diesem Vier-SĂ€ulen-Modell â nach erfolgreichen Pilotprojekten in Hamburg und Leipzig.
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Vandalismus und der Weg zum bargeldlosen Bahnhof
Auch die Infrastruktur selbst bleibt nicht verschont. In der Nacht zum 8. Juni sprengten Unbekannte einen Fahrkartenautomaten am Haltepunkt Weinböhla zwischen Dresden und Leipzig mit Pyrotechnik. Die Explosion zerstörte das GerĂ€t und beschĂ€digte umliegende GlasflĂ€chen. Der Zugverkehr wurde vorĂŒbergehend eingeschrĂ€nkt.
Die Deutsche Bahn reagiert: An besonders gefĂ€hrdeten Standorten prĂŒft der Konzern den Umstieg auf ausschlieĂlich bargeldlose Zahlung. Ein Schritt, der die grundsĂ€tzliche Frage aufwirft: Wie viel Barrierefreiheit ist möglich â und wie viel Sicherheit nötig?
