Nvidia, Milliarden

Nvidia trÀumt von Milliarden aus China

28.08.2025 - 03:58:36 | dpa.de

Nvidia wurde mit dem KI-Boom zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Anleger fragen sich aber, ob dem beispiellosen Lauf die Puste ausgeht. Der Chipkonzern will derweil sein China-GeschÀft ausbauen.

KI-Chips von Nvidia sind weiter gefragt. (Archivbild) - Foto: Andrej Sokolow/dpa
KI-Chips von Nvidia sind weiter gefragt. (Archivbild) - Foto: Andrej Sokolow/dpa

Der Chipkonzern Nvidia schlĂ€gt im KI-Boom Rekorde - wĂŒrde aber gern Dutzende Milliarden Dollar mehr GeschĂ€ft in China machen. Nach US-Exportsperren und Gegenwind aus Peking verkauft Nvidia aktuell gar nichts im chinesischen Markt. Dabei sei er fĂŒr dieses Jahr von einem Umsatz-Potenzial von 50 Milliarden Dollar in China ausgegangen - und einem jĂ€hrlichen Wachstum von 50 Prozent, sagte Firmenchef Jensen Huang. 

Trotz des fehlenden China-GeschĂ€fts sprang der Quartalsumsatz von Nvidia im Jahresvergleich um 56 Prozent auf 46,74 Milliarden Dollar (gut 40 Mrd Euro) hoch. Nvidia ĂŒbertraf damit Erwartungen der Wall Street. Im Vergleich zum Quartal davor gab es noch ein Plus von sechs Prozent.

SchlĂŒsseltechnik fĂŒr KI

Nvidias Chip-Systeme werden rund um die Welt fĂŒr Training und Betrieb von Anwendungen mit KĂŒnstlicher Intelligenz verwendet. Schwergewichte wie Google oder der Facebook-Konzern Meta fĂŒllen damit ganze Rechenzentren - aber auch KI-Start-ups wie die ChatGPT-Erfinderfirma OpenAI setzen darauf. Diese SchlĂŒsselposition ließ das GeschĂ€ft von Nvidia in den vergangenen zwei Jahren explosiv wachsen und machte den einstigen Nischen-Player zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Zuletzt war Nvidia an der Börse rund 4,4 Billionen Dollar wert - eine Billion mehr als etwa der iPhone-Konzern Apple.

Aktie fÀllt

Der Kurshöhenflug macht Anleger empfindlich, die nicht den Moment verpassen wollen, in dem diesem beispiellosen Erfolgslauf die Puste ausgeht. Im nachbörslichen Handel nach Vorlage der Zahlen fiel der Kurs um gut drei Prozent. Damit gab die Aktie in etwa die Kursgewinne dieser Woche wieder ab. Nvidia hatte bei Technik fĂŒr Rechenzentren mit einem Umsatz von 41,4 Milliarden Dollar die Markterwartungen knapp verfehlt.

Weiter Stille im China-GeschÀft 

Im vergangenen Vierteljahr verbuchte der Konzern wegen US-ExporthĂŒrden keine VerkĂ€ufe der abgespeckten KI-Chips mit der Bezeichnung H20 im chinesischen Markt. Allerdings gelang es, H20-Systeme im Wert von 650 Millionen Dollar an einen Kunden aus einem anderen Land zu verkaufen.

Die Regierung von Donald Trump hatte zwar vor einigen Wochen den Widerstand gegen H20-VerkĂ€ufe nach China aufgegeben. Ein Preis dafĂŒr ist, dass der amerikanische Staat einen Anteil von 15 Prozent der VerkĂ€ufe bekommen soll. Allerdings kamen die Lieferungen bisher nicht in Gang - weil nun Peking Front gegen den Einsatz von KI-Chips aus den USA unter anderem mit Verweis auf Sicherheitsbedenken macht. 

Nvidia wĂŒrde derweil gern auch leistungsstĂ€rkere Chips aus der Modellreihe «Blackwell» nach China verkaufen. Huang argumentiert, dass ein Verkaufsverbot nur einheimische Konkurrenz in China entstehen lasse, die mit Nvidia spĂ€ter auch auf dem Weltmarkt konkurrieren werde. 

EnttĂ€uschung ĂŒber Prognose? 

Nvidia plant auch fĂŒr das laufende Quartal vorerst keine VerkĂ€ufe in China ein. Der Konzern rechnet mit Erlösen von 54 Milliarden Dollar (mit einem Spielraum von jeweils zwei Prozent weniger oder mehr). Analysten erwarten im Schnitt weniger als 53,5 Milliarden Dollar.

Huang versicherte zugleich in einer Telefonkonferenz mit Analysten, er gehe von einer noch weiter steigenden Nachfrage nach Nvidia-Chips mit breiterem Einsatz KĂŒnstlicher Intelligenz aus. Denn die neueren KI-Systeme brĂ€uchten zum Teil 1000 Mal mehr Rechenleistung als frĂŒher.

Unterm Strich stieg der Quartalsgewinn von Nvidia im Jahresvergleich um 59 Prozent auf gut 26,4 Milliarden Dollar.

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