Nitrit, Darmkrebs

Nitrit und Darmkrebs: Bei MĂ€nnern steigt das Risiko im distalen Kolon um 50 Prozent

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 20:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schwedische Langzeitdaten zeigen bei MĂ€nnern einen Zusammenhang zwischen hoher Nitritzufuhr und Darmkrebs; fĂŒr Nitrat ergab sich keiner.

Karolinska-Studie: Nitritaufnahme bei MĂ€nnern mit Darmkrebsrisiko verbunden
Frisches BlattgemĂŒse wie Spinat und Rucola sowie Rote Bete auf einem hölzernen Untergrund. Illustration mit AI erstellt.

Eine Untersuchung des schwedischen Karolinska Institutet liefert differenzierte Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Nitrit sowie Nitrat und dem Auftreten von Darmkrebs.

Die Analyse stĂŒtzt sich auf Langzeitdaten von 82.009 Erwachsenen aus zwei schwedischen Kohorten ĂŒber den Zeitraum von 1998 bis 2022, in welchem insgesamt 3.170 DarmkrebsfĂ€lle erfasst wurden. Die Auswertungen verdeutlichen, dass zwischen den beiden chemisch verwandten Verbindungen erhebliche Unterschiede hinsichtlich des Erkrankungsrisikos bestehen.

Erhöhtes Risiko bei MÀnnern im distalen Kolon

Die Ergebnisse der Kohortenstudie weisen darauf hin, dass ein statistischer Zusammenhang primĂ€r bei der Aufnahme von Nitrit vorliegt, wĂ€hrend sich die Effekte stark nach Geschlecht und Tumorlokalisation unterscheiden. MĂ€nner, deren Zufuhr an Nitrit im höchsten FĂŒnftel lag, wiesen im Vergleich zum niedrigsten FĂŒnftel ein um 23 Prozent höheres Risiko fĂŒr Darmkrebs auf.

Eine noch stĂ€rkere Korrelation zeigte sich bei einer isolierten Betrachtung des distalen Kolons: In diesem Abschnitt des Dickdarms lag das Erkrankungsrisiko bei MĂ€nnern mit dem höchsten Konsum um 50 Prozent ĂŒber dem der Vergleichsgruppe mit dem geringsten Verzehr. Bei Frauen ließ sich hingegen kein entsprechendes Muster im Rahmen der Studiendaten feststellen.

Nahrungsquellen und die Rolle von Zusatzstoffen

Ein zentraler Aspekt der Untersuchung betrifft die Herkunft der beiden Stoffe ĂŒber die tĂ€gliche ErnĂ€hrung. Bei Nitrat zeigte sich in den Auswertungen ĂŒberhaupt keine Assoziation mit dem Darmkrebsrisiko. Diese Verbindung wird ĂŒberwiegend durch pflanzliche Lebensmittel aufgenommen. Zu den Hauptquellen von Nitrat zĂ€hlen GemĂŒsesorten wie Spinat, Rote Bete, Rucola sowie verschiedene Blattsalate.

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Die neue Auswertung des Karolinska Institutet trennt erstmals klar zwischen Nitrit und Nitrat: Nitrat aus GemĂŒse zeigte keine Assoziation mit Darmkrebs, wĂ€hrend MĂ€nner mit der höchsten Nitrit-Zufuhr im distalen Kolon ein um 50 Prozent höheres Risiko aufwiesen. Wer tĂ€glich Wurst und Pökelfleisch isst, sollte die eigenen Quellen kennen. Kostenlosen ErnĂ€hrungs-Guide anfordern

Im Gegensatz dazu gelangt Nitrit vor allem als technischer Zusatzstoff ĂŒber verarbeitete Fleischwaren in den Organismus. Als wesentliche Quellen fĂŒr Nitrit nennt der Bericht typische Pökel- und Wurstwaren wie Speck, Hot Dogs und Deli-Fleisch. Die Resultate deuten darauf hin, dass die physiologische Wirkung eng mit den Begleitstoffen und der Verarbeitungsform der jeweiligen Lebensmittel verknĂŒpft ist.

Einordnung im Kontext bestehender Risikobewertungen

Die neuen Befunde fĂŒgen sich in bestehende toxikologische und ernĂ€hrungswissenschaftliche Bewertungen ein. Die Internationale Agentur fĂŒr Krebsforschung (IARC) hat verarbeitetes Fleisch bereits als Karzinogen eingestuft. Nach Angaben der IARC erhöht der tĂ€gliche Verzehr von 50 Gramm verarbeitetem Fleisch das Darmkrebsrisiko um 18 Prozent.

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Die Analyse des Karolinska Institutet untermauert somit die Vermutung, dass insbesondere die zur Konservierung eingesetzten Nitritverbindungen in verarbeiteten Fleischprodukten fĂŒr die beobachteten Risikosteigerungen mitverantwortlich sein könnten, wĂ€hrend natĂŒrlicherweise nitratreiches GemĂŒse keine vergleichbare GefĂ€hrdung darstellt.

Laut einem Bericht von healthliving101.com vom 26. September 2026 bestÀtigen diese Daten die Relevanz einer gezielten Differenzierung der Zufuhrquellen in der ernÀhrungsmedizinischen Risikoforschung.

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