Nvidia, OpenAI-Rechenzentrum

Nvidia: 105-Milliarden-Deal für OpenAI-Rechenzentrum in Ohio

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 09:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia sichert sich mit 105 Milliarden Dollar Garantien Kapazitäten im neuen OpenAI-Rechenzentrum in Ohio. SB Energy baut den Standort, erste Module starten 2028.

Nvidia finanziert OpenAI-Rechenzentrum in Ohio mit bis zu 105 Milliarden Dollar
Ein modernes Rechenzentrum während der Bauphase bei Dämmerung, das die technologische Infrastruktur und industrielle Dimensionen verdeutlicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nvidia stellt für ein neues OpenAI-Rechenzentrum in Ohio eine Finanzierung von bis zu 105 Milliarden US-Dollar bereit. Das teilte das Unternehmen am 17. August 2026 mit. Gebaut und betrieben wird die Anlage im Pike County von SB Energy, das dafür ein 20-Jahres-Leasing mit OpenAI vereinbart hat.

Kapazität und Struktur des Deals

Nvidia sichert sich damit Rechenkapazität am sogenannten PORTS-Pike-Campus in Ohio. Vorgesehen sind zunächst 4,25 Gigawatt, mit einer Option auf weitere 3,75 Gigawatt. Parallel investiert Nvidia laut techcrunch.com 1,5 Milliarden US-Dollar direkt in SB Energy und sichert sich damit eine exklusive Rolle als KI-Compute-Anbieter für das Rechenzentrum.

Wie aus einer 8-K-Einreichung hervorgeht, handelt es sich bei der Nvidia-Zusage um Residualwertgarantien für eine IT-Last von 4,25 Gigawatt, mit einer Option auf 3,8 Gigawatt und einer Obergrenze von 105 Milliarden US-Dollar.

Diese Konstruktion bedeutet laut thenextweb.com, dass OpenAI die laufende Miete zahlt, während Nvidia lediglich für den Wertverlust der Infrastruktur einsteht, sollte dieser eintreten. Die ersten 800 Megawatt sollen ab 2028 ans Netz gehen.

Interessant ist die Entwicklung der Deal-Größe im Zeitverlauf: Laut capacityglobal.com waren ursprünglich Garantien von bis zu 250 Milliarden US-Dollar im Gespräch. Nvidia reduzierte diese Zusage nach eigenen Angaben auf unter 120 Milliarden US-Dollar, nachdem Investoren Bedenken wegen der Risikoexposition geäußert hatten. Abgesichert wird demnach nur die erste Phase des insgesamt als 10-Gigawatt-Campus geplanten Standorts.

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Bau durch SB Energy an historischem Standort

Für den Energiebedarf errichtet SB Energy am PORTS-Pike-Campus ein Gaskraftwerk mit 9,2 Gigawatt Leistung, das Investitionen von 33 Milliarden US-Dollar erfordert. Der gewählte Standort ist bemerkenswert: Es handelt sich um eine ehemalige Urananreicherungsanlage des US-Energieministeriums.

SB Energy und SoftBank planen laut eigenen Angaben, mindestens 10 Gigawatt neue Energieerzeugung aufzubauen. Zusätzlich sollen 4,2 Milliarden US-Dollar in die regionale Netzinfrastruktur sowie 80 Millionen US-Dollar in einen Gemeindefonds fließen.

OpenAI selbst rechnet mit erheblichen Beschäftigungseffekten: Bis 2032 sollen rund 35.000 Baujobs entstehen, hinzu kommen 2.500 Dauerstellen am Standort.

Teil einer größeren Finanzierungsstrategie

Der Ohio-Deal steht im Zusammenhang mit einer breiter angelegten Finanzierungsoffensive Nvidias. Bereits am 10. August 2026 hatte das Unternehmen eine Plattform mit über 500 Milliarden US-Dollar an Drittkapital angekündigt, für die Absichtserklärungen mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR unterzeichnet wurden.

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Laut globaldatacenterhub.com kann Nvidia im Rahmen dieser Plattform bis zu 25 Prozent Restwertunterstützung pro Projekt leisten, wobei Goldman Sachs als einzige Bank beteiligt ist.

Begünstigt wird diese Art der Finanzierung auch durch regulatorische Erleichterungen: Eine Leitlinie der US-Börsenaufsicht SEC vom Juli 2026 erleichtert Verbriefungen von Rechenzentren, indem für Sponsoren keine Risikobehaltungspflicht mehr besteht. Anwälte sehen darin laut cnbc.com einen zusätzlichen Anreiz für weitere Datencenter-Finanzierungen.

Branchenbeobachter ordnen die Entwicklung als strukturellen Wandel ein. Laut Barclays könnten sogenannte backgestoppte Strukturen, wie sie auch beim Ohio-Projekt zum Einsatz kommen, im Jahr 2027 rund 20 Prozent der Branchen-Capex ausmachen und bis 2028 auf 50 Prozent steigen.

Clark Tang von Altimeter Capital sieht in Nvidias Kombination aus eigener DSX-Software für den Betrieb und der milliardenschweren Finanzierungsplattform sämtliche Bausteine eines klassischen Hyperscalers versammelt.

Als Kontrast verweist er auf sogenannte Neoclouds wie CoreWeave, die bei einem Umsatz von 2,6 Milliarden US-Dollar einen Verlust von 626 Millionen US-Dollar auswiesen – ein Beleg dafür, wie groß die Finanzierungslücke in diesem Marktsegment ausfallen kann.

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