NIS-2-Gesetz, Kraft

NIS-2-Gesetz tritt in Kraft: 30.000 Unternehmen mĂŒssen aufrĂŒsten

14.06.2026 - 15:11:55 | boerse-global.de

KI-generierte Phishing-Angriffe steigen drastisch, Smishing dominiert. Sparkassen warnen vor kombinierter Betrugswelle aus Mails und Telefonterror.

Phishing-Welle 2026: KI-Angriffe vervierzehnfachen sich
NIS-2-Gesetz - Ein Smartphone-Bildschirm zeigt eine betrĂŒgerische Zahlungs-App, im Hintergrund eine unscharfe, schattenhafte Hacker-Figur. 14.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Rund 82 Prozent aller identifizierten Angriffe gelten als KI-generiert. SchÀtzungen zufolge erkennen etwa 85 Prozent der Nutzer die manipulierten Inhalte nicht als solche.

Smishing auf dem Vormarsch

Besonders stark wĂ€chst der Bereich des Smishing – Betrug via SMS. Er macht inzwischen etwa 35 Prozent aller Angriffe aus. Google hat deshalb Klage gegen die Gruppierung „Outsider Enterprise“ eingereicht. Der Gruppe wird vorgeworfen, ĂŒber das KI-Modell Gemini rund 2,5 Millionen Spam-SMS versendet zu haben.

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Die Ermittlungen deuten auf ein Modell des „Phishing-as-a-Service“ hin. Über 9.000 gefĂ€lschte Seiten und eine Million bösartiger URLs wurden betrieben. Seit 2023 sollen Daten von 3,87 Millionen Kreditkarten gestohlen worden sein. Der Schaden: 1,8 Milliarden Euro. Interpol beziffert den weltweiten Schaden durch Telefonbetrug mittlerweile auf ĂŒber 400 Milliarden Euro.

Auch Zahlungsdienstleister geraten ins Visier. In Muradabad verlor ein Mitarbeiter durch einen Smartphone-Hack rund 2,85 Lakh ĂŒber den Dienst Paytm. Die Behörden vermuten Malware oder Device-Cloning als Ursache – der Nutzer hatte keine Einmalpasswörter geteilt.

Sparkassen warnen vor kombinierter Betrugswelle

Die Sparkassen schlagen Alarm: Kriminelle kombinieren Phishing-Mails mit anschließendem Telefonterror. Sie versuchen, Online-Banking-Zugangsdaten zu erlangen und die Opfer telefonisch zur Freigabe von TANs zu drĂ€ngen. Die Sparkasse rĂ€t: Wer Daten auf verdĂ€chtigen Seiten eingegeben hat, sollte ZugĂ€nge sofort sperren lassen.

Internationale VorfĂ€lle zeigen die Verwundbarkeit staatlicher Finanzstrukturen. Mitte Juni kam es im Iran zu einem großflĂ€chigen Cyberangriff auf mehrere staatliche Banken. Die Gruppe „Black Wolves“ bekannte sich zu der Tat. Online-Zahlungssysteme in SupermĂ€rkten und an Tankstellen fielen zeitweise aus, auch Geldautomaten in Teheran waren betroffen.

Gefahr an FlughÀfen und Bahnhöfen

Sicherheitsanalysten warnen vor „Evil Twin“-Angriffen an öffentlichen Orten. Angreifer nutzen gefĂ€lschte WLAN-Hotspots, um den Datenverkehr umzuleiten. Ziel: Krypto-Wallets durch manipulierte Login-Masken oder Update-Hinweise leerzurĂ€umen. Experten empfehlen, auf Reisen keine neuen Wallets einzurichten und Seed-Phrasen ausschließlich offline zu verwahren.

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Harte Strafen und neue Gesetze

Die Justiz reagiert mit deutlichen Urteilen. Das Landgericht OsnabrĂŒck verurteilte Beteiligte an Schockanrufen zu 5,5 Jahren Haft. In Mannheim verlor eine Seniorin durch diese Methode 50.000 Euro.

Auf technischer Ebene schließt Microsoft im Juni-Update ĂŒber 200 Patches, darunter die kritische LĂŒcke CVE-2026-45586. Parallel trat das NIS-2-Umsetzungsgesetz in Kraft. Rund 30.000 Unternehmen sind betroffen – die Anforderungen an Cybersicherheit verschĂ€rfen sich deutlich.

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