Schwarz Digits, Rechenzentrum

Schwarz Digits will Europas Cloud-Riese werden

06.03.2026 - 05:00:06 | dpa.de

Nicht nur Lebensmittelhandel, sondern jetzt auch digitale SouverÀnitÀt made in Europe: Auf ihrem neuen GeschÀftsfeld hat sich die Digitalsparte der Schwarz Gruppe hohe Ziele gesteckt.

  • Im November war der Spatenstich fĂŒr das Schwarz-Digits-Rechenzentrum. (Archiv) - Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
    Im November war der Spatenstich fĂŒr das Schwarz-Digits-Rechenzentrum. (Archiv) - Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
  • Digitale SouverĂ€nitĂ€t ist fĂŒr Rolf Schumann, Co-Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits, Ziel und Verkaufsargument zugleich. (Archivbild) - Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
    Digitale SouverĂ€nitĂ€t ist fĂŒr Rolf Schumann, Co-Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits, Ziel und Verkaufsargument zugleich. (Archivbild) - Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
  • Christian MĂŒller, Co-Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits, sagt:  «Wenn wir eine souverĂ€ne Möglichkeit hinbekommen und das nach unseren deutschen Datenschutzstandards und nach europĂ€ischen Datenschutzstandards, dann ist das ein Exportschlager.» - Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
    Christian MĂŒller, Co-Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits, sagt: «Wenn wir eine souverĂ€ne Möglichkeit hinbekommen und das nach unseren deutschen Datenschutzstandards und nach europĂ€ischen Datenschutzstandards, dann ist das ein Exportschlager.» - Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
  • Im November war der Spatenstich fĂŒr das Schwarz-Digits-Rechenzentrum. (Archiv) - Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
    Im November war der Spatenstich fĂŒr das Schwarz-Digits-Rechenzentrum. (Archiv) - Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
  • Digitale SouverĂ€nitĂ€t ist fĂŒr Rolf Schumann, Co-Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits, Ziel und Verkaufsargument zugleich. (Archivbild) - Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
    Digitale SouverĂ€nitĂ€t ist fĂŒr Rolf Schumann, Co-Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits, Ziel und Verkaufsargument zugleich. (Archivbild) - Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
  • Christian MĂŒller, Co-Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits, sagt:  «Wenn wir eine souverĂ€ne Möglichkeit hinbekommen und das nach unseren deutschen Datenschutzstandards und nach europĂ€ischen Datenschutzstandards, dann ist das ein Exportschlager.» - Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
    Christian MĂŒller, Co-Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits, sagt: «Wenn wir eine souverĂ€ne Möglichkeit hinbekommen und das nach unseren deutschen Datenschutzstandards und nach europĂ€ischen Datenschutzstandards, dann ist das ein Exportschlager.» - Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
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Die Digitalsparte der Schwarz Gruppe, Muttergesellschaft von Lidl und Kaufland, will sich als europĂ€ische Alternative zu Cloud-Computing-MarktfĂŒhrern wie Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure aufstellen. «Das ist das Ziel, was wir haben», sagte Christian MĂŒller, Co-Vorsitzender von Schwarz Digits, der Deutschen Presse-Agentur auf die Frage, ob man sich perspektivisch zutraue, ein «Hyperscaler» zu werden. So nennt man Cloud-Anbieter, die weltweit viele Server betreiben, um ihren Kunden in großem Umfang Speicher fĂŒr Daten, Rechenleistung fĂŒr Programme, KI und weitere Werkzeuge zur VerfĂŒgung zu stellen. 

Kunden mit hohem SicherheitsbedĂŒrfnis 

Um auf dem Weg dorthin voranzukommen, sei es neben vielen anderen Faktoren auch wichtig, staatliche Institutionen als Kunden zu gewinnen. «Da brauchen Sie richtige Services dazu, Sie brauchen die richtigen Kunden dazu und das richtige Ökosystem», sagte er am Rande einer von seinem Unternehmen organisierten Konferenz zur Cybersicherheit in Heilbronn. An all diesen Faktoren arbeite man zurzeit parallel. «Erste große Zielmarke ist 2027 Eröffnung erster Bauabschnitt LĂŒbbenau», fĂŒgte er hinzu. 

Milliarden-Investition in Rechenzentrum 

Die Schwarz Gruppe investiert elf Milliarden Euro in ein neues Rechenzentrum in LĂŒbbenau im brandenburgischen Spreewald. Es handelt sich um die grĂ¶ĂŸte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte. In dem neuen Rechenzentrum werden eigene Daten der Gruppe verarbeitet - also Daten aus Liefer- und Bestellprozessen, BezahlvorgĂ€ngen und Kundenbindungsprogrammen. Speicher und Rechenleistung sollen auch externen Kunden angeboten werden. Eine Zusammenarbeit wurde bisher unter anderem mit der Polizei Baden-WĂŒrttemberg und der Bundesagentur fĂŒr Arbeit vereinbart, die auch Vertreter zu der Konferenz nach Heilbronn schickten. 

Cloud bedeutet, dass Speicherplatz, Datenbanken und verschiedenste Rechenleistungen aus vernetzten Rechenzentren ĂŒber das Internet angeboten werden. Cloud-Anwender mĂŒssen sich dabei nicht selbst um die Wartung der Hard- und Software kĂŒmmern. 

Die Ideen kommen von hier 

Die ErzĂ€hlung, dass die großen Entwicklungen aus den USA kĂ€men und die EuropĂ€er nur bei der Regulierung - etwa von KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) - Vorreiter seien, sei falsch, sagte Co-Chef Rolf Schumann. Er betonte: «Die Ideen kommen wirklich von hier.» Die USA seien vielmehr «ein Verkaufsmarkt». 

Neues politisches Problembewusstsein 

Dass zu große AbhĂ€ngigkeit von IT-Dienstleistern aus China und den USA zum Problem werden kann, sei den meisten politischen Entscheidern erst in den vergangenen zwei Jahren so richtig klar geworden, sagen Experten. Entwicklungen im Ukraine-Krieg spielten hier ebenso eine Rolle wie Spannungen im transatlantischen VerhĂ€ltnis seit dem Beginn der zweiten Amtszeit von US-PrĂ€sident Donald Trump. Als man gemerkt habe, «mit welcher Klarheit eine Regierung Trump ihre Interessen durchsetzt», habe das schon einen Effekt gehabt, sagt Schumann. 

Google und die Unternehmen der Schwarz Gruppe hatten im November 2024 PlĂ€ne fĂŒr eine langfristige Partnerschaft bekanntgegeben. Unter anderem wurde damals angekĂŒndigt, die Unternehmen der Schwarz-Gruppe mit 575.000 Mitarbeitern wĂŒrden auf Google Workspace migrieren, «um Sicherheit, Effizienz und Kontrolle ihrer SouverĂ€nitĂ€t zu maximieren». 

Zweigleisig fahren 

Aus seiner Sicht gelte grundsĂ€tzlich, «wenn es da eine souverĂ€ne Lösung gibt, dann sollte man darauf setzen», sagt MĂŒller. Die Schwarz-Gruppe komme aus dem Handel und da gelte, dass man immer zwei Lieferanten brauche, falls einer einmal ausfallen sollte. «Wir haben bei uns Google im Einsatz, und wenn Google nicht funktionieren sollte, dann nutzen wir Zendis Open Desk als Backup-Lösung.» 

Dabei handelt es sich um eine Verwaltungssoftware, deren Entwicklung von der Bundesregierung als Schritt hin zu mehr UnabhĂ€ngigkeit von außereuropĂ€ischen Dienstleistern finanziert wurde. Die vom Zentrum fĂŒr Digitale SouverĂ€nitĂ€t der Öffentlichen Verwaltung (Zendis) entwickelte Lösung ermöglicht die Nutzung von Cloud-Speicher, E-Mail-Funktionen, Chats, Videokonferenzen und anderen Elementen, unabhĂ€ngig von Produkten oder Dienstleistungen von US-Unternehmen. Sie wird unter anderem auch vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag genutzt.

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