Nvidia-Expansion, Milliarden

Nvidia-Expansion: 500 Milliarden Euro für KI-Fabriken in Südkorea

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 14:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia investiert massiv in globale KI-Infrastruktur. Partnerschaften in Südkorea und den USA zielen auf den Bau riesiger Rechenzentren ab.

Nvidia treibt Milliarden-Expansion: KI-Fabriken in Südkorea und USA
Reihen glühender High-Tech-Serverracks in einer modernen, weitläufigen Rechenzentrumsanlage. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Chipkonzern Nvidia treibt den Bau sogenannter KI-Fabriken weltweit massiv voran. Mit milliardenschweren Partnerschaften in Südkorea und den USA will das Unternehmen die Rechenkapazitäten für Künstliche Intelligenz drastisch erhöhen. Allein in Südkorea sind Projekte mit einem Volumen von über 500 Milliarden Euro geplant.

Südkorea: Nvidia wird Großaktionär bei NAVER

Ein zentraler Baustein der Expansion ist die strategische Partnerschaft mit dem südkoreanischen Internetriesen NAVER und dem Investmentkonzern Brookfield. Das Gemeinschaftsprojekt GAK Sejong AI Factory soll massiv ausgebaut werden. Die aktuelle Kapazität von 55 Megawatt (MW) soll bis 2028 auf 200 MW steigen. Langfristig ist sogar ein Ausbau auf ein Gigawatt (GW) vorgesehen.

Im Rahmen der Vereinbarung investiert Nvidia eine Milliarde Euro und erwirbt dafür einen Anteil von 4,5 Prozent an NAVER. Der Kauf von über 7,2 Millionen Aktien macht Nvidia zum drittgrößten Aktionär des koreanischen Internetkonzerns. Diese Beteiligung ist an die Bedingung geknüpft, dass NAVER ein größeres Finanzierungspaket mit Brookfield abschließt.

Brookfield hat eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, um bis zu neun Milliarden Euro Projektfinanzierung bereitzustellen. NAVER hat Brookfield für einen Zeitraum von zwölf Wochen als bevorzugten Bieter benannt. Das Projekt setzt auf die Nvidia-DSX-Plattform und wird rund 100.000 Grafikprozessoren der neuesten Generationen Vera Rubin und Blackwell nutzen. Erste Umsätze aus der erweiterten Infrastruktur erwartet NAVER ab 2027. Um die Kapitalstruktur zu optimieren, kündigte NAVER zudem an, am 3. August 2026 eigene Aktien im Wert von umgerechnet rund 780 Millionen Euro einzuziehen.

SK Group: Partnerschaft für über 500 Milliarden Euro

Noch größere Dimensionen erreicht die separate Partnerschaft zwischen Nvidia und dem südkoreanischen SK-Konzern. Das Abkommen, das auf über 500 Milliarden Euro geschätzt wird, konzentriert sich auf Hochleistungsspeicher (HBM) und den Bau massiver KI-Rechenzentren. Eine Absichtserklärung sieht den bau von KI-Rechenzentren mit einer Gesamtkapazität von über zwei Gigawatt in Südkorea vor.

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Die Tochter SK Telecom will bereits im nächsten Jahr ihre erste dedizierte KI-Fabrik eröffnen. Diese soll bevorzugt mit Nvidias Vera-Rubin-Chips bestückt werden. Branchenkreisen zufolge könnte das Gesamtvolumen der Halbleiter- und Infrastrukturdeals des SK-Konzerns – an denen auch Microsoft und Anthropic beteiligt sind – auf bis zu 750 Milliarden Euro anwachsen. Dazu gehören langfristige Speicherlieferverträge zwischen SK Hynix und Microsoft sowie ein Gigawatt-Rechenzentrumsprojekt zwischen SK Telecom und Anthropic.

USA: Zehn-Gigawatt-Projekt in Ohio geplant

In den USA verhandelt Nvidia über eine Finanzierungsgarantie von 250 Milliarden Euro für ein gewaltiges Rechenzentrumsprojekt in Piketon, Ohio. Das Vorhaben, das von OpenAI angemietet werden soll, wird vom japanischen SoftBank-Konzern entwickelt. Die Gesamtkosten inklusive der notwendigen Hardware werden auf über 500 Milliarden Euro geschätzt.

Die geplante Anlage in Ohio ist für eine Kapazität von zehn Gigawatt ausgelegt. Die erste Ausbaustufe soll bis 2028 eine Leistung von 800 MW erreichen. Der Strom für den Standort soll von einem 33 Milliarden Euro teuren Gaskraftwerk kommen, das von japanischen Investoren finanziert wird. Neben der 250-Milliarden-Garantie sind offenbar weitere 350 Milliarden Euro für Chip-Finanzierungen im Gespräch. Auch andere Tech-Giganten wie Anthropic, Microsoft und Google haben Interesse an der Infrastruktur in Ohio signalisiert. Die Pläne folgen auf Berichte, wonach OpenAI seine geplanten Infrastrukturausgaben bis 2030 auf 750 Milliarden Euro erhöht hat.

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Forschung: Gemeinsames KI-Labor mit KAIST

Begleitet wird der Infrastrukturausbau durch neue Forschungsinvestitionen in Südkorea. Auf einem KI-Gipfel in San Francisco, der am 24. Juli 2026 endete, kündigte Nvidia die Gründung eines gemeinsamen KI-Forschungslabors mit dem Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) in Seoul an.

Das Labor wird sich auf die Entwicklung agentischer KI konzentrieren – also Systeme, die eigenständig handeln und Entscheidungen treffen können. Weitere Zentren sind an der Seoul National University geplant. Die Strategie zielt darauf ab, Südkorea als regionales Zentrum für KI-Rechenzentren und Forschung zu etablieren. Sie fügt sich ein in die jüngsten Aktivitäten anderer koreanischer Unternehmen wie Hyundais Strategie im Bereich physischer KI und der Unternehmenspartnerschaft von Samsung SDS mit Anthropic.

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