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Alle 20 Jahre Minirock: Forscher berechnen Zyklus der Mode

Veröffentlicht am: 18.03.2026 um 06:00 Uhr | dpa.de

Ob bauchfrei oder Schlaghose: Viele totgeglaubte Trends kehren wieder auf die Laufstege und in die KleiderschrĂ€nke zurĂŒck. Nun hat sich die Wissenschaft dem PhĂ€nomen angenommen.

  • Im Jahr 2020 auf dem Laufsteg der Berliner Fashion Week.  - Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB
    Im Jahr 2020 auf dem Laufsteg der Berliner Fashion Week. - Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB
  • Mittlerweile geht fast alles: Sowohl lange als auch kurze RocklĂ€ngen sind im Stadtbild zu sehen.  - Bild: Daniel Bockwoldt/dpa
    Mittlerweile geht fast alles: Sowohl lange als auch kurze RocklÀngen sind im Stadtbild zu sehen. - Bild: Daniel Bockwoldt/dpa
Im Jahr 2020 auf dem Laufsteg der Berliner Fashion Week.  - Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB Mittlerweile geht fast alles: Sowohl lange als auch kurze RocklÀngen sind im Stadtbild zu sehen.  - Bild: Daniel Bockwoldt/dpa

Alle 20 Jahre kommt der Minirock zurĂŒck: Was in der Fashion-Industrie als Daumenregel fĂŒr den Zyklus der Mode gilt, hat ein US-Forschungsteam nun auch mathematisch nachgewiesen.

Die Forschenden von der Northwestern University in Evanston (Illinois), die ihre Ergebnisse beim Fachkongress Global Physics Summit in Denver vorstellten, haben 37.000 Bilder von Frauenkleidern aus dem Zeitraum von 1869 bis heute analysiert. DafĂŒr nutzten sie teils historische Schnittmuster aus einem Archiv der University of Rhode Island sowie Abbildungen von Modenschauen. Sie maßen die wichtigsten Merkmale von Kleidern – etwa die Ausgestaltung des Saumes, des Ausschnitts und der Taillenhöhe – und machten die Designs so numerisch messbar und vergleichbar. 

«Unseres Wissens ist dies das erste Mal, dass jemand eine so umfassende und prĂ€zise Datenbank mit Modemaßen aus mehr als einem Jahrhundert erstellt hat», sagte die federfĂŒhrende Studienautorin Emma Zajdela. In der Analyse habe sich der in der Modebranche verbreitet angenommene 20-Jahres-Zyklus fĂŒr bestimmte Schnitte bestĂ€tigt. 

Es sei zu beobachten, dass Designer sich von einem gewissen Schnitt weg bewegten, sobald dieser zu sehr verbreitet sei – allerdings zunĂ€chst nicht so weit davon weg, dass der Ausgangsschnitt untragbar werde. So schwinge das Pendel – etwa von kurz nach lang – ĂŒber die Zeit hin und her.

Von mini zu lang und wieder zurĂŒck

So hatten etwa die sogenannten Flapper Dresses aus den 20er Jahren kurze Röcke, bis sie in die 50er hinein von konservativeren RocklĂ€ngen abgelöst wurden, bevor in den 60ern der Minirock zurĂŒckkehrte. 

Seit den 80er Jahren seien die Muster weniger klar, betont das Forschungsteam: «FrĂŒher gab es nur zwei Möglichkeiten – kurze Kleider und lange Kleider», sagte Zajdela. «In den letzten Jahren gibt es mehr Auswahl: sehr kurze Kleider, bodenlange Kleider und Midi-Kleider. Mit der Zeit hat die Vielfalt zu und die KonformitĂ€t abgenommen.»

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