NVIDIA App: Speicherleck belegt bis zu 18 Gigabyte RAM
Veröffentlicht am: 03.06.2026 um 09:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Immer mehr Nutzer berichten von Systemabstürzen und fast vollständig belegtem Arbeitsspeicher unter Windows 11 – selbst Highend-Rechner kämpfen mit der Speicherverwaltung.
Die Ursachen sind vielfältig: Fehlerhafte Software-Updates, undichte Anwendungen und die zunehmende Belastung durch Hintergrundprozesse treiben den RAM-Verbrauch in die Höhe. Besonders brisant: Aktuelle Tests auf der Computex 2026 zeigen, dass selbst Neugeräte mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher an ihre Grenzen stoßen.
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NVIDIA-App und Codex Desktop als Speicherfresser
Im Fokus der Kritik stehen gleich mehrere Anwendungen. Nutzer der NVIDIA GeForce Foren berichten seit Dienstag von einem hartnäckigen Speicherleck in der NVIDIA App. Das Problem: Wer die Overlay-Funktion wiederholt mit der Tastenkombination ALT+Z öffnet, sieht den RAM-Verbrauch mit jedem Aufruf steigen. In Extremfällen sollen mehr als 18 Gigabyte belegt sein – ein Wert, der selbst leistungsstarke Systeme in die Knie zwingt. Betroffen sind demnach die App-Versionen 11.0.2.337 bis 11.0.4.148.
Parallel dazu sorgt ein Fehler im Codex Desktop für Frust. Ein am Mittwoch auf GitHub gemeldeter Bug zeigt: Das Tool behält nach dem Öffnen langer, werkzeugreicher Threads den Arbeitsspeicher oder erhöht ihn sogar. Die Nutzer berichten von einem Anstieg der RAM-Auslastung von 40 auf über 90 Prozent während der aktiven Nutzung. Einzige Abhilfe bislang: ein kompletter Neustart des Systems.
Microsoft-Update sorgt fĂĽr System-Freezes
Auch offizielle Updates von Microsoft bleiben nicht verschont. Der Patch KB5087051 für das .NET Framework, ursprünglich am 12. Mai veröffentlicht, sorgt seit Anfang der Woche für massive Beschwerden in der Community. Nutzer von Windows 11 25H2 und Server 24H2 berichten von schweren Systemeinfrierungen, bei denen die RAM-Auslastung auf 98 bis 100 Prozent steigt. Microsoft selbst erklärt, es seien keine Probleme mit dem Update bekannt – die Nutzer dokumentieren jedoch Abstürze von Anwendungen und Instabilitäten bei GPU-Treibern verschiedener Hersteller.
Hinzu kommen interne Windows-Prozesse, die die Lage verschärfen. Der Runtime Broker kann laut aktuellen Analysen zeitweise mehr als 15 Prozent des Arbeitsspeichers belegen. Auch die Windows-Suche und diverse Hintergrundanwendungen zehren an den Ressourcen.
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Computex 2026: 8 Gigabyte RAM sind zu wenig
Die Speicherproblematik war eines der zentralen Themen auf der Computex 2026. Tests am neu angekündigten Dell XPS 13, das in der Basisversion mit 8 Gigabyte RAM ausgeliefert wird, zeigen ein erschreckendes Bild: Bereits im Leerlauf verbraucht das System 5,6 Gigabyte – rund 70 Prozent der Kapazität. Das Gerät ist zwar mit leistungsstarken Intel Core Series 3 Chips und 120-Hertz-Displays ausgestattet, doch der Arbeitsspeicher bleibt der Flaschenhals.
Zum Vergleich: Das MacBook Neo von Apple schafft mit denselben 8 Gigabyte den Betrieb dutzender Anwendungen gleichzeitig – eine Frage der Optimierung. Dell selbst räumt ein, dass der Wettbewerbsdruck die aktuellen Designs beeinflusst habe. Branchenbeobachter sind sich einig: 16 Gigabyte RAM werden unter Windows 11 zunehmend zur praktischen Mindestanforderung.
Microsoft reagiert mit optionalem Update
Der Konzern hat auf die Kritik reagiert. Seit Dienstag steht das optionale Update KB5089573 zum Download bereit. Microsoft verspricht eine spürbare Verbesserung der Systemreaktionsfähigkeit: App-Startzeiten sollen sich um bis zu 40 Prozent verkürzen, Startmenü und Suche sogar um bis zu 70 Prozent schneller werden.
Noch einen Schritt weiter gehen die experimentellen Windows-11-Builds. Version 26300.8553, die Ende Mai und Anfang Juni vorgestellt wurde, enthält eine versteckte KI-Modellverwaltung in den Einstellungen. Nutzer können dort die Größe und Nutzung verschiedener KI-Komponenten einsehen – und das Phi-Silica-Modell bei Bedarf deinstallieren. Eine Reaktion auf die wachsende Kritik am automatischen Herunterladen großer KI-Modelle, die den Speicher zusätzlich belasten.
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