Odido-Hack: Polizei veröffentlicht TÀterstimme, 120 Hinweise eingegangen
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 11:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deNach der Veröffentlichung einer Tonaufnahme eines mutmaĂlichen Angreifers verzeichnet die niederlĂ€ndische Polizei eine spĂŒrbare Resonanz aus der Bevölkerung. Wie die Plattform security.nl in einem Bericht vom 16. September 2026 meldete, gingen bei den Ermittlungsbehörden bereits ĂŒber 120 Hinweise ein, die bei der Identifizierung des TatverdĂ€chtigen helfen könnten.
Die Fahnder hatten sich zu dem ungewöhnlichen Schritt entschlossen, ein Audiofragment der TĂ€terstimme öffentlich zugĂ€nglich zu machen, um die Ermittlungen in einem der gravierendsten DatendiebstĂ€hle der jĂŒngeren Vergangenheit voranzutreiben.
Hintergrund des polizeilichen Vorgehens ist ein schwerwiegender Cyberangriff auf den Telekommunikationsanbieter Odido. Bei der Attacke erbeutete die Hackergruppe ShinyHunters persönliche DatensÀtze von mehr als 6 Mio. Menschen.
Den Angreifern gelang das Eindringen in die Systeme nicht ĂŒber klassische technische Schwachstellen in der Software, sondern durch Social Engineering: Mittels eines gezielten Phishing-Anrufs verschafften sich die TĂ€ter Zugang zu den sensiblen Unternehmensnetzwerken.
Solche Telefonangriffe, in Sicherheitskreisen auch als Voice Phishing bekannt, zielen darauf ab, Mitarbeiter durch TĂ€uschung zur Herausgabe von Zugangsdaten oder Berechtigungen zu bewegen.
Lösegeldforderung verweigert und Daten publiziert
Im Anschluss an den Datenabfluss versuchte die Erpressergruppe, finanziellen Druck auf das Telekommunikationsunternehmen auszuĂŒben. Da sich Odido jedoch weigerte, auf die finanzielle Forderung einzugehen, machten die Kriminellen ihre Drohung wahr und veröffentlichten die erbeuteten DatensĂ€tze.
Trotz der Veröffentlichung der Kundendaten verteidigt die Unternehmensspitze die harte Linie gegenĂŒber den Erpressern. Odido-CEO SĂžren Abildgaard erklĂ€rte diesbezĂŒglich, er sei sehr froh ĂŒber den Entschluss, kein Lösegeld an die Kriminellen gezahlt zu haben.
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Sicherheitsexperten und Ermittlungsbehörden raten generell davon ab, Lösegelder an Cyberkriminelle zu ĂŒberweisen, da dies das kriminelle GeschĂ€ftsmodell weiter finanziert und keine Garantie fĂŒr die Löschung oder den Schutz der entwendeten Daten bietet.
Die Auswertung der ĂŒber 120 eingegangenen Hinweise liegt nun bei den zustĂ€ndigen Strafverfolgungsbehörden. Ob die Sprachprobe des Anrufers den entscheidenden Durchbruch bei der Aufdeckung der HintermĂ€nner von ShinyHunters bringt, bleibt abzuwarten.
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FĂŒr die mehr als 6 Mio. betroffenen Kunden besteht nach der Veröffentlichung ihrer Daten weiterhin ein erhöhtes Risiko fĂŒr Folgeangriffe, da Kriminelle solche DatensĂ€tze hĂ€ufig fĂŒr weitere gezielte Phishing-Versuche oder IdentitĂ€tsdiebstahl nutzen.
