Niksen: Bewusste UntÀtigkeit verbessert GedÀchtnis messbar
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer Gesellschaft, die zunehmend von Leistungsdruck und stĂ€ndiger Erreichbarkeit geprĂ€gt ist, rĂŒcken alternative Konzepte zur StressbewĂ€ltigung in den Fokus von Wissenschaft und Praxis.
Ein zentraler Ansatz ist die aus den Niederlanden stammende Methode âNiksenâ, bei der es um den bewussten Verzicht auf AktivitĂ€ten und Zielsetzungen geht. Aktuelle Untersuchungen und statistische Erhebungen verdeutlichen die Notwendigkeit solcher Entlastungsstrategien vor dem Hintergrund steigender psychischer Belastungen in der Arbeitswelt.
Die Relevanz von Ruhepausen im Kontext von Burnout
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Burnout bereits im Jahr 2019 offiziell als ein arbeitsbedingtes PhĂ€nomen anerkannt. Dass der Bedarf an PrĂ€ventionsmaĂnahmen wĂ€chst, belegen auch nationale Daten. Laut dem TK-Stressreport 2025 fĂŒhlen sich derzeit zwei Drittel der Menschen in Deutschland gestresst. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 lag dieser Wert noch bei 57 Prozent.
Die Journalistin Olga Mecking trug maĂgeblich zur internationalen Bekanntheit von Niksen bei, indem sie den Begriff ĂŒber namhafte Publikationen wie die New York Times sowie ein Fachbuch verbreitete. Im Kern beschreibt die Methode einen Zustand, in dem man sich ohne schlechtes Gewissen dem Nichtstun hingibt, um mentaler Ăberlastung entgegenzuwirken.
Neurowissenschaftliche Wirkmechanismen und GedÀchtnisleistung
Neurowissenschaftliche Erkenntnisse stĂŒtzen die Wirksamkeit dieser bewussten UntĂ€tigkeit. Studien zeigen, dass Niksen das sogenannte âDefault Mode Networkâ (Ruhezustandsnetzwerk) im Gehirn aktiviert. Diese Aktivierung ist eng mit einer verbesserten KreativitĂ€t und einer StĂ€rkung des GedĂ€chtnisses verknĂŒpft.
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Besonders die positiven Effekte auf kognitive Prozesse wurden in der jĂŒngeren Forschung mehrfach belegt:
- Eine im Januar 2026 veröffentlichte Meta-Analyse, die 51 Studien mit insgesamt 142 Effekten auswertete, zeigt, dass Wachruhe einen kleinen bis moderaten positiven Effekt auf das GedĂ€chtnis hat. Dies gelte insbesondere fĂŒr Ă€ltere Menschen sowie Personen mit GedĂ€chtnisstörungen.
- Eine Studie der University of Edinburgh belegte, dass eine zehnminĂŒtige Ruhepause nach dem Hören von Geschichten die Erinnerungsleistung noch nach einer Woche signifikant verbesserte.
- Im Juni 2026 veröffentlichte die Fachzeitschrift Nature Neuroscience eine Untersuchung an MÀusen. Diese zeigte, dass schlafÀhnliche AktivitÀtsmuster im Gehirn die GedÀchtniskonsolidierung selbst bei bestehendem Schlafentzug fördern können.
Psychologische Einordnung und die Rolle der Langeweile
Psychologen betonen die Bedeutung von FreirĂ€umen fĂŒr die psychische Gesundheit. Die Psychologin Sabine Klaver erlĂ€uterte dazu, dass gesunde Langeweile eine vorĂŒbergehende Ruhe ohne konkretes Ziel darstellt. Diese Form der UntĂ€tigkeit helfe dabei, Emotionen zu verarbeiten und fördere die KreativitĂ€t. Klaver warnte zudem vor einer mentalen Erschöpfung durch eine Ăberreizung mittels Smartphones.
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Die bewusste Reduktion von Reizen ist eine Herausforderung, da viele Menschen bereits etablierte StressbewÀltigungsstrategien nutzen, die jedoch oft aktiv gestaltet sind. Laut dem TK-Stressreport 2025 setzen 83 Prozent der Befragten auf SpaziergÀnge, 78 Prozent nutzen Hobbys und 73 Prozent hören Musik zur Entspannung. Niksen geht einen Schritt weiter, indem es die völlige Abwesenheit von produktiven Handlungen fordert.
Empfehlungen fĂŒr die praktische Anwendung
Um Niksen in den Alltag zu integrieren, empfehlen Experten eine schrittweise Herangehensweise. Als praktische Anwendung dienen Mikro-Pausen von etwa fĂŒnf Minuten, die alle zwei bis drei Stunden eingelegt werden sollten. Ziel ist es, dem Gehirn regelmĂ€Ăig kurze Intervalle der Reizarmut zu ermöglichen, um die langfristige LeistungsfĂ€higkeit und mentale Gesundheit zu sichern. Das Konzept wird damit als ergĂ€nzendes Instrument zur Vorbeugung von ErschöpfungszustĂ€nden in einer beschleunigten Arbeitswelt positioniert.
