O2-KI-Schutz: Über 3 Millionen Betrugsanrufe pro Woche werden blockiert
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 13:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer britische Telekommunikationsanbieter Virgin Media O2 rollt ein KI-basiertes Schutzsystem gegen betrügerische Anrufe für alle Mobilfunkkunden des Netzes aus. Die Lösung basiert auf Technologie des Spezialisten Hiya und soll laut einem Bericht des Unternehmens vom 30. Oktober 2026 wöchentlich über 3 Mio. Betrugsanrufe in Echtzeit blockieren. Die Erwartung stützt sich auf Ergebnisse vorangegangener Testläufe.
Das Unternehmen ist damit der erste Mobilfunkanbieter im Vereinigten Königreich, der sämtliche verdächtigen Anrufe netzseitig blockiert. Zudem agiert O2 als derzeit einziger großer britischer Betreiber, der die Kennzeichnung und Sperrung unerwünschter Verbindungen per künstlicher Intelligenz ohne zusätzliche Kosten für die Kundschaft bereitstellt.
Nach einem erfolgreichen Test im Herbst 2026 wird das System dauerhaft freigeschaltet. Bislang sperrte der Konzern primär Rufnummern, die auf der offiziellen Verbotsliste der britischen Regulierungsbehörde Ofcom geführt werden; die neue KI-Abwehr erweitert diesen Schutzmechanismus grundlegend.
Hohe Wiederholungsrate bei Betrugsversuchen
Die Testdaten verdeutlichen den Druck, unter dem Mobilfunkkunden stehen: 60 Prozent der blockierten Anrufe waren Wiederholungsversuche, die innerhalb einer Minute nach dem ersten Scheitern unternommen wurden. Eine gesperrte betrügerische Rufnummer verzeichnete nach ihrer Blockierung dreimal so viele Anrufversuche wie zuvor.
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Nach Angaben aus dem unternehmenseigenen Betrugsindex für das dritte Quartal 2026 erhielten 61 Prozent der britischen Verbraucher, die Betrugskontakte meldeten, zwischen Juli und September einen verdächtigen Anruf. Das entspricht einem Zuwachs von fünf Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal. Bereits seit Anfang 2024 hat O2 über 1,6 Mrd. verdächtige Anrufe markiert sowie bis dato über 1,4 Mrd. betrügerische SMS-Nachrichten im Netz abgefangen.
Gefahren durch automatisierte Prüfanrufe
Branchenexperten warnen in diesem Kontext vor den Risiken sogenannter stummer Anrufe. Kriminelle nutzen automatisierte Wahlsysteme, um fortlaufend Nummernblöcke anzuwählen und aktive Anschlüsse aufzuspüren. Schon wenige Sekunden Verbindung genügen, damit eine Leitung im System als aktiv registriert wird. Solche verifizierten Telefonnummern dienen später als Zielscheibe für gezielte Phishing-Kampagnen, gefälschte Kurznachrichten oder Schockanrufe.
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Zwar können Verbindungsprobleme, Bluetooth-Fehler oder nicht besetzte Callcenter-Plätze gelegentlich harmlose Ursachen für ein Schweigen in der Leitung sein, häufig steckt jedoch Software dahinter.
Experten betonen, dass KI-Systeme bereits anhand einer kurzen Begrüßung Parameter wie Region, Alter, Geschlecht und Antwortzeiten analysieren können, um die potenzielle Anfälligkeit für Betrugsmaschen zu bewerten. Zudem reichen oft wenige Sekunden Audiomaterial, um Stimmfetzen für spätere Stimmklone zu sammeln.
Sicherheitsexperten raten Betroffenen deshalb, stumme Telefonate umgehend zu beenden und unbekannte oder unterdrückte Rufnummern weder anzunehmen noch zurückzurufen, um das Risiko teurer Sonderrufnummern und weiterer Angriffe zu minimieren. Verdächtige Nummern sollten direkt auf dem Gerät gesperrt werden.
