Deutschland, Internet

Merz: Wir mĂŒssen raus aus der AbhĂ€ngigkeit von US-Techfirmen

21.11.2025 - 20:23:38

Ob Apple, Google oder Microsoft - amerikanische Technologiefirmen haben dominante Rollen im Internetzeitalter. Firmen aus Europa spielen eher eine Nebenrolle. Schluss damit, sagt der Bundeskanzler.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht Europa auf einem schwierigen, aber machbaren Weg hin zur digitalen SouverĂ€nitĂ€t. «Wir wollen raus aus der AbhĂ€ngigkeit amerikanischer und chinesischer großer Tech-Unternehmen», sagte der Christdemokrat beim Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Arnsberg. Das sei nicht allein als Bundesrepublik möglich, aber zusammen mit europĂ€ischen Partnern. Er sei fest davon ĂŒberzeugt, dass das gelingen könne. Man wolle Rechenzentren und Cloud-Lösungen in Deutschland haben. 

Er werde «alles dafĂŒr tun», um AbhĂ€ngigkeiten von anderen Kontinenten zu reduzieren - das gelte auch fĂŒr Digitales und auch fĂŒr die Verteidigung. «Wir brauchen jetzt europĂ€ische SouverĂ€nitĂ€t.» GrĂ¶ĂŸere Investitionen in neue innovative Technologie in Deutschland gebe es schon, weitere sollen folgen. Als Beispiel nannte Merz den Supercomputer Jupiter in JĂŒlich. Den schnellsten Rechner Europas hatte der Kanzler im September in Betrieb genommen - die Anlage wird etwa fĂŒr das Training von KI-Modellen und fĂŒr wissenschaftliche Simulationen genutzt. 

Positiv hob Merz zudem die Schwarz-Gruppe hervor. Die Muttergesellschaft von Lidl und Kaufland investiert elf Milliarden Euro in ein neues Rechenzentrum in Brandenburg. «Da passiert richtig etwas.»

Digitale SouverÀnitÀt ist noch Wunschdenken

Europa gilt in puncto Internet als abhĂ€ngig von den USA: Daten werden in der Cloud bei Google gespeichert, auf den Computern der Verbraucher und Firmen lĂ€uft Microsoft Office und auch die KI wird von US-Firmen dominiert. China wiederum liefert Technik, die fĂŒr Deutschland ebenfalls immens wichtig ist. UnlĂ€ngst traf sich Merz mit Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron und Vertretern der EU-Kommission und anderer EU-Staaten, um ĂŒber den gemeinsamen Weg zur digitalen SouverĂ€nitĂ€t Europas zu beraten. Auch Manager von SAP und Siemens waren dabei. 

In Arnsberg bekrĂ€ftigte Merz das Vorhaben, bei staatlicher Beschaffung stĂ€rker auf europĂ€ische Produkte zu setzen. Die Bundesregierung werde «Ankerkunde» neuer heimischer Rechenzentren werden. EuropĂ€ische Angebote werden «nur dann eine Chance haben, wenn wir wirklich draufgehen und sie mit unseren Ressourcen nutzen», betonte Merz. An die rund 500 GĂ€ste des IHK-Empfangs gewandt, die die regionale Wirtschaft vertraten, sagte der Christdemokrat, dass auch der private Sektor diese Möglichkeiten kĂŒnftig nutzen sollte.

@ dpa.de

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