Norton, Genie

Norton Genie: KI-Schutz gegen Betrug in Claude und ChatGPT

30.06.2026 - 18:31:24 | boerse-global.de

Nortons KI-Detektor prüft Nachrichten in Echtzeit. Google und Visa verstärken parallel Abwehr gegen Deepfakes und KI-Betrug.

Norton integriert Betrugsschutz in KI-Assistenten Claude und ChatGPT
Norton - Stilisierter digitaler Schild mit KI-Gehirn-Symbol, überlagert von leuchtenden Datenlinien. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Cybersicherheitsanbieter Norton stattet KI-Assistenten mit einem Echtzeit-Schutz gegen Betrugsversuche aus.

Der zu Gen Digital gehörende Sicherheitsdienst Norton hat seinen KI-gestützten Betrugsdetektor „Norton Genie" in die Sprachassistenten Claude und ChatGPT integriert. Nutzer können verdächtige E-Mails, Textnachrichten, Social-Media-Beiträge und Bilder künftig direkt während ihrer KI-Konversation analysieren lassen. Das Tool prüft mit einer mehrstufigen Erkennungs-Engine, ob digitale Kommunikation sicher ist oder zu einem betrügerischen Schema gehört.

Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Geheimdienste und Tech-Konzerne vor einer „Industrialisierung" des Betrugs durch generative KI warnen. „Weil Verbraucher zunehmend KI-Assistenten nutzen, um die Echtheit von Informationen zu prüfen, müssen wir Sicherheitsintelligenz direkt in diese Plattformen einbauen", sagt Travis Witteveen, Produktchef bei Gen.

Google rüstet Android gegen Deepfakes

Parallel zu Nortons Ankündigung rollt Google die finale Phase seiner neuen mobilen Sicherheitsfunktionen aus. Seit Juni erhalten Android-Nutzer auf Pixel-Geräten mit Android 12 oder neuer eine „Fake-Anruf-Erkennung". Das System fungiert als digitaler Handslag zwischen Geräten und identifiziert, ob ein Anrufer KI-Stimmenklonen oder Deepfake-Technologie nutzt, um sich als Kontakt auszugeben.

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Die Technologie schlägt Alarm, selbst wenn die Anrufer-ID vertrauenswürdig erscheint. Bereits zuvor hatte Google verifizierte Finanzanruf-Warnungen eingeführt, um Betrug durch falsche Bankmitarbeiter zu verhindern.

Ein weiteres Update vom 24. Juni zielt auf die Integrität der Google-Suche ab: Der „Spam-Update Juni 2026" bekämpft Versuche, KI-generierte Suchergebnisse zu manipulieren. Branchenanalysten zufolge erfasst die Richtlinie nun auch Drittanbieter-Kommentare und „vergiftete" Nutzerinhalte, die KI-Antworten in Richtung betrügerischer Links lenken sollen.

Visa warnt vor Milliarden-Schäden durch KI-Betrug

Der Handlungsdruck wächst: Ein aktueller Halbjahresbericht des Zahlungsdienstleisters Visa vom 24. Juni stuft KI-gestützte Betrugsmaschen als am schnellsten wachsende Kategorie des Verbraucherbetrugs ein. Zwischen Juli und Dezember 2025 identifizierte Visa fast eine Milliarde Euro an betrügerischen Aktivitäten.

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Die finanziellen Auswirkungen sind global spürbar. In Indien stieg der Bankbetrug im jüngsten Geschäftsjahr um 46 Prozent im Jahresvergleich. Zwar blieb die Fallzahl überschaubar, doch die Schadenssumme pro Vorfall steigt rasant. Kriminelle nutzen „Fraud-as-a-Service"-Modelle, um täuschend echte Fake-Identitäten und Social-Media-Profile zu erstellen.

Fünf-Augen-Allianz warnt vor überholten Sicherheitskonzepten

Die rasante Entwicklung der Bedrohungen hat das Geheimdienstbündnis Five Eyes auf den Plan gerufen. Die Allianz aus USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland warnte diese Woche, dass der KI-Fortschritt aktuelle Cybersicherheitsannahmen innerhalb weniger Monate obsolet machen könnte.

Die US-Regierung griff Anfang des Monats ungewöhnlich hart durch: Sie wies das KI-Unternehmen Anthropic an, den Zugang zu seinen leistungsstärksten Modellen „Fable 5" und „Mythos 5" auszusetzen – nur drei Tage nach deren Markteinführung. Die Begründung: nationale Sicherheitsbedenken. Dabei hatten die Modelle in ersten Tests über 10.000 Software-Sicherheitslücken aufgespürt. Die Behörden fürchten jedoch, dass solche Werkzeuge von Kriminellen für automatisierte Massen-Phishing-Kampagnen missbraucht werden könnten.

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